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Wie Pirnas Ex-Stadtmarketingchef neu Fuß fasst

Robert Böhme hat im vergangenen Herbst das Pirnaer Rathaus in Richtung Hoyerswerda verlassen. In seiner Heimatstadt setzt er schon Akzente.

Von Mirko Kolodziej
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Robert Böhmes neuer Arbeitsplatz findet man in der ersten Etage des Rathauses am Markt in Hoyerswerda.
Robert Böhmes neuer Arbeitsplatz findet man in der ersten Etage des Rathauses am Markt in Hoyerswerda. © Mirko Kolodziej

Als im Herbst vorigen Jahres in Pirna bekannt wurde, dass Robert Böhme das dortige Rathaus verlassen wird, hieß es in der SZ: „Pirnas kreativer Stadtmarketing-Kopf geht“. Die Liste all dessen, was Böhme seit 2016 in der Elbestadt an der Elbe angeschoben hatte war lang: ein Mitmach-Wimmelbild, ein „digitales Schaufenster“, die Kampagne „Kauf in Pirna“, eine für Kinder im Internet bloggende Kunstfigur namens Pine, den ersten Pirna-Podcast, nicht zuletzt ein Pirna-Logo. Seine Ideen heimsten Preise ein. So im November, Böhme war schon weg: Pirna gewann 28.000 Euro im Wettbewerb „Ab in die Mitte“.

Dieser Robert Böhme stand vorige Woche in Hoyerswerda auf der Grünfläche zwischen Süd- und Külzstraße, wo die Stadt am dortigen Plakat-Standort ihre Kampagne „#MiteinanderfürHoy“ vorstellte. „Die hat Robert Böhme maßgeblich erarbeitet“, stellte Oberbürgermeister Torsten Ruban-Zeh (SPD) seinen neuen Mitarbeiter vor. Denn Böhme ist seit November im Rathaus seiner Geburtsstadt Hoyerswerda tätig. Der 38-Jährige hat hier zunächst die Lindenschule im WK III besucht, später das damalige Konrad-Zuse-Gymnasium im WK I. Nach einem Umzug seiner