merken
PLUS Pirna

Jäger erlegen Tausende Waldtiere

Die Jahresbilanz ist im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge beachtlich. Warum die Reduzierung des Schwarzwilds so wichtig ist.

Erlegte Tiere nach einer Drückjagd bei Sebnitz.
Erlegte Tiere nach einer Drückjagd bei Sebnitz. © Marko Förster

Die Zahlen sind beachtlich, die beim Verbandstag der Jäger für den Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge vorgelegt wurden. Demnach sind im Jagdjahr 2019/20 fast 9.000 Waldtiere zur Strecke gebracht worden. Am meisten schossen die Jägerinnen und Jäger Wildschweine, fast 4.000 Stück. 

Damit erfüllen die Jäger nach eigenen Angaben eine wichtige Aufgabe. "Die Schwarzwildreduzierung ist eine dringend notwendige Jägeraufgabe zur Verhinderung der ASP", erklärt Dieter Rost vom Jagdverband Sächsische Schweiz. ASP ist die Afrikanische Schweinepest, die sich international ausbreitet. Sie ist für den Menschen ungefährlich, bedroht aber die Hausschweine.

ELBEPARK Dresden
Der ELBEPARK bietet mehr
Der ELBEPARK bietet mehr

180 Läden, 5.000 kostenlose Parkplätze und zahlreiche Freizeitangebote sorgen für stressfreies und vergnügtes Einkaufen im ELBEPARK. Jetzt Angebote entdecken.

Anfang September wurde im Landkreis Spree-Neiße südlich von Cottbus der erste Fall in Deutschland bekannt, als bei einem toten Wildschwein ASP nachgewiesen wurde. Inzwischen sind bereits 35 ASP-Fälle bei Wildschweinen in dieser Region nachgewiesen worden. Ein kilometerlanger mobiler Elektrozaun wurde gezogen. Mitarbeiter der Forstwirtschaft sowie Jäger sind weiter unterwegs, um infizierte Tiere zu finden. Auch die beiden angrenzenden Landkreise Dahme-Spreewald und Oder-Spree gelten inzwischen als Restriktionszone.

Kritik am Prämiensystem

Der Präsident des Brandenburger Bauernverbandes, Henrik Wendorff, forderte von anderen Bundesländern und der EU Unterstützung im Kampf gegen die Seuche. Die Afrikanische Schweinepest könnte für Bauern und Fleischwirtschaft schwerwiegende Folgen haben, weil andere Länder wie China daraufhin einen Exportstopp für deutsches Schweinefleisch verfügt haben.

Die angeforderte Hilfe wollen die hiesigen Jäger gern leisten. Allerdings kritisiert der Jagdverband Sächsische Schweiz, dass es hier keine Prämien für die Reduzierung des Schwarzwilds und damit potenzieller Krankheitsüberträger gibt. "Warum gibt es Prämien nur in den Kreisen Bautzen und Görlitz?", fragt der Jagdverband. 

Das sächsische Sozialministerium hat für genannte Landkreise 100 Euro je erlegtes Wildschwein vorgesehen. Um das auf weitere Kreise auszudehnen, ist der Landesjagdverband jetzt in Gesprächen mit Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD).

Wolf bleibt Dauer-Thema

Kritisch sieht der Jagdverband weiterhin die Zunahme der Wolfspopulation. Obwohl es seit sechs Jahren eine Arbeitsgemeinschaft Wolf gibt, gäbe es "keine Lösung des Problems". Ganze Bestände an Muffelwild in Sachsen wurden laut Jagdverband ausgerottet. Über 1.000 Stück seien dem Wolf in Sachsen zum Opfer gefallen. Im Bereich des Jagdverbands Sächsische Schweiz leben höchstens noch 200 Tiere. 

"Wir siedeln eine Tierart wieder an und eine andere ist dann vom Aussterben bedroht", erklärt Rost. Er war selbst lange Mitglied der AG Wolf und war sogar dabei, als mal in Brüssel Gespräche mit Politikern auf europäischer Ebene geführt wurden. "Ein Ziel von uns Jägern ist, eine Obergrenze für die Wolfs-Populationen festzulegen. Doch da führt kein Weg rein", sagt Rost.

Weil noch zahlreiche andere Aufgaben anstehen, die nur mit einem starken Landesverband möglich sind, gab es ein "klares Nein" der hiesigen Jäger zu einem Austritt aus dem Landesjagdverband Sachsen, der zuletzt auch diskutiert wurde. "An der Diskussion haben sich viele Weidgenossen beteiligt", erklärt Rost. Am Ende gab es eine geheime Abstimmung, bei der sich eine große Mehrheit der Mitglieder gegen den Austritt entschieden hat. 

So viele Tiere erlegten die Jäger 2019/20

  • Schwarzwild 3.983 Stück
  • Rehwild 2.112 Stück
  • Fuchs 1.065 Stück
  • Waschbär 504 Stück
  • Dachs 417 Stück
  • Rotwild 348 Stück
  • Marderhund 277 Stück
  • Steinmarder 73 Stück
  • Damwild 52 Stück
  • Baummarder 22 Stück
1 / 1

Noch mehr Nachrichten aus Pirna, Freital, Dippoldiswalde und Sebnitz.

Mehr zum Thema Pirna