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Die neuen Koch-Profis im Pirnaer Geibeltbad-Bistro

Tina Adler-Brügger betreibt mit ihrem Team seit Kurzem den Gastro-Bereich. Dafür machte sie sich mitten in der Pandemie selbstständig.

Von Thomas Möckel
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Neu-Betreiberinnen Anja Brügger (l.) und Tina Adler-Brügger im Geibeltbad-Bistro: Die meisten Produkte kommen aus der Region.
Neu-Betreiberinnen Anja Brügger (l.) und Tina Adler-Brügger im Geibeltbad-Bistro: Die meisten Produkte kommen aus der Region. © Daniel Schäfer

Die Zeit vom Dienstantritt bis zur Wiedereröffnung war denkbar kurz, nur vier Tage lagen dazwischen. Am 11. Oktober nahmen die neuen Pächter ihre neue Wirkungsstätte erstmals in Besitz, am 15. Oktober sollte es bereits weitergehen. Bloß nicht zu lange den Betrieb unterbrechen, war die Maxime. Der Ort des Geschehens war das Bistro im Pirnaer Geibeltbad, zentraler und meist mächtig frequentierter Anlaufpunkt für hungrige Badegäste. Die Stadtwerke Pirna, Betreiber der Schwimmstätte an der Rottwerndorfer Straße, hatten erst kurz zuvor die Zusammenarbeit mit dem bisherigen Caterer beendet.

Man wollte selbst, sagt die kaufmännische Badleiterin Ines Pfeiffer, frischen Wind in die Küche bringen, neue Angebote, neue Gerichte. Allerdings kam es bei dem Wechsel darauf an, die Küche nicht zu lange kalt zu lassen, da schwimmen bekanntlich hungrig macht.

So blieben letztendlich 96 Stunden, um alles vorzubereiten: umräumen, einräumen, neue Geräte installieren, mit Technik und Kassensystem vertraut machen. Das Team zog mit, fuchste sich schnell in alles ein, nach vier Tagen konnte pünktlich eröffnet werden. „Das hier“, sagt Tina Adler-Brügger, „ist mein neuestes und bislang größtes Projekt.“

Sprung in die Selbstständigkeit

Tina Adler-Brügger, 37, gelernte Diätassistentin und einen Bachelor-Abschluss für Wirtschaft in der Tasche, hat damit zu ungewöhnlicher Zeit etwas Spezielles gewagt: Mitten im zweiten Corona-Jahr machte sie sich selbstständig, und das in einer Branche, die mächtig unter der Pandemie gelitten hat: Gastronomie.

Doch etwas Eigenes war schon lange ihr Ziel, und so gründete sie erst unlängst die Firma „Gastro & Catering Adler-Brügger“, mit der sie nun auch den Gastro-Bereich im Geibeltbad betreibt. Dazu gehören das Bistro im Badbereich und im Foyer, die Sauna-Bar sowie der Imbiss im Freibad.

Die 37-Jährige ist damit jetzt nicht nur Firmen-Inhaberin, sondern auch Arbeitgeberin. Die engste Mitarbeiterin an ihrer Seite ist Anja Brügger, ebenfalls 37, gelernte Hotelfachfrau. Insgesamt beschäftigt Tina Adler-Brügger derzeit sechs Angestellte. Und obwohl während der Pandemie vielen Gaststätten und Hotels scharenweise das Servicepersonal und die Köche davonliefen, fand sie die passenden Mitarbeiter. „Das ist echt ein Glücksfall“, sagt sie. Ein Glück, auf dem sie aufbauen möchte.

Neue Mitarbeiter gesucht

Tina Adler-Brügger will die Belegschaft weiter aufstocken. Schon jetzt ist der Arbeitsaufwand hoch. Im Geibeltbad arbeitet das Personal in zwei Schichten, um die Produktion abzudecken. Die Bad-Gastro ist an allen sieben Wochentagen geöffnet, in der Küche geht es täglich 11 Uhr los, allerdings können Bad- und Saunabesucher auch vorher schon Getränke oder Snacks ordern. Und erst, wenn das Bad abends schließt, schließt auch das Bistro.

Für Tina Adler-Brügger sind das lange Tage. „Ich bin die Erste, die kommt, und die Letzte, die geht“, sagt sie. Um die Chefin zu entlasten, sollen bald weitere Arbeitskräfte dazukommen. Der Gastro-Betrieb sucht sowohl Servicemitarbeiter als auch Köche.

