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Geht Klaus Brähmig wieder in die Politik?

Aus der CDU ist jetzt der langjährige Bundestagsabgeordnete raus. Und in Berlin wird nächstes Jahr ein Posten frei.

Klaus Brähmig ist weiter sehr aktiv im Landkreis - wie hier bei einer Buchpräsentation in Pirna.
Klaus Brähmig ist weiter sehr aktiv im Landkreis - wie hier bei einer Buchpräsentation in Pirna. © Marko Förster

Nun also doch. Der Ex-Bundestagabgeordnete Klaus Brähmig ist vor wenigen Tagen aus der CDU ausgetreten. Das bestätigte der stellvertretende Kreisvorsitzende, Oliver Wehner auf Nachfrage. Der 63-jährige Handwerksmeister war 27 Jahre lang Bundestagsabgeordneter der Partei, bis er zur Bundestagswahl 2017 das Direktmandat an Frauke Petry verlor, die für die Alternative für Deutschland angetreten war.

Wehner bedauert den Austritt Brähmigs, "weil die Partei ihn über Jahre unterstützt und immer als Bundestagskandidaten für den Direktwahlkreis nominiert hat". Es sei schließlich "immer ein Geben und Nehmen gewesen", sagt Wehner. Gründe für den Austritt sind dem Kreisverband nicht bekannt. Es sei auch "schade", dass Brähmig nicht das Gespräch mit dem Kreisvorstand gesucht habe, so Wehner.

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Neustart angekündigt

Eine Weile zog sich Klaus Brähmig nach seinem Scheitern zur Bundestagswahl verärgert aus der Öffentlichkeit zurück. Seit Monaten ist er aber wieder nahezu täglich im Landkreis unterwegs, trifft Menschen, für die er sich einsetzen möchte und deren Meinungen ihm wichtig sind. Einfluss hat er ohne Bundestagsmandat kaum genauso wenig wie Rückhalt in seiner bisherigen Partei, seine Bekanntheit in der Region aber ungebrochen. Ob er daraus noch mal Kapital für ein Comeback in der Politik schlagen kann, ist aber fraglich. Nur wenn er es nächstes Jahr tatsächlich noch mal als Direktkandidat versuchen sollte, würde man erfahren, ob er es auch ohne die CDU im Rücken schaffen könnte. Mit Brähmig gäbe es einen zusätzlichen Kandidaten, der zumindest dafür sorgen könnte, dass das Rennen insgesamt enger wird. 

Deshalb dürfte es auch für alle Parteien interessant sein, ob an den Gerüchten etwas dran ist, dass Klaus Brähmig als parteiloser Einzelkandidat zur Bundestagswahl antreten will. Für Sächsische.de war er bislang nicht zu erreichen.

Stattdessen postet er auf Facebook von seinen Aktivitäten - als wäre er noch oder schon wieder Bundestagsabgeordneter. Nach einem Diskussionsabend in diesem Monat in der Sportgaststätte in Mohorn-Grund schrieb er dazu vielsagend: "Nach drei Jahren war dies wieder ein Neustart meiner Formate, um mit den Bürgern der Heimat ins Gespräch zu kommen."

Unterstützung für Bundesvorsitzenden

Die CDU will indes das Direktmandat wieder erobern. Die mittlerweile parteilose Frauke Petry hat angekündigt, sich aus der Politik zurückzuziehen. Allerdings hat die Partei-Strategie jetzt einen Knacks bekommen. Geplant war, nach dem Bundesparteitag und der Wahl des neuen Vorsitzenden den Kandidaten oder die Kandidatin für den Direktwahlkreis zu benennen. Der Bundesparteitag wurde nun abgesagt. "Ich hätte mir eine digitale Lösung gewünscht", sagte Wehner etwas zerknirscht. Damit liegt er auf einer Welle mit Friedrich Merz, den der Kreisverband für den Bundesvorsitz favorisiert.

Dass beides miteinander zusammenhängt, erklärt Wehner so: "Es gibt Menschen, die sich die Ausübung eines Bundestagsmandats unter dem und dem besser vorstellen könnten", sagt Wehner, ohne konkreter zu werden. 

Das soll wohl heißen, dass die Wahl des neuen Vorsitzenden auch richtungsweisend für die zukünftige Politik ist, die man im Bundestag dann auch unterstützen müsste. Möglicherweise hat auch einer der Wunschkandidaten seine Bewerbung von der Person der künftigen Bundesvorsitzenden abhängig gemacht.

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"An unserem Fahrplan, im ersten Quartal 2021 unseren Kandidaten für den Direktwahlkreis zu nominieren, hält der Kreisvorstand aber fest", sagt Wehner. Vielleicht schafft es die Bundespartei ja auch noch, vorher die Frage des künftigen Vorsitzenden und damit Kanzler-Kandidaten zu klären.

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