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Pirna

Pirna erinnert an Reichspogromnacht

Der Verein „Akubiz“ und die Stadt organisieren eine Lesung. Dabei geht es um ein dunkles Kapitel deutscher Geschichte.

Esra Jurmann hatte seine Kindheitserinnerungen  aus Pirna niedergeschrieben.
Esra Jurmann hatte seine Kindheitserinnerungen aus Pirna niedergeschrieben. © privat

Die Stadt Pirna will gemeinsam mit dem Verein „Alternatives Kultur- und Bildungszentrum“ (Akubiz) an die Opfer der Novemberpogrome 1938 erinnern. Mit einer Lesung aus dem Buch des ehemaligen Pirnaers Esra Jurmann „Vor allen Dingen war ich ein Kind“ soll diesem dunklen Kapitel deutscher Geschichte gedacht werden. Die Veranstaltung am 9. November beginnt 17 Uhr im Stadthaus am Markt. Esra Jurmann, Sohn des Bekleidungsgeschäftsinhabers Wolf Jurmann, wurde 1929 in Pirna geboren. Die Nationalsozialisten deportierten ihn während ihrer Gewaltherrschaft ins Ghetto nach Riga. Jurmann überlebte und ging später nach London, wo er seine Kindheitserlebnisse aufschrieb, auch jene vom 10. November 1938.

In seinem Buch schildert Jurmann, wie sich die Sturmabteilung (SA) am Morgen des 10. Novembers 1938 auf dem Pirnaer Markt versammelt, wie er wegen seines jüdischen Glaubens von der Schule verwiesen wurde. Und er beschreibt, wie er von der Schule zum Geschäft seiner Eltern am Markt geht und fassungslos davor stehenbleibt, weil es in der Nacht zuvor zertrümmert wurde. Jurmann starb im März 2017.

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Am 9. November 1938 fand in Deutschland die sogenannte Reichspogromnacht statt – ein von den Nationalsozialisten staatlich organisierter antijüdischer Gewaltexzess. Dabei wurden Hunderte Menschen jüdischen Glaubens ermordet, Tausende in Konzentrationslager verschleppt. Über 1.400 Synagogen, Versammlungsräume sowie tausende Geschäfte, Wohnungen und jüdische Friedhöfe wurden zerstört.

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