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Pirna hat Gedenkstätte für Euthanasieopfer

In Pirna gibt es seit Mittwoch einen neuen Ort des Gedenkens an die Euthanasieopfer der Nazis.

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Pirna. Ein fast sieben Meter hohes Mahnmal erinnert an jene Menschen, die auf dem Pirnaer Sonnenstein dem Rassenwahn der Faschisten zum Opfer fielen. Es steht an der Stelle, wohin die Asche der Getöteten 1940/41 auf den Elbhang gekippt worden war.

„Durch das Engagement von Bürgern und Verantwortlichen ist es uns gelungen, einen Ort zu schaffen, der an das Leid der fast 15 000 Toten in eindrucksvoller Weise erinnert und nicht nur den Angehörigen eine neue Form des Gedenkens ermöglicht“, sagte Oberbürgermeister Klaus-Peter Hanke (parteilos) bei der Übergabe laut Mitteilung.

In der einstigen Heilanstalt Pirna-Sonnenstein hatten die Nazis vorwiegend psychisch kranke und behinderte Menschen in einer Gaskammer ermordet. Listen belegen, dass 13 720 Kranke ums Leben kamen. Außerdem wurden dort Häftlinge aus Konzentrationslagern vergast, die nicht mehr arbeiten konnten. Sonnenstein war eine von sechs Tötungsanstalten des Euthanasie-Programmes.

Mit rund 150.000 Euro vom Freistaat ließ die Stadt Pirna das Areal am Elbhang umgestalten. Das Mahnmal gehört zur Gedenkstätte, die im Jahr 2000 eröffnet worden war. Im vergangenen Jahr wurden dort knapp 9.500 Besucher - vorwiegend Schüler - gezählt, wie Gedenkstättenleiter Boris Böhm auf Anfrage sagte. (dpa)