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So teuer ist Wohnen in Pirna

Mieten und Wohneigentum sind im Vergleich zu Dresden noch immer erschwinglich. Doch die Preise steigen zunehmend. Ein Überblick.

Blick auf Pirna: In der Stadt ist nach wie vor ein sozial verträgliches Wohnen möglich.
Blick auf Pirna: In der Stadt ist nach wie vor ein sozial verträgliches Wohnen möglich. © Daniel Schäfer

Der Negativtrend ist seit einiger Zeit gestoppt, inzwischen hat er sich zum Positiven gewandelt. Während Pirna in den zurückliegenden Jahrzehnten stetig Einwohner verlor, gewinnt die Stadt seit einigen Jahren wieder Bewohner hinzu. Wächst die Zahl weiter wie bisher, könnten es in den kommenden Jahren wieder über 40.000 Einwohner sein.

Der Zuwachs liegt zum einen daran, dass die Geburtenzahlen steigen, zum anderen profitiert Pirna vom Zuzug aus dem Umland, vor allem aus Dresden.

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Die Stadt punktet dabei mit einem grünen Umfeld, einem weitgehend intakten Straßennetz und vor allem mit einer guten sozialen Infrastruktur in Form von Kindertagesstätten, Schulen und Schulhorten.

Eine entscheidende Rolle spielt zudem, dass die Mieten und Preise für Wohneigentum - speziell im Vergleich zu Dresden - noch erschwinglich sind. Gleichwohl ziehen die Preise auch hier weiter an.

Dresdner Umland wird immer attraktiver

Das ergibt sich aus dem aktuellen Wohnmarktbericht, den die Ostsächsische Sparkasse Dresden (OSD) jetzt vorgelegt hat. Aus dem Papier lassen sich einige grundsätzliche Tendenzen herauslesen.

So sei nach Aussage der OSD bei vielen der Wunsch nach den eigenen vier Wänden ungebrochen hoch. Dresden und sein Umland seien für viele Menschen attraktive Standorte. Das belegen auch die Zahlen: Allein im vergangenen Jahr lagen die Neuzusagen der OSD für Baufinanzierungen bei 520 Millionen Euro - ein Plus von 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Für das laufende Jahr erwartet das Kreditinstitut noch einmal eine Steigerung um 30 Prozent.

Der Bericht sagt auch: Egal, ob junge Leute, Familien oder Rückkehrer aus den alten Bundesländern - verstärkt suchen sie nach einer preisgünstigeren Alternative jenseits der Landeshauptstadt. "Viele unserer Kunden entscheiden sich aktiv für eine Immobilie im Dresdner Umland. Schon länger beobachten wir, dass das Umland immer attraktiver wird", sagt OSD-Immobilienexperte Thomas Stein.

Und noch etwas zeichnet sich ab: Die Preise für Immobilien bewegen sich unverändert in einem Aufwärtstrend. Laut der OSD seien allein seit Veröffentlichung des Wohnmarktberichtes 2019 die Kaufpreise für Häuser um 5,4 Prozent, für Wohnungen um 6,8 Prozent gestiegen.

Aber wie teuer ist es konkret in Pirna? Sächsische.de gibt anhand des aktuellen Wohnmarktberichtes einen Überblick.

Wie berechnen sich die Preise?

Die OSD gibt in jedem Jahr einen Wohnmarktbericht heraus. Erstellt wird der vom Institut "iib Dr. Hellenbach", ein unabhängiges Analysehaus mit über 25 Jahren Erfahrung im Immobilienmarkt.

Das iib-Institut erfasst täglich die Preise von rund 350.000 Immobilienangeboten auf allen relevanten Immobilienportalen. Die Werte werden so bereinigt, dass sie tatsächlich gezahlten Summen entsprechen.

Sämtliche Preisangaben beziehen sich auf Bestandsimmobilien, also Objekte, die älter als drei Jahre sind. Als Datenbasis dienen Inserate der vergangenen 24 Monate, Stichtag für die aktuelle Auswertung war der 1. Juli 2020. Untersucht wurden die Städte Dresden, Hoyerswerda, Kamenz, Radeberg, Freital und Pirna.

Wie teuer sind die Eigenheime in Pirna?

In den vergangenen 24 Monaten wurden im Marktgebiet der OSD rund 5.300 Bestandshäuser zum Kauf angeboten, wobei Dresden, Freital und Pirna mit zusammen allein 3.026 Angeboten den größten Anteil stellen.

In Pirna kostet ein Eigenheim laut des OSD-Berichtes durchschnittlich 317.400 Euro, in Dresden sind es im Schnitt 477.500 Euro, in Kamenz 231.000 Euro, in Radeberg 300.000 Euro, in Freital 340.000 Euro.

