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Pirna: Neue Wohnungen in der Kohlmühle

Ein Investor will den unsanierten Gebäudeteil umbauen. Auf diese Weise soll es gelingen, den Verfall endgültig zu stoppen.

Kohlmühle in Pirna: Mehrfach wechselte der Besitzer, die Substanz bröckelt.
Kohlmühle in Pirna: Mehrfach wechselte der Besitzer, die Substanz bröckelt. © Mareike Huisinga

Etwas versteckt hinter der Gottleuba, am Ende der Mühlenstraße in Pirna, direkt am ehemaligen Mühlgraben, liegt noch ein historisches Kleinod: die alte Kohlmühle.

Die Ursprünge des Gebäudeensembles gehen zurück bis ins 15. Jahrhundert. Das Hochwasser 1954 beschädigte die Substanz stark, gleichwohl wurde die Getreide-Zerkleinerungsanlage noch bis weit ins 20. Jahrhundert hinein als Kornmühle betrieben, etwa bis Anfang der 1980er-Jahre. Seither ruht der Betrieb, der einstige Mühlgraben ist längst zugeschüttet.

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Geprägt ist das Areal von einer dreiseitigen Bebauung. Die alte Scheune und der Anbau im vorderen Teil sind inzwischen saniert. Die Scheune beherbergt Wohnungen, im Anbau residiert das griechische Restaurant "Hellas", Inhaber Ilias Dimoulas hat für die Räume einen Langzeit-Pachtvertrag.

Kohlmühle verfällt seit Jahren

Doch gleich daneben steht der bisherige Problemfall: das stattliche Mühlengebäude mit seinem erhöhten Kopfbau.

Seit heutiges Aussehen bekam der Gebäudeteil Ende des 19. Jahrhunderts, etwa in der Zeit von 1883 bis 1887, als das Haus umgebaut und erweitert wurde. Mehrfach wechselten die Besitzer, in den zurückliegenden Jahren prägte vor allem eines das Haus: der Verfall.

Nach Informationen von Sächsische.de gehörte das Mühlgebäude zuletzt einer Unternehmerin aus Osteuropa. Sie plante 2013, das Haupthaus zu einer Hotelanlage mit Café auszubauen. Daraus wurde allerdings nichts, das Gebäude verfiel weiter, inzwischen ist es mit erheblichen Schäden behaftet.

Die ehemalige Mühle hat vier Geschosse, zwei Treppenhäuser, einen alten Fahrstuhlschacht, aber keinen Keller. Die Wände sind unverputzt, die Substanz bröckelt, Fenster fehlen, ganz oben ruht ein unvollendeter Aufbau aus roten Ziegeln.

Lange blieb unklar, wie es mit dem historischen Haus weitergeht. Doch nun ist Rettung in Sicht.

Kohlmühle-Bauherr plant große Wohnungen

Im Sommer dieses Jahres veräußerte das mit dem Verkauf beauftrage Büro "ES-Immobilien" aus Baden-Württemberg das Mühlgebäude an einen Investor aus der Lausitz. Der Bauherr hat nun ganz konkrete Pläne für das Haus, denen seitens der Stadt nichts mehr entgegensteht. Der Pirnaer Stadtentwicklungsausschuss erteilte jetzt sein Einverständnis, dass das Mühlgebäude hergerichtet werden kann.

Nach Auskunft der Stadt hatte der Bauherr zuvor beantragt, das Haupthaus zu sanieren und zu einem Mehrfamilienhaus umzubauen. Die Scheune sowie der Anbau befinden sich nicht im Eigentum des Antragstellers und sind nicht Bestandteil des Bauantrages. Die Denkmalschutzbehörde hat dem Vorhaben bereits zugestimmt.

Insgesamt sollen in dem Haus neun Wohneinheiten mit einer Gesamtfläche von reichlich 1.700 Quadratmeter entstehen. Konkret sind eine Zweizimmer-, fünf Dreizimmer-, eine Vierzimmer- sowie zwei Fünfraumwohnungen geplant. Eine der Wohnungen, jene im dritten Stock, reicht dabei über zwei Etagen bis in das abgestufte Dachgeschoss hinein.

Die Zweiraumwohnung beispielsweise ist reichlich 76 Quadratmeter groß, eine der Vierraumwohnungen rund 106 Quadratmeter. Später soll es in dem Gebäude zwei Fahrstühle geben.

Ein Carport abseits der Flutgefahr

Das Wohngebäude befindet sich innerhalb des festgesetzten Überschwemmungsgebietes der Gottleuba, das Erdgeschoss ist daher ausschließlich für Nebennutzungen vorgesehen. Dort befinden sich unter anderem Abstellräume für die einzelnen Wohnungen, zwei Fahrradabstellräume sowie eine größere Garage für Pkws und Motorräder.

An der Westseite will der Investor Balkone installieren lassen, in Form von Stahlkonstruktionen, an denen sich ein mögliches Hochwasser nicht stauen kann.

Die geplante Carport-Anlage befindet sich auf der zweiten Parkebene etwa 30 Meter oberhalb der Gebäude im Bereich der Zufahrt und des Hofes. Aufgrund dieser Höhenlage ist dieses Areal nicht flutgefährdet. Insgesamt werden 15 Pkw- und 18 Fahrradabstellplätze ausgewiesen.

Der gesamte Planungsbereich für das Vorhaben ist rund 14.500 Quadratmeter groß. Da es bereits befestige Wege und Plätze sowie Gebäude auf dem Grundstück gibt, wird bei der Sanierung lediglich eine zusätzliche Fläche von 129 Quadratmeter versiegelt. Die vorhandenen Grünflächen bleiben weitgehend erhalten, die angrenzenden Waldflächen unverändert. 

Wann der Umbau beginnt und die Wohnungen vermarktet werden, steht derzeit noch nicht fest.

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