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Italienisch wohnen am Tischerplatz

Aus dem alten Gewerkschaftshaus in Pirna wird ein Palazzo mit 16 Wohnungen und einer Überraschung. Neugierige können die Quartiere ab Oktober besichtigen.

"Schlossblick Pirna"-Geschäftsführer Mario Franceschi: In Kürze gibt es erste Rundgänge für Mietinteressenten.
"Schlossblick Pirna"-Geschäftsführer Mario Franceschi: In Kürze gibt es erste Rundgänge für Mietinteressenten. © Daniel Schäfer

Das Haus Nummer 13, das sich wuchtig über dem Tischerplatz in Pirna erhebt, versprühte in den vergangenen Jahren vor allem eines: einen morbiden Charme. 

Der Putz bröckelte ab, die Fassade war ausgewaschen, Wind pfiff durch die undichten Fenster, über Gartenmauern rankte Efeu, zwischen den Steinen wuchs Unkraut. Vom herrschaftlichen Glanz früherer Zeiten war nur wenig geblieben. 

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Errichtet wurde das Haus in den Jahren 1837 und 1838 unter der Regentschaft des sächsischen Königs Friedrich August II. als das "Königlich Sächsische Bezirkssteuereinnahmegebäude", wo Bürger ihre Steuern und Abgaben entrichten konnten. 

Zuletzt diente das Gebäude als Gewerkschaftshaus, es beherbergte auch einige Wohnungen, seit geraumer Zeit stand es leer. Doch die tristen Zeiten sind in Kürze vorbei.

Die Gebäudehülle ist fertig

Die Firma "Schlossblick Pirna" aus Dresden lässt das Haus derzeit sanieren. Und weil das Gebäude etwas im italienischen Baustil gehalten ist, entschied sich Geschäftsführer Mario Franceschi - auch angelehnt an die Historie - für den Projektnamen "Palazzo die Finanzia". 

Die Sanierung begann im März 2019, die Corona-Pandemie in diesem Jahr hat das Vorhaben nur wenig verzögert. "Es waren zwar zeitweise weniger Arbeiter auf der Baustelle als sonst, aber die Arbeiten konnten stets weiterlaufen", sagt Franceschi. Inzwischen sind die Fachleute auf der Zielgeraden.

Außen ist das Gebäude fertig, bis auf die Außenanlagen, die im Herbst hergerichtet werden. Maler tünchten die Fassade mit heller Farbe, die Rahmen der neuen Fenster sind hellgrau, jene der Eingangsbereiche dunkelgrün. 

Das Dach ist neu gedeckt, die Gauben eingebaut, auch die neuen Balkone sind installiert - ein Konstrukt aus dunkelgrauem Metall. Die Brüstung besteht aus gestanzten Blechen mit Kreuz-Muster. "Auf diese Weise haben wir historische und moderne Elemente verbunden", sagt der Investor. 

Tischerplatz 13: So sahen die Gebäude vor der Sanierung aus. 
Tischerplatz 13: So sahen die Gebäude vor der Sanierung aus.  © Schlossblick Pirna GmbH
Tischerplatz 13: Blick vom Tischerplatz auf das Haus.
Tischerplatz 13: Blick vom Tischerplatz auf das Haus. © Visualisierung: Schlossblick Pirna GmbH
Tischerplatz 13: Blick von der Hofseite auf das Gebäude-Ensemble. 
Tischerplatz 13: Blick von der Hofseite auf das Gebäude-Ensemble.  © Visualisierung: Schlossblick Pirna GmbH
Tischerplatz 13: Am Haus wurden große Balkone angebaut.
Tischerplatz 13: Am Haus wurden große Balkone angebaut. © Daniel Schäfer
Tischerplatz 13: Blick auf die Hofseite, rechts ist die Einfahrt zu Tiefgarage zu sehen. 
Tischerplatz 13: Blick auf die Hofseite, rechts ist die Einfahrt zu Tiefgarage zu sehen.  © Daniel Schäfer
Tischerplatz 13: Dachgeschosswohnung im Ausbau, der Blick reicht über ganz Pirna bis nach Dresden.
Tischerplatz 13: Dachgeschosswohnung im Ausbau, der Blick reicht über ganz Pirna bis nach Dresden. © Daniel Schäfer

