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Bunte Steine für mehr Freude

Eine Gruppe aus Pirna gestaltet und verteilt kleine Kunstwerke in Stadt und Land. Damit sind mehrere Hoffnungen verbunden.

Das sind nur einige der Werke, die die Gruppe "PIRsteine" gefertigt hat.
Das sind nur einige der Werke, die die Gruppe "PIRsteine" gefertigt hat. © PIRsteine

Einen Stein nach dem anderen zaubert Susan Strauch aus ihrer Tasche hervor. Man sieht keine zwei Steine, die sich gleichen. Auf manchen steht ein netter Spruch, auf anderen findet sich ein Bild. "Den hier habe ich im Auftrag meines Sohnes gemalt", erzählt die 39-Jährige, als sie wiederum ein Foto von einem Stein zeigt, auf dem ein Weihnachtswichtel zu sehen ist.

Das erste Mal  kam sie im Sommer 2019 mit den bunten Findlingen in Berührung, bei einem Urlaub im Harz, wo ein kleiner türkiser Stein auf ihrem Wanderweg lag. Zuerst wusste sie so recht nichts damit anzufangen und ließ ihn wo er war. Über Recherche im Internet fand sie dann heraus, dass der Stein nicht von Natur aus anders war oder etwa fallen gelassen wurde, sondern absichtlich dort abgelegt wurde.

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Steine bemalen, um Freude zu verbreiten

Tatsächlich gibt es in ganz Deutschland über 1.000 Gruppen, die hobbymäßig Steine bemalen. Der Trend stammt ursprünglich aus England, ist aber schon vor Jahren nach Deutschland übergeschwappt, weiß Susan Strauch mittlerweile.

Das Konzept besteht darin, dass mit Bildern oder Worten verzierte Steine in der Umgebung ausgelegt und dort dann von vorbeilaufenden Menschen gefunden werden. "Finden - freuen - posten" ist häufig auf der Rückseite der kleinen Kunstwerke zu lesen. Nach dem Entdecken - so die Theorie - soll sich  der Finder darüber freuen und dann ein Bild von seinem Fundstück auf der angegebenen Facebookseite posten und es schließlich entweder behalten oder woanders wieder auslegen.

Da bleibt kein Stein auf dem anderen

Vom Steine-Fieber gepackt, suchte die Pirnaerin Susan Strauch nach Gruppen in Sachsen. Von der Gruppe "Sachsensteine", die ihre Werke landesweit verteilen, wurde sie mit offenen Armen empfangen. Allerdings keimte in ihr der Wunsch, eine regionale Gruppe zu haben und so gründete sie Mitte September die "PIRsteine".

Nach dem Motto "Wer's findet darf's behalten - oder wieder auslegen" bemalen und verteilen sie seitdem gemeinsam ihre kleinen Kunstwerke im Raum Pirna. Die auf Facebook laufende Regionalgruppe zählt mittlerweile 60 Mitglieder. Von Jung bis Alt sei alles dabei. Untereinander tauschen sie sich gegenseitig aus, geben sich Tipps und teilen ihre neusten Werke, Ideen und Fundorte. 

370 Steine - so viele hat Susan Strauch bisher bemalt. Nicht alle sehen gleich kunstvoll aus. Lachend gesteht sie, dass die Werke aus ihrer Anfangszeit aussehen, wie von einem Grundschüler. Jetzt schaut sie glücklich auf diese ersten Schritte und den Weg, den sie seitdem künstlerisch gegangen ist, zurück. Damit möchte sie auch Neueinsteigern zeigen, dass nicht von Beginn an immer alles perfekt ist und dass überhaupt anzufangen eigentlich das Wichtigste sei.

Heike Menschen Scheu ist Mitglied der Facebook-Gruppe PIRsteine und postete ihre "Stein-Arbeit".
Heike Menschen Scheu ist Mitglied der Facebook-Gruppe PIRsteine und postete ihre "Stein-Arbeit". © Facebook Heike Menschen Scheu

Die Motivation dahinter liegt für die Maler vor allem in der Gewissheit, dass sich der Finder über die steinerne Kleinigkeit freut. Die Macher wollen anderen ein Lächeln ins Gesicht zaubern, aber sie sind auch neugierig zu erfahren, wo ihre Werke gefunden werden und wohin sie ihre Reise mit den Findern möglicherweise fortsetzen. Einige ihrer Steine hat sie mal im Urlaub an der Ostsee ausgelegt und es wurden tatsächlich Bilder davon gepostet. Nebenbei, sagt sie, sei das Bemalen praktisch, um vom Alltag abzuschalten.

"Man wird schon oft dafür belächelt", gibt sie zu. Aber das stört sie nicht weiter, solange sie selbst zufrieden mit ihrer Arbeit ist und ab und zu mal Feedback von dem ein oder anderen Finder ihrer Werke kommt.

Interessierte können die Gruppe PIRsteine über Facebook oder per Mail erreichen.

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