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Basis-Partei hofft auf schnelles Wachstum

Roberto Mauksch und seine neue Partei wollen mehr als entscheiden - sie wollen konsensieren. Der Bundestagskandidat will den Wahlkampf zum Erklären nutzen.

Roberto Mauksch will das Direktkandidat für den Bundestag für die Basisdemokratische Partei Deutschland holen.
Roberto Mauksch will das Direktkandidat für den Bundestag für die Basisdemokratische Partei Deutschland holen. © PR

Ein Fernseher kommt Roberto Mauksch nicht ins Haus. Für die Unterhaltung im Heimkino sorgen maximal ein Beamer sowie ein Abo von Netflix und Amazon Prime. Ansonsten sind der Computer und das Internet zur Informationsbeschaffung da. "Ich prüfe genau, ob das Gesagte auch belegbar ist", sagt der 41-jährige Pirnaer.

Für die noch junge Basisdemokratische Partei Deutschland (Basis) kandidiert er im Landkreis für das Direktmandat zur Bundestagswahl am 26. September. Der Diplom-Ingenieur war nie zuvor in einer Partei. Kritik an der Regierung in Bund und Sachsen habe er schon länger gehabt. War mit den Entscheidungen aber klargekommen.

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Mit den Corona-Maßnahmen hat sich das aber geändert. "Mit den Eingriffen in meine persönlichen Grundrechte kann ich nicht mehr leben und will mich deshalb aktiv einbringen", sagt er. In der Vergangenheit war er Wechsel-Wähler. Mal hatte diese Partei aus seiner Sicht die besseren Ideen mal eine andere. Die bekam dann sein Kreuz auf dem Wahlzettel.

Schließlich wurde er auf die Kleinst-Partei Widerstand 2020 aufmerksam, aus der sich im Sommer jenen Jahres die Basisdemokratische Partei Deutschland herausbildete. Bei der Basis-Partei habe ihn schließlich das innerparteiliche Konzept überzeugt, das so völlig anders ist als bei etablierten Parteien.

Weg des geringsten Widerstandes

Abstimmungen laufen bei der Basis etwas anders ab. Es wird bei alternativen Vorschlägen nicht nur mit Ja oder Nein gestimmt, sondern jeder gibt auf einer Skala von null bis zehn an, wie groß der persönliche Widerstand gegen einen Vorschlag ist. Konsensieren nennt sich das Verfahren, zu dem schon einiges publiziert worden ist.

Das ist so etwas wie der Weg des geringsten Widerstandes. Im Alltag wird das oftmals eher als negativ bewertet. Für politische Entscheidungen sei das in der heutigen Zeit aber wichtiger geworden denn je. Denn Widerstand gegen Beschlüsse der Regierungen haben auch Mauksch überhaupt erst derart politisiert, dass er sich in einer Partei engagiert und nun sogar für den Bundestag hat aufstellen lassen.

"Eine Pandemie ist nicht neu. Wir haben dafür Regeln gehabt. Die hätten nicht geändert werden müssen. Reagiert wurde wie im Mittelalter, als man sich auch provisorische Masken genäht hat", sagt Mauksch.

Kritik an Corona-Impfkampagne

Der aktuellen Impfkampagne steht er skeptisch gegenüber. Als Impfgegner lässt er sich aber nicht bezeichnen. Er hat vor Jahren selbst Impfungen bekommen und auch seine Kinder hat er beispielsweise gegen Masern impfen lassen. Allerdings weniger aus Überzeugung, sondern aus Pragmatismus. "Sonst hätte ich sie nicht in eine Kita geben können", sagt er.

Dass es gleich auf Anhieb für die neue Partei reichen sollte, in den Bundestag einzuziehen, die Chance hält Mauksch für gering. Aber man müsse ja mal anfangen. "Das war bei Grünen oder AfD ja nicht anders." Der Pirnaer will den Wahlkampf nutzen, um zu erklären, was beispielsweise der Vorteil vom Konsensieren ist. Aktuell verteilt er dazu Flyer, überall wo er privat unterwegs ist.

Die Basis-Partei hat unmittelbar nach ihrer Gründung zur Landtagswahl in Baden-Württemberg ein Prozent der Stimmen geholt, in Sachsen-Anhalt waren es im Juni dieses Jahres 1,5 Prozent der Zweitstimmen. Die Mediziner Wolfgang Wodarg und Sucharit Bhakdi, die sich medienwirksam und sehr kritisch in die Corona-Diskussionen einmischten, sollen ebenso wie weitere Personen aus der Querdenker-Szene zur Basis-Partei gestoßen sein.

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Nach eigenen Angaben hat sie etwa 650 Mitglieder in Sachsen, 40 davon kommen aus dem Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Doch nicht nur dort ist Mauksch aktiv. Er wurde gerade erst in den Personalrat an der TU Dresden gewählt. In seiner Freizeit engagiert er sich unter anderem im Theaterverein Trostpflastersteine Weesenstein, den Königsteiner Lichtspielen oder den Wild-Weide-Hüten Sächsische Schweiz.

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