Besonders akut wird das dann spätestens ab dem kommenden Frühjahr, wenn der draußen der Imbiss in der Freibadsaison öffnet. Und für noch ein anderes Projekt wird Verstärkung gesucht: Zum Pachtobjekt Geibeltbad gehört auch ein mobiler Imbisswagen. Bei großem Andrang soll er beispielsweise den Imbiss im Freibad unterstützen. Geplant ist aber auch, an anderer Stelle in Pirna von der fahrbaren Küche aus Hungrige zu beköstigen. Und auch das war es noch nicht.

Das meiste wird selbst gekocht und gebacken

Wer Brüggers Kost ohne Badbesuch genießen möchte, kann auch einfach so im Bad-Foyer speisen. Die Speisekarte mit dem wechselnden Tagesgericht ist immer schon vier Wochen vorher einsehbar, so können potenzielle Gäste auch schon im Vorhinein bestellen. Alle Gerichte können mitgenommen werden, ab zehn Bestellungen liefert das Unternehmen die Speisen auch ins Büro oder nach Hause. Darüber hinaus bietet Tina Adler-Brügger auch einen Catering-Service an, beispielsweise für Geburtstags-, Hochzeits- der Weihnachtsfeiern.

Bei ihren Mitarbeitern legt die Firmeninhaberin neben einer entsprechenden Qualifikation auch viel Wert darauf, dass alle zu einem Team zusammenwachsen, dass sich alle gut verstehen. „Es ist wichtig, dass alles im Miteinander funktioniert“, sagt sie.

Tina Adler-Brügger ist weiterhin Teil des Ganzen, sie kocht auch mit, insgesamt sind es drei Mitarbeiter, die in der Küche über Töpfe und Pfannen herrschen. Und dabei kommt so wenig wie möglich aus der Konserve. Salate beispielsweise, aber auch Soßen, die Hackfleisch-Taler für die Burger, Kuchen, Muffins und Waffelteig werden selbst gemacht.

Champagner an der Sauna-Bar

Für den Neustart im Geibeltbad überarbeitete die Firmenchefin die komplette Speisekarte, einiges flog runter, neues kam hinzu, auf dem neuen Plan finden sich insgesamt viel mehr Gerichte als früher. Viel gesunde Kost findet sich dort jetzt, aber auch die beliebten Pommes frites fehlen nicht. „Wir wollen ja alle Zielgruppen erreichen“, sagt Tina Adler-Brügger.

Und in der Sauna-Bar ließ sie sogar etwas Exklusivität einziehen: Nur dort gibt es ein spezielles zuckerfreies Eis, und wer mag, kann zwischen den Schwitzgängen jetzt auch Champagner schlürfen.

Burger, unter anderem mit Wildfleisch, sind eine der neuen Spezialitäten im Geibeltbad-Bistro.
Burger, unter anderem mit Wildfleisch, sind eine der neuen Spezialitäten im Geibeltbad-Bistro. © Daniel Schäfer

Die Produkte stammen größtenteils aus der Region, darauf legt die Bistro-Betreiberin großen Wert. Das Fassbier beispielsweise kommt vom Copitzer Brauhaus, die Knacker von der Fleischerei Schick, auch die Hauptzutat für eine Spezialität ist regional. Von einem Jäger in Nentmannsdorf bezieht Tina Adler-Brügger Bio-Wildfleisch für den „Wild-Burger“.

Bistro wird gemütlicher

Die Stadtwerke sind bislang sehr zufrieden mit dem neuen Bistro-Betreiber, die Zusammenarbeit ist auf alle Fälle auf lange Sicht angelegt, Bad und Bistro sollen schließlich wie eine Einheit wirken, einladend für die Gäste.

Das soll sich in Kürze auch optisch zeigen. Die Stadtwerke wollen noch in diesem Jahr das Bistro im Foyer des Bades umgestalten. „Es soll dann alles freundlicher und gemütlicher wirken“, sagt Ines Pfeiffer.

Unterdessen finden sich in den Bad-Bewertungen drei Wochen nach dem Gastro-Neustart überwiegend lobende Worte zum Speisenangebot, die erste Zeit hätte besser nicht laufen können. „Dieses Feedback zeigt“, sagt Tina Adler-Brügger, „dass wir auf dem richtigen Weg sind.“

Potenzielle Bewerber können die Firma per Mail unter [email protected] oder über die Internetseite www.gastro-catering-adlerbruegger.de kontaktieren.