merken
PLUS Pirna

Autobahnzubringer deckelt Pirnas Südumfahrung

Am Feistenberg in Pirna entsteht derzeit ein Knotenpunkt. Ein Teil der neuen Brücke ist im Rohbau fertig. Für die Freigabe gibt es schon einen Plan.

Neue Brücke am Autobahnzubringer: In Richtung Autobahn ist schon der Deckel drauf.
Neue Brücke am Autobahnzubringer: In Richtung Autobahn ist schon der Deckel drauf. © Thomas Möckel

Wer derzeit von Pirna aus in Richtung Autobahn A17 unterwegs ist, kann die Tour vorübergehend nicht auf der gewohnten Strecke zurücklegen. Kurz hinter dem Tunnel in Pirna müssen Kraftfahrer momentan auf eine Interimsstrecke ausweichen, auf die sogenannte Nordumfahrung.

Auf diese Weise umkurven sie eine Baustelle, Teil des größten Straßenbauvorhabens in Pirna. Die Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH (Deges) lässt derzeit die Südumfahrung errichten, jene 3,8 Kilometer lange Trasse, die vom Autobahnzubringer bis zur B 172 auf dem Sonnenstein führen wird.

Anzeige
Auf Punktejagd mit den DSC Volleyball Damen
Auf Punktejagd mit den DSC Volleyball Damen

Am 28. November empfangen die DSC Volleyball Damen das Team von Schwarz-Weiß Erfurt. Ab 17:30 Uhr kannst Du Dein Team live auf sporttotal.tv anfeuern!

Wo Südumfahrung und Autobahnzubringer aufeinander treffen, entsteht der Knotenpunkt "Feistenberg", komplett kreuzungsfrei, der Verkehr fädelt sich später über mehrere Auf- und Abfahrtrampen auf die jeweilige Trasse ein und aus. Für diese Varianten ist jedoch ein großer Eingriff nötig.

Im Autobahnzubringer klafft ein Loch

Ein Teil der Südumfahrung führt unter dem Autobahnzubringer hindurch auf dessen nördliche Seite. Für den Bau der dafür erforderlichen Brücke war zunächst vorgesehen, einen Fahrstreifen des Autobahnzubringers zeitweise verschwinden zu lassen und die Brücke zur Hälfte zu errichten. Danach wäre die andere Seite dran gewesen. Doch dieses Verfahren erschien den Planern als zu aufwendig und umständlich.

Sie entschieden sich daher für folgende Varianten: Sie lassen gleich ein komplettes Teilstück des Autobahnzubringers verschwinden. "Das hat den Vorteil, dass wir die Unterführung in einem Zug bauen können", sagt Ulrich Gawlas, Bauoberleiter der Südumfahrung. 

So fehlt nun der Autobahnzubringer in Gänze auf einer Länge von reichlich 50 Metern, stattdessen klafft an dieser Stelle ein Loch. Im Frühsommer begannen die Bauleute an dieser Stelle, die Bodenplatten sowie die Widerlager für die Brücke zu errichten. Das ging recht flott, weil sie auf Bohrpfähle, die die Widerlager zusätzlich im Boden stabilisieren, verzichten konnten. Laut Gawlas ist der Baugrund auch ohne Hilfen ausreichend tragfähig und stabil.

Eine Brücke ist im Rohbau fertig

Inzwischen ist der Bau weit fortgeschritten. Nach Aussage des Bauoberleiters sind die beiden Widerlager, auf denen die Brücke aufliegen wird, mittlerweile fertig. Für den Fahrstreifen des Autobahnzubringers in Richtung Autobahn ist auch schon der Deckel drauf, der sogenannte Überbau - über den später die Straße geht - ist ebenfalls im Rohbau fertig. 

Auf der anderen Seite, am Fahrstreifen in Richtung Pirna, steht jetzt das Gerüst, die Arbeiter vollenden derzeit die Schalung. Dieser Überbau soll im Dezember betoniert werden. 

Die Brücke ist insgesamt 15 Meter lang, darunter verläuft später eine Auf- und Abfahrt der Südumfahrung mit zwei Fahrspuren. In der Breite misst jeder Überbau jeweils 10,50 Meter, darüber führt später wieder regulär der Autobahnzubringer - mit je zwei Fahrspuren pro Richtung.

Brücke wird im Frühjahr abgedichtet

Sind die Überbauten an der Brücke fertig, wird die Betonoberfläche aufgeraut. Danach versiegeln die Fachleute die Oberfläche flächendeckend mit einer rot eingefärbten Schicht Epoxidharz. Die zähflüssige Masse dringt dabei in alle Poren und schützt das Bauwerk von oben zuverlässig vor eindringender Nässe.

Allerdings braucht es für diese Arbeiten bestimmte Bedingungen. Das Epoxidharz kann nur verarbeitet werden, wenn die Temperaturen über fünf Grad liegen. Ist es kälter, härtet das Material nicht richtig aus.

Zudem ist Epoxidharz nach Aussage von Ulrich Gawlas sehr feuchtigkeitsempfindlich. Schon eine höhere Luftfeuchtigkeit oder leichter Nebel verhindern ebenfalls, dass das Harz richtig fest wird. Regnet es gar auf die noch nicht ausgehärtete Masse, hinterlassen die Tropfen irreversible Krater. Die Folge: das Material dichtet nicht mehr richtig ab, es müsste aufwendig wieder vom Beton heruntergefräst werden. 

Laut dem Bauoberleiter sind diese Abdicht-Arbeiten daher für das kommende Frühjahr geplant, da man dann wettertechnisch auf der sicheren Seite sei. 

Auf der ausgehärteten Harzschicht verlegen die Arbeiter anschließend Bitumen-Schweißbahnen, darauf kommt in zwei Lagen der Gussasphalt, der den finalen Straßenbelag bildet.

Autobahnzubringer-Freigabe im Frühsommer geplant

Läuft alles nach Plan, soll die Straße über die neue Brücke voraussichtlich im Mai oder Juni 2021 fertig sein. Danach wird der Autobahnzubringer wieder auf regulärer Strecke für den Verkehr freigegeben.

Gleichwohl bleibt die Nordumfahrung, über die derzeit der Verkehr rollt, weitgehend erhalten. Auf dieser Trasse - etwa auf ähnlichem Niveau und in ähnlichem Radius - verläuft später eine der Auf- und Abfahrtrampen der Südumfahrung.

Ist die Brücke am Autobahnzubringer vollendet, schließen sich danach die Erdarbeiten als auch der Straßenbau an der Südumfahrung an - von den Rampen am Autobahnzubringer bis hinunter ins Seidewitztal. Die Südumfahrung insgesamt soll 2023 fertig sein.

Mehr Nachrichten aus Pirna lesen Sie hier. 

Täglichen kostenlosen Newsletter bestellen. 

Mehr zum Thema Pirna