Pirna
Merken

"Verein des Jahres 2023": Das nahmen die Ehrenamtlichen aus Pirna mit

Workshops, leckeres Essen und viele Fotos: Das gab es alles bei der Titelverleihung in Pirna - für über 150 Ehrenamtliche aus Dresden und Umgebung.

Von Marlene Seifert
 3 Min.
Teilen
Folgen
Bei der Lebenshilfe Sächsische Schweiz-Osterzgebirge Freude über den Gewinn in der Kategorie Crowdfunding.
Bei der Lebenshilfe Sächsische Schweiz-Osterzgebirge Freude über den Gewinn in der Kategorie Crowdfunding. © Mike Jäger

Eben noch Stimmgewirr. Plötzlich schallte laute, klangvolle Musik durch den Raum. Sämtliche Gespräche verstummten. Die Aufmerksamkeit konzentrierte sich Richtung Eingang. Ein wenig überrascht, doch schließlich begeistert lauschten alle dem Einzug des Spielmannszugs Kleinröhrsdorf. Mit seinem musikalischen Beitrag eröffnete er die Titelverleihung beim Wettbewerb Verein des Jahres der Ostsächsischen Sparkasse Dresden am Donnerstagabend.

Der Spielmannszug Kleinröhrsdorf musiziert zur Feier des Tages.
Der Spielmannszug Kleinröhrsdorf musiziert zur Feier des Tages. © Mike Jäger

Im Publikum: Aufregung. Die Vereinsvertreter hofften und bangten um den Titel. Doch so schnell sollte der Gewinner nicht verkündet werden. Aus jeder Kategorie wurden erst einmal alle Nominierten in einem Kurzfilm präsentiert. Daraufhin begründete die Jury ihre Entscheidung für den jeweiligen Verein - ohne den Namen zu nennen. Erst nach einem großen Trommelwirbel vom Spielmannszug verlas Sparkassenvorstand Joachim Hoof den Sieger.

Nacheinander wurden so die Gewinner der Kategorien Kultur, Soziales, Sport, Umwelt und Crowdfunding bekannt gegeben. Es gab lachende Gesichter, klopfende Herzen und jede Menge Redebeiträge.

Insgesamt lässt die Sparkasse durch die Preisverleihung 47.000 Euro in die Region fließen: 27.000 Euro waren allein das Preisgeld für die neun Titelgewinner "Verein des Jahres 2023" – jeder Sieger bekam 3.000 Euro. Um aber auch die 16 Vereine zu unterstützen, die keinen Titel gewonnen hatten, aber dennoch nominiert wurden, bekamen diese je 1.000 Euro. Daraufhin waren auch alle enttäuschten Gesichter im Publikum wieder gnädig gestimmt. Die Vereine wollen das gewonnene Geld in verschiedenste Projekte investieren: Beispielsweise neue Kleidung für den Spielmannszug oder Renovierungsarbeiten an ihren Gebäuden und Grundstücken.

Hinter gab es jede Menge Speisen, Getränke und eine nicht enden wollende Schlange vor der Fotobox. Jeder Verein machte Bilder. Es gab Musik und viele gute Gespräche, auch über das, was vor der Preisverleihung stattfand.

Feiern, essen, quatschen und fotografieren: nach der Ehrung der Vereine.
Feiern, essen, quatschen und fotografieren: nach der Ehrung der Vereine. © Mike Jäger

Denn am Nachmittag durften die Vereinsvertreter vier verschiedene Workshops besuchen, ein ganz neues Format bei der Preisverleihung. Im ersten Workshop ging es um die Frage, wie ein Verein in die Zeitung kommen kann – "oder ist jetzt alles Insta?" Es habe viele Beispiele gegeben, man sei gut auf Fragen eingegangen, sagt Julia Scholz vom Verein Buntbrach. Ihr Kollege Jakob Adolphi fügt hinzu: Im Workshop "Engagierte gewinnen" und "Steuern" habe er ebenso einen guten Überblick über diese Themen gewonnen.

Liane Freudenberg vom Haydn-Orchester, die beruflich Erfahrung in der Öffentlichkeitsarbeit hat, schätzte die Sache anders ein: Für Anfänger habe es in ihrem Workshop wichtige Infos gegeben, für erfahrene Mitarbeiter hätte sie sich jedoch etwas mehr erhofft. Der Workshop "Projekte gemeinsam finanzieren – Crowdfunding mit 99funken" hingegen wurde vom Haydn-Orchester als sehr informativ eingeschätzt.

Anja Schmitz (re.) Betreiberin von Komplex45 sorgte für den Getränkenachschub.
Anja Schmitz (re.) Betreiberin von Komplex45 sorgte für den Getränkenachschub. © Mike Jäger

Vertreter des Vereins Sandsteinspiele hätten sich beim Workshop "Engagierte gewinnen" mehr Zeit und Austausch untereinander gewünscht nach dem Motto "Wie machen die’s in den anderen Vereinen".

Die Mitstreiter vom Radfahrverein Wiednitz fanden den Zeitungs-Workshop, geleitet von einem Pirnaer SZ-Reporter, als sehr interessant. Etwas ironisch wurde angemerkt, es hätte sich dabei vieles von dem bestätigt, was sie falsch machen würden – weil sie nicht den Titel in ihrer Kategorie verliehen bekommen hatten. Prinzipiell wäre die Idee mit den Workshops aber gut. Man nehme sich was mit und sei nicht nur zum Quatschen gekommen. Es wäre eine schöne Initiative der Sparkasse und der SZ - die SZ ist Medienpartner der Aktion.

Insgesamt hinterließ der Abend einen runden, fröhlichen Eindruck - nicht zuletzt wegen des Abschlusses, den der Spielmannszug ebenso laut und fröhlich bestritt wie den Auftakt.