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Friedrich kann jetzt auch Vierer-Bob

Wieder gewinnen nur die deutschen Schlitten. Der Doppel-Olympiasieger aus Pirna ragt dabei erneut besonders heraus.

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Es ist die Geste der Saison. Francesco Friedrich gewinnt Rennen um Rennen.
Es ist die Geste der Saison. Francesco Friedrich gewinnt Rennen um Rennen. ©  dpa/Tobias Hase

Der einstige Zweierbob-Spezialist Francesco Friedrich ist nun auch in der Königsklasse ein Seriensieger. Der Pirnaer holte am Wochenende auf dem Olympia-Eiskanal in Innsbruck beide Siege, er gewann sowohl im Zweier mit Thorsten Margis als auch mit dem Vierer. „Es war unser erster Viererbob-Sieg hier auf der Bahn. Die erstmals in dieser Besetzung fahrenden Jungs haben einen Superjob gemacht“, sagte der Doppel-Olympiasieger, der am Sonntag mit dem Dresdner Martin Grothkopp sowie Alexander Schüller und Thorsten Margis unterwegs war, im ersten Lauf einen neuen Bahnrekord fuhr und am Ende hoch überlegen die Domäne der Deutschen im großen Schlitten fortsetzte.

Dritter wurden der Berchtesgadener Johannes Lochner und sein Team. Der wegen einer Verletzung im Sitzen startende Olympia-Zweite Nico Walther vom BSC Sachsen Oberbärenberg kam – angeschoben von Paul Krenz, dem Debütanten Christian Jagusch sowie Eric Franke – auf den beachtlichen Rang sieben. „Ich bin sehr zufrieden, für eine Starterbahn war es das Maximale“, sagte der Dresdner Walther, der nächste Woche beim Weltcup in St. Moritz am Start wieder leicht mitlaufen will.

Im Mittelpunkt wird aber vermutlich auch dann einmal mehr Friedrich stehen. „Francesco bringt seine Olympia-Leistungen auch in der Saison. Er startet schnell, er hat das richtige Material, er fährt gut – es ist echt schwierig, ihn zu schlagen. Der Olympiasieg hat ihn sichtlich befreit“, meinte Lochner voller Anerkennung über seinen Teamkollegen, der nun offensichtlich auch mit dem Vierer regelmäßig ganz oben aufs Siegerpodest fahren kann. „Ein perfektes Wochenende“, erklärte der 28-Jährige nach Weltcup-Sieg Nummer 24, davon acht in diesem Winter. Am Samstag hatte Friedrich bereits das fünfte von fünf Saisonrennen im kleinen Schlitten für sich entschieden – eine Dominanz, die es im Eiskanal lange Zeit nicht gegeben hat.

Angeführt vom in Innsbruck nicht mal fehlerfrei fahrenden Toppiloten sind die deutschen Bobs insgesamt sechs Wochen vor der WM in Whistler weiter ungeschlagen. Denn auch bei den Frauen gab es einen Doppelerfolg. Diesmal setzte sich die Oberbärenburger Pilotin Stephanie Schneider mit Ann-Christin Strack dank zweier Startbestzeiten gegen Olympiasiegerin Mariama Jamanka durch, bei der Kira Lipperheide als Anschieberin debütierte.

Zumindest dem Bundestrainer wird dieser Erfolgslauf langsam unheimlich. „Wir haben immer noch eine weiße Weste, wir haben alle Rennen gewonnen. Das ist eigentlich unfassbar“, erklärte René Spies. Nicht einen einzigen Sieg holte die internationale Konkurrenz auf den bisherigen fünf Weltcupstationen, und der Bundestrainer findet es „vermessen, sich zu wünschen, dass es so weitergeht. Die Serie ist unglaublich. Wir werden jetzt einfach so weiterarbeiten.“ (dpa, mit sid und SZ)