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Schwarzer BMW: Das Rätsel ist gelöst

Wochenlang blockierte ein Auto eine Kreuzung im Pirnaer Ortsteil Bonnewitz. Nun hat der Eigentümer es abgeholt. Einfach war das nicht.

Gestrandeter BMW in Bonnewitz: Gerade noch rechtzeitig vom Halter abgeholt.
Gestrandeter BMW in Bonnewitz: Gerade noch rechtzeitig vom Halter abgeholt. © Daniel Schäfer

Vor einiger Zeit wollte Maik Zichner seine Schwester zu einer Geburtstagsfeier fahren, zunächst ging alles gut, doch dann machte das Auto Probleme, eine Warnlampe im Cockpit blinkte auf. 

Offensichtlich war die Lichtmaschine dahin, mit Batteriestrom schaffte es Zichner gerade gerade noch so von der Ortsumgehung S 177 in den Pirnaer Ortsteil Bonnewitz, dann war vorläufig Schluss. Der schwarze Siebener-BMW, Baujahr 2002, gab keinen Mucks mehr von sich. "Alles hat gestreikt", sagt Zichner. 

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Zwangläufig ließ er seinen geliebten Wagen in Bonnewitz stehen, natürlich wollte er ihn wieder nach Hause ins Dresdner Umland holen, doch so einfach war das nicht. 

Mehrere Strafzettel am Auto

Bald darauf störten sich Bonnewitzer Anwohner an dem Wagen, vor allem, weil er teilweise die Kreuzung Dorfstraße/Am Bonnewitzer Rundling im Ort blockierte, der BMW stand halb auf dem Randstreifen, halb auf der Straße. Die Einwohner ärgerte, dass das Auto den Verkehr an diesem Knotenpunkt, den auch Busse und Lieferverkehr passieren, behinderte. Bei Gegenverkehr, so schilderte es eine Frau aus Bonnewitz, müsse nun immer ein Auto warten, weil zwei nicht mehr gleichzeitig an dem Hindernis vorbeipassen.

Nachdem sich wochenlang nichts tat, kontaktierten Anwohner das Pirnaer Ordnungsamt, das sich nun mit dem Fall beschäftigte. Der Halter war rasch ermittelt, er stammte nicht aus Pirna, und ein Abgleich mit der Polizei ergab, dass nach dem Wagen zumindest nicht gefahndet wird. 

Die Ordnungshüter hefteten mehrere Strafzettel an das Auto, weil man an dieser Stelle nicht parken darf. Auch forderte die Behörde den Halter auf, den BMW abzuholen, andernfalls werde das Auto möglicherweise abgeschleppt - auf Kosten des Halters. Weil aber an der Stelle, wo der Wagen stand, keine Gefahr in Verzug war, konnte die Stadt nicht so ohne Weiteres einschreiten und das Auto abtransportieren. 

Umparken schlägt fehl

Obwohl Zichner ein ganzes Stück von Bonnewitz entfernt wohnt, sah er ab und zu nach dem Wagen, er nahm die Strafzettel mit und legte einen Zettel aufs Armaturenbrett mit der Notiz, dass der Wagen defekt sei. Zu seinem Unglück rutschte der Zettel später runter, Zichner legte einen neuen Zettel nach. Er versuchte auch, den BMW in Bonnewitz umzuparken, an einen günstigeren Standort, doch mit defekter Lichtmaschine und leerer Batterie ließ sich das Auto beim besten Willen nicht bewegen. 

Fest stand für ihn aber: Das Auto muss dort weg, wieder nach Hause, aber das Unterfangen erwies sich als kompliziert. 

Abschleppen ließ sich das Gefährt nicht, der BMW hat ein Automatik-Getriebe, eher ungünstig, um ihn ans Seil oder die Stange zu nehmen. Werden Automatik-Autos im falschen Gang oder über weite Strecken abgeschleppt, kann schnell mal das Getriebe oder die Antriebswelle kaputt gehen. 

Der Wagen musste wohl oder über aufgeladen werden. Aber wie?

Lichtmaschine wechseln, dann läuft er wieder

Der BMW ist schwer, er wiegt 2,4 Tonnen, einen Autoanhänger mit einer solchen Last darf nicht jeder bewegen. Zwar fand sich nach einiger Suche ein Fahrer mit dem passenden Führerschein, dann aber mangelte es an einem zugstarken Pkw. 

Ein Anruf beim ADAC brachte Zichner auch nicht weiter, weil der Wagen so schwer und tiefergelegt ist und auch die Batterie leer war, hätten die gelben Helfer nach Zichners Aussage den Wagen nicht mitnehmen wollen. 

Hilfe nahte letztendlich in Gestalt eines Verwandten, der in einem Autohaus arbeitet. Er hatte sowohl den passenden Anhänger als auch die passende Zugmaschine parat. Am Donnerstagmorgen schritten Zichner und sein Helfer zur Tat - gerade noch rechtzeitig.

Am BMW haftete schon ein Zettel des Pirnaer Ordnungsamtes, dass der Wagen an diesem Tag abgeschleppt werden soll. "Das war sozusagen eine Punktlandung", sagt Zichner. 

Mithilfe eines Bonnewitzer Dachdeckers, der einige Gerüstbohlen bereitstellte, gelang es schließlich, den BMW auf den Anhänger zu bugsieren. "Das war eine schwere Geburt", sagt der Eigentümer.

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Inzwischen steht das Auto wieder daheim, Zichner ist froh, sein Schätzchen wieder bei sich zu haben. Er will jetzt die Lichtmaschine wechseln und die Batterie aufladen, dann ist der 18 Jahre alte Wagen hoffentlich wieder flott.

Der BMW , sagt Zichner, sei sein Traumwagen. Er soll möglichst noch viele Jahre laufen. 

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