Kaltmiete ab zehn Euro je Quadratmeter

Derzeit läuft der Innenausbau. Die Handwerker verlegen Parkett, streichen Wände, bauen Türen ein, installieren Küchen. 

Die Wohnungen in der ersten Etage sollen zuerst fertig sein. In Kürze will Franceschi den Mietinteressenten die ersten Quartiere zeigen. Das Interesse an den Wohnungen ist groß, bis zu 150 potenzielle Mieter listete der Investor auf. Ein Großteil von ihnen ist nun zur Besichtigung eingeladen, wer zudem Interesse hat, kann sich über die Internetseite www.remax-dd.de anmelden. Die ersten Rundgänge sind in der ersten Oktoberwoche geplant. 

Bezugsfertig ist das Haus dann noch nicht, zunächst müssen die anderen Etagen fertig werden. Franceschi rechnet damit, dass die ersten Mieter ab November einziehen können, bis zum Jahresende soll das gesamte Bauvorhaben abgeschlossen sein. 

In dem großen Haus am Tischerplatz sind 16 Wohnungen entstanden, mit zwei, drei und vier Zimmern, die Größen reichen von 58 bis 112 Quadratmeter. Schon vor dem Baustart wurden die Quartiere einzeln verkauft. Etwa 45 Prozent der Käufer werden die Wohnungen selbst bewohnen, die anderen 55 Prozent werden vermietet. Die Kaltmiete beginnt laut Franceschi bei zehn Euro je Quadratmeter. 

Um die Wohnungen zu bauen, musste das Haus zunächst entkernt werden. Zudem verlegten die Arbeiter das Treppenhaus von der Seite in die Gebäudemitte, damit sich von dort aus alle Quartiere erreichen lassen. Auch installierten sie einen Fahrstuhl, der vom Keller bis ins Dachgeschoss fährt.

Aus dem Kutscherhaus werden zwei Eigenheime

Im Hof des Palazzo gibt es überdies noch eine Überraschung. Hinter dem Haus steht das einstige Kutscherhaus, das früher Pferdeställe und Übernachtungsquartiere für Durchreisende beherbergte. 

Dieses Kutscherhaus hat der Investor zu zwei Doppelhaushälften umbauen lassen, eine mit 130, die andere mit 150 Quadratmeter Wohnfläche. Zum größeren Haus gehört ein knapp 160 Quadratmeter, zum kleineren ein 123 Quadratmeter großer Garten. Laut Franceschi wird in den Gärten noch ein automatisches Bewässerungssystem integriert, sodass sich die Bewohner nicht selbst um die Pflanzen kümmern müssen. 

Unter den Gärten liegt die Tiefgarage für das gesamte Palazzo-Ensemble mit 14 Parkplätzen, außen entstehen weitere sieben Parkplätze. "Für jede Wohnung gibt es mindestens einen Stellplatz", sagt Franceschi. Jeder Parkplatz wird mit einer Elektro-Ladesäule ausgerüstet. 

Die Außenfläche ist mit dunkelgrauen Steinen ausgelegt, die Parkplätze sind mit hellen Steinen markiert. Derzeit pflastern Fachleute einen Teil der künftigen Zufahrt. Mit dem Auto zu erreichen ist das Palazzo-Gelände über die Straße "Am Felsenkeller", vorbei am Netto-Markt, am Ärztehaus und an der ehemaligen Musikschule. 

Die "Schlossblick Pirna" investiert eigenen Angaben zufolge über sechs Millionen Euro in das Bauvorhaben.

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