Für Pirna errechnet sich so ein durchschnittlicher Quadratmeterpreis für Eigenheime von 1.920 Euro.

Errechnet wurden die Preise in Pirna aus einer Angebotsspanne von 149.250 bis 513.000 Euro. In der Spanne bewegen sich auch überwiegend die Häuser, die derzeit auf Immobilienportalen im Internet angeboten werden.

Wie teuer sind Eigentumswohnungen?

Im vorliegenden Marktgebiet wurden in den vergangenen 24 Monaten etwa 21.700 Bestandswohnungen zum Kauf angeboten. Hier zeigt sich ein sehr differenziertes Bild.

In Pirna beispielsweise kostet eine Eigentumswohnung laut des Berichtes im Schnitt 1.570 Euro je Quadratmeter, in Freital sind es 1.440 Euro, in Radeberg 1.420 Euro, in Hoyerswerda 990 Euro, in Kamenz 860 Euro, in Dresden hingegen 2.505 Euro pro Quadratmeter. Aus dem Bericht ergibt sich auch: Je besser Lage, Ausstattung und Zustand sind, desto teurer sind die Wohnungen.

Während sich der Wohnmarktbericht auf Bestandswohnungen der vergangenen 24 Monate bezieht, ist in Pirna derzeit bei sanierten oder neu gebauten Wohnungen ein deutlicher Anstieg zu erkennen. So kosten die Wohnungen im Wohnpark "Sandsteingärten", der derzeit in der Pirnaer Innenstadt entsteht, etwa 3.400 Euro pro Quadratmeter. Im fast fertig sanierten "Palazzo die Finanzia" am Tischerplatz lagen die Quadratmeterpreise über 4.000 Euro, ebenso wie bei den beiden sanierten Häuser 13 und 14 im Schlosspark Sonnenstein, die früher zur Heil- und Pflegeanstalt Pirna-Sonnenstein gehörten. Auch bei den geplanten Mehrfamilienhäusern im neuen Baugebiet an der Hohen Straße hinterm Hanno liegt der Quadratmeterpreis bei etwa 4.000 Euro.

Wie hoch sind die Mieten in Pirna?

Im gesamten Marktgebiet der OSD wurden in den vergangenen 24 Monaten rund 152.700 Wohnungen zur Miete angeboten.

Laut des Berichtes kostet die Kaltmiete in Pirna im Durchschnitt 6,10 Euro je Quadratmeter, errechnet sich aus einer Spanne von 4,50 bis neun Euro.

Die vergleichbaren Durchschnitts-Kaltmieten liegen in Freital bei 6,40 Euro, in Radeberg bei 6,20 Euro, in Kamenz bei 5,70 Euro, in Hoyerswerda bei 5,30 Euro, in Dresden hingegen bei acht Euro je Quadratmeter. Auch in Pirna sind diese Preise abhängig von Lage, Ausstattung und Zustand der Wohnung.

Grundsätzlich lassen sich in Pirna Mietwohnungen aller Preisklassen finden, wenngleich auch im Mietwohnungsmarkt die Preise anziehen. Vor allem frisch sanierte oder neu gebaute Wohnungen liegen deutlich über dem Durchschnittspreis von 6,10 Euro.

Im dem vor geraumer Zeit fertig sanierten Strömungsmaschinen-Verwaltungsgebäude auf dem Sonnenstein lag die Kaltmiete beim Erstbezug bei über sieben Euro je Quadratmeter, in der sanierten Fensterfabrik "Hengst" an der Gorkistraße kostet die Kaltmiete etwa 8,50 Euro je Quadratmeter, im "Palazzo die Finanzia" beginnt die Kaltmiete ab zehn Euro je Quadratmeter.

Die Aussagen des OSD-Berichtes decken sich weitgehend mit dem Pirnaer Mietspiegel von 2018. Hier liegt der ortsübliche Basismietwert bei 5,91 Euro je Quadratmeter.

Der Mietspiegel zeigt aber auch: im Gegensatz zu seinem Vorgänger aus dem Jahr 2014 ist eine Verschiebung der Mieten hin zu Mietkosten von über 5,50 Euro je Quadratmeter festzustellen. Gleichwohl sei in Pirna nach wie vor ein sozial verträgliches Wohnen möglich. Immerhin reichlich 25 Prozent der erfassten Mietänderungen im Zeitraum von 2014 bis 2018 bewegten sich in einem Bereich von unter fünf Euro je Quadratmeter.

Der komplette Wohnmarktbericht ist ab Ende November in allen OSD-Filialen erhältlich.

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