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Eine Menge Holz vor der Brücke

Der Borkenkäfer fordert weitere Opfer in Sachsen. Massenhaft Holz wird nun in Pirna zwischengelagert. Was hat es damit auf sich?

Über mehrere Hundert Meter erstrecken sich die Holz-Polter links und rechts der Sachsenbrücke in Pirna.
Über mehrere Hundert Meter erstrecken sich die Holz-Polter links und rechts der Sachsenbrücke in Pirna. © Norbert Millauer

Der Borkenkäfer kam und mit ihm ging der Wald. Stürme, Trockenheit und vor allem dieses Insekt haben allein in Sachsen in den vergangenen zwei Jahren rund sieben Millionen Kubikmeter Schadholz hinterlassen. Das Bild der heimischen Wälder ist nicht mehr dasselbe wie vorher. In vielen Wäldern im Landkreis sind nun mehrere Tausend Hektar Kahlfläche entstanden. 

Das Resultat der gründlichen Arbeit des Borkenkäfers - riesige Flächen auf denen ursprünglich viel Wald stand, ist nun das zu sehen.
Das Resultat der gründlichen Arbeit des Borkenkäfers - riesige Flächen auf denen ursprünglich viel Wald stand, ist nun das zu sehen. © Symbolfoto: dpa

Baumstammauffanglager unter der Brücke

In Pirna werden derzeit auf linkselbischer Seite unter der Sachsebrücke große Mengen Holz gelagert. Zu meterhohen Poldern aufgestapelte Stämme, in deren Rinden sich Eier und Larven des Käfers befinden. Diese mussten so schnell und so weit wie möglich vom Wald weggebracht werden, um zu verhindern, dass die Borkenkäfer, sobald sie schlüpfen, auch andere Bäume befallen. Die ersten Stämme kamen bereits im Frühling an, weitere folgten zwischen 20. Juli bis 20. August. 

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Das Holz wurde dorthin im Auftrag des Sachsenforsts, Forstbezirk Neustadt, verfrachtet und stammt aus dem linkselbischen Waldgebieten des Forstbezirkes im Landschaftsschutzgebiet Sächsische Schweiz. 

Mittlerweile befinden sich entlang der Gleise zwischen Heidenau-Großsedlitz und Pirna 9.500 Festmeter Nadelholz. Und das ist nur einer von neun Lagerplätzen im Forstbezirk. Dieser lagert inzwischen 30.000 Festmeter Holz. Ein Fünftel konnte bereits verkauft werden. Der Rest soll folgen, aber das kann sich durchaus bis zum Ende des Jahres hinziehen, da der Markt aufgrund des starken Käferbefalls regelrecht mit Holz überschwemmt ist, heißt es.

Die Wurzel des Übels - der Borkenkäfer.
Die Wurzel des Übels - der Borkenkäfer. © Roland Weihrauch/dpa

Das Sterben des Waldes

Die Folgen des Waldsterbens sind reichlich. Zwar erfolgt die Entwicklung des Borkenkäfers 2020 langsamer als in den Jahren davor, aber die Verkahlung schreitet dennoch voran. Dadurch können Waldfunktionen verloren gehen, die auch für uns Menschen relevant sind. Nicht nur schwinden Wälder als Erholungsorte dahin, es erhöht unter anderem die Gefahr für Erdrutsche, das Risiko für Hochwasser steigt und die Qualität des Trinkwassers kann beeinträchtigt werden. 

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