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Parteiverband der Freien Wähler aufgelöst

Kreischef Andreas Hofmann zieht sich aus der Politik zurück. Mit ihm gehen mehr Mitglieder, als der Kreisverband verkraften kann.

Andreas Hofmann wollte die Freien Wähler stark machen. Nun passiert das Gegenteil.
Andreas Hofmann wollte die Freien Wähler stark machen. Nun passiert das Gegenteil. © Andreas Weihs

Der ohnehin schon mitgliederschwache Kreisverband der Partei der Freien Wähler im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge liegt am Boden. Zusammen mit Kreischef Andreas Hofmann sind weitere acht Mitglieder aus dem Kreisverband ausgetreten. "Der Kreisverband ist damit faktisch aufgelöst", erklärt Hofmann. Die verbliebenen drei Mitglieder müssen sich nun einem anderen Verband anschließen, etwa dem Dresdner.

Ex-Landesvorsitzender ist ausgetreten

Bis zum Parteitag im Oktober in Wilsdruff sei Hofmann noch optimistisch gewesen, dass der Einzug der Freien Wähler in den nächsten Landtag klappen könnte. Da hatte es aber schon großen Krach im Landesvorstand gegeben, der vom Bundesvorstand maßgeblich beeinflusst wurde. Letzterer hatte Steffen Große als Landesvorsitzenden abgesetzt.

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Doch was in Wilsdruff an Intrigen abgelaufen sei, könnten Hofmann und die anderen nun Ausgetretenen nicht länger mittragen. Danach sei auch eine Aufarbeitung der Ereignisse parteiintern verhindert worden. "Insbesondere Denise Wendt hat alles verweigert", sagt Hofmann. Sie ist sowohl stellvertretende Bundes- als auch Landesvorsitzende. Wendt wird vom Bundesverband unterstützt. Große trat bereits im November aus der Partei aus, wie auch der Altenberger Bürgermeister Thomas Kirsten.

Drei Landkreise betroffen

Auf der Homepage der Freien Wähler Sachsen sind neben dem Kreisverband Sächsische-Schweiz-Osterzgebirge auch die des Vogtlands und von Mittelsachsen verschwunden. Auch dort gab es eine folgenreiche Austrittswelle.

Hofmann ist auch deshalb enttäuscht, weil er sich seit dem Wahlkampf zur Landtagswahl 2019 stark in der Öffentlichkeitsarbeit engagiert hat. "Ich habe das Freie Wähler TV in Sachsen gegründet und viele Stunden ehrenamtlicher Arbeit in die Partei gesteckt. Die Resonanz ist erheblich gestiegen", sagt Hofmann. Nur parteiintern wurde das kaum gewürdigt.

Freie Wähler in Kommunen arbeiten autonom

Einem kommunalen Verein der Freien Wähler will er sich nicht anschließen. "Ich ziehe mich komplett aus der Politik zurück", sagt er. Als hauptberuflicher Entertainer habe er genug damit zu tun, seine Firma durch die Corona-Krise zu bringen.

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Auf die Arbeit der Freien Wähler in den Kommunen hat die Auflösung des Kreisverbands aber keine Auswirkungen. Die Parteistruktur der Freien Wähler läuft völlig unabhängig. Die Freien Wähler im hiesigen Kreistag sind beispielsweise als Verein organisiert.

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