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Das blüht Pirnas Standesamt

Die Wählervereinigung "Pirna kann mehr" hat die Blumenkübel an der Ostseite des Rathauses bepflanzt - weil die Stadt aus Spargründen darauf verzichtet.

Wieder Farbe im Blumenkübel: Vor dem Pirnaer Standesamt blühen jetzt Studentenblumen.
Wieder Farbe im Blumenkübel: Vor dem Pirnaer Standesamt blühen jetzt Studentenblumen. © Daniel Förster

Die drohende Ödnis vor dem Pirnaer Standesamt ist abgewendet. In den Sandsteinkübeln an der Ostseite des Rathauses kann es nun wieder farbenfroh blühen.

Die Wählervereinigung "Pirna kann mehr" (PKM) übernahm jetzt die Blumenpatenschaft für die vier steinernen Pflanzbehälter. Stadtrat Thomas Mache sowie PKM-Sprecher Oliver Lang bestückten sie mit insgesamt 48 Studentenblumen.

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Diese Initiative entspringt dem Umstand, dass die Stadt aus Spargründen in diesem Jahr darauf verzichtet, städtische Balkonkästen und Blumenkübel zu bepflanzen.

PKM hatte angesichts dessen angeregt, dass nun ehrenamtliche Blumenpaten diese Aufgabe übernehmen könnten. So spendeten bereits die Freien Wähler die Blumen für die Balkonkästen am Rat- und Stadthaus, der Unternehmer Alf Wild jene für die Stadtbibliothek.

Blühfreudig und hitzebeständig

Bevor Mache und Lang zur Tat schritten, hatte das städtische Grünflächenamt sein Einverständnis gegeben. Zudem holten sich die beiden Rat in der Pirnaer Gärtnerei "Blumen Walter" für eine möglichst langlebige Sommerbepflanzung.

"Für die vorgesehene Gestaltung auf dem Markt haben wir bewusst Studentenblumen empfohlen und ausgewählt", sagt Geschäftsführer Christian Walter. Die Pflanzen seien sehr robust und blühfreudig, könnten aber viel Sonne abhalten. Der Unternehmer hatte die Pflanzen versorgt und laut PKM auch einen Teil der Kosten übernommen.

Nachahmer gesucht

Angesichts der klammen Pirnaer Haushaltskasse und des damit einhergehende Pflanzverzichts hatte PKM schon Ende April den Vorschlag unterbreitet, dass sich doch stattdessen die Pirnaer um die verwaisten Blumenkübel kümmern. Dabei hatte die Wählervereinigung damals selbst schon die Pflanzbehälter vor dem Standesamt im Visier.

Der Verein will nun auch weiterhin die Studentenblumen vor dem Standesamt pflegen. Laut Thomas Mache sei es wichtig, dass sich Anwohner in ihrem Wohn- und Lebensumfeld mit einbringen und dafür sensibilisiert werden, Teile von öffentlichen Grünanlagen, Blumenrabatten oder auch Bäume mitzugestalten und zu pflegen.

Werbekampagne für Blumenpaten?

Um das zu manifestieren, hat Mache zu diesem Thema auch einen Antrag im Stadtrat eingereicht, über den aber noch nicht entschieden ist.

Demnach soll das Rathaus eine online einsehbare Übersicht für mögliche Pflanz-und Pflegepatenschaften im Stadtgebiet erarbeiten. Begleitet soll das von einer Werbekampagne werden, um die Einwohner zu animieren, dabei mitzumachen.

Mache begründet das damit, dass die Grünflächenpflege im Stadtgebiet wegen der vielen Einzelflächen für Pirna sehr arbeits- und kostenintensiv sei. Das treffe insbesondere auf das sogenannte Verkehrsgrün zu, das häufig eintönig daherkomme und artenarm sei. Hinzu komme, dass sich viele Pirnaer nicht für ihr unmittelbares Umfeld verantwortlich fühlten.

Pirnaer gießen und spenden

Der BUND empfehle laut Mache daher Kommunen, Pflegepatenschaften an Ehrenamtliche für Teilbereiche öffentlicher Grünanlagen sowie für Blumenrabatten, Bäume oder Spielplätze zu vergeben.

Diese aktive Mitgestaltung des Wohnumfeldes stärke das Gefühl der Bürger, sich mehr mit ihrer Stadt zu identifizieren. Zudem werde die Stadt entlastet, die für die Grünflächenpflege zuständigen Mitarbeiter könnten sich stattdessen anderen Aufgaben zuwenden.

So ganz inaktiv waren die Pirnaer bislang aber nicht. Vor allem angesichts der Trockenheit in den zurückliegenden Jahren nahmen sich viele Einwohner den Bäumen auf dem Gehweg vorm Haus an und spendierten ihnen regelmäßig eine extra Portion Wasser, auch jäteten sie auf den Baumscheiben Unkraut.

Und auch die Stadt war in dieser Hinsicht nicht ganz untätig. So wirbt das Rathaus schon seit längerer Zeit um sogenannte Baumspenden, um mithilfe des Geldes mehr Bäume pflanzen zu können, als es der städtische Etat hergibt. Seit 2019 kamen dabei schon mehr als 1.500 Euro an privaten Spendengeldern zusammen. Davon ließ die Stadt an mehreren Stellen neu Gehölze setzen.

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