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Dresden-Prag: Neues von der Super-Bahntrasse

Die Deutsche Bahn stellt die nächsten Schritte für die Neubaustrecke Dresden-Prag vor - diesmal aber nicht beim direkten Bürgerdialog, sondern in virtueller Form.

Neubaustrecke Dresden-Prag: So könnte einmal die Tunneleinfahrt zwischen Heidenau und Pirna aussehen.
Neubaustrecke Dresden-Prag: So könnte einmal die Tunneleinfahrt zwischen Heidenau und Pirna aussehen. © DB AG/Klaus Kruse

Die Deutsche Bahn will Kürze neue Details zur geplanten Neubaustrecke Dresden-Prag präsentieren. Wegen der coronabedingten Einschränkungen findet die Informationsveranstaltung nicht wie sonst als direkter Bürgerdialog statt, sondern in digitaler Form. Interessierte können am 7. Oktober in der Zeit von 18 bis 19.30 Uhr daran teilnehmen. Laut der DB informieren dabei Experten über die Ergebnisse des im August abgeschlossenen Raumordnungsverfahrens und die nächsten Planungsschritte.

Erstmalig findet dieser Dialog in virtueller Form statt. Die Teilnahme funktioniert wie folgt: Interessierte können sich ortsunabhängig am Mittwoch, 7. Oktober, ab 18 Uhr im Internet unter https://www.db-buergerdialog.de/dresden-prag einwählen. Fragen können per Chat gestellt werden. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

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Zwei Varianten werden geplant

Zum Hintergrund: Die Deutsche Bahn plant eine neue Bahnstrecke von Dresden nach Prag, um künftig vor allem das Nadelöhr Elbtalstrecke zwischen Pirna und Děčín zu umgehen. Mit der neuen Trasse soll sich die Fahrzeit zwischen den beiden Hauptstädten von bislang über zwei Stunden auf etwa eine Stunde verkürzen. Zudem dient die neue Strecke als hochwassersichere Alternative zur bestehenden Strecke im Elbtal, das zudem vom Schienenlärm entlastet werden soll. Bedeutsam ist die neue Trasse für den gesamten internationalen Nord-Süd-Bahnkorridor, der von Skandinavien aus bis auf den Balkan führt.

Die neue Strecke soll zwischen Heidenau und Pirna von der bestehenden Elbtalstrecke abzweigen und durch einen mindestens 25 Kilometer langen Tunnel bis nach Tschechien verlaufen. Die Baukosten liegen geschätzt bei 1,3 Milliarden Euro, 2039 könnte das gigantische Projekt fertig sein.

Im Rennen waren einerseits teiloffene Varianten mit einer riesigen Brücke übers Pirnaer Seidewitztal nebst Überholbahnhof und Tunneleingang nahe des Dohmaer Ortsteils Goes. Andererseits mehrere Strecken, die von Heidenau aus komplett durch einen Tunnel verlaufen. Diese Alternativen basieren auf Vorschlägen der Dohmaer Bürgerinitiative "Basistunnel nach Prag". 

Im August ist das sogenannte Raumordnungsverfahren zu Ende gegangen. Dabei prüfte die Landesdirektion Sachsen, welche Korridore grundsätzlich für die Bahntrasse in Betracht kommen. Das Ergebnis: vier Varianten werden favorisiert, darunter eine teiloffene sowie drei Volltunnel-Varianten. 

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