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Pirnas Museum holt die Schulzeit zurück

Das Stadtmuseum plant die Sonderschau "Hurra, ich bin ein Schulkind". Dafür sucht die Ausstellungsstätte ganz persönliche Exponate und Erinnerungen.

Schuleingang anno 1932: Die Zuckertüte war in Sachsen schon seit dem 19. Jahrhundert Brauch.
Schuleingang anno 1932: Die Zuckertüte war in Sachsen schon seit dem 19. Jahrhundert Brauch. © Arno Kandler

Zuckertüte, Lehrer, Klassenkameraden, zeitig aufstehen, anderer Rhythmus: Mit dem Schuleintritt beginnt für jedes Kind ein neuer Lebensabschnitt, der heute von den meisten mit Spannung und Freude erwartet wird.

Vor allem im Osten der Republik ist der Schuleingang nach einer Feierstunde in der Schule auch ein Familienfest, zudem Verwandte und Freunde kommen. Es wird viel gratuliert, und vor allem viel geschenkt.

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Und schon bald ist der Wechsel ins organisierte Lernzeitalter ein Thema für eine Ausstellung. Das Pirnaer Stadtmuseum plant ab August dieses Jahres eine Sonderschau mit dem Titel "Hurra, ich bin ein Schulkind".

Wie das Zuckertüten-Ritual entstand

Beginnend im 19. Jahrhundert gibt die Ausstellung Einblicke in die Geschichte des Schuleintritts und den damit verbundenen Bräuchen. Ein Schwerpunkt liegt dabei darauf, wie sich das Ritual mit der Zuckertüte entwickelte und verbreitete.

Zudem veranschaulicht eine Sammlung von Schuleingangskarten die Mode der jeweiligen Zeit und die unterschiedlichen Wünsche der Gratulanten. Bei allen Themen will das Museum aber auch einen Vergleich zu den gegenwärtigen Trends ziehen.

Das gilt auch für den Überblick der Schulutensilien eines Erstklässlers. Lese- und Rechenbücher, Schreibgeräte, Hefte, Ranzen und Brottaschen erzählen ihre Geschichte und widerspiegeln ihre Zeit.

Manche feiern anders als andere

Die Ausstellung beschäftigt sich hauptsächlich mit dem sächsischen Raum, wobei zum Vergleich der Blick über die Ländergrenze hinausgeht. Von 1945 bis 1990 ist die sächsische Schulgeschichte laut des Museums gleichzusetzen mit der Schulgeschichte der sowjetischen Besatzungszone, der späteren DDR.

Nach 1990 gab es zwar Veränderungen bei Lehrplänen, Büchern und der ideologischen Ausrichtung, jedoch blieben viele Traditionen erhalten. Noch heute wird beispielsweise der Schuleingang in den neuen Bundesländern anders begangen als im Rest Deutschlands.

Persönliche Erinnerungsstücke gesucht

Für die Ausstellung sucht das Museum nun aus allen Zeiten Material, persönliche Exponate und Erinnerungsberichte, am besten in Form von:

  • Fotos (Schulanfänger, Feierstunden, Familienfeiern, Klassenfoto, Alte Fotos der Schulen)
  • Geschenke zum Schuleingang (selbstgebastelte) Zuckertüten, Schuleingangskarten
  • Kleidung zum Schuleingang
  • Ausstattung eines Schulanfängers (Ranzen, Lehrbücher, Übungshefte, Schieferkästchen mit Schreibmaterialien, Turnsachen und Turnbeutel, Muttihefte)
  • Beschreibung des Schulalltags im ersten Schuljahr (Unterrichtszeiten, Stundenplan der 1. Klasse, wichtige Verhaltensregeln, wie wurde gelobt und getadelt)
  • Infos zur Pionierorganisation (Pioniernachmittage im 1. Schuljahr)
  • Lehrpläne und Lehrmaterialien für die 1. Klasse

Wer etwas zur Ausstellung beisteuern möchte, kann sich im Museum per Telefon unter den Rufnummern 03501 556 461 und 03501 465 8332 melden oder sich per E-Mail [email protected] an Museumspädagogin Gerburg Sturm wenden.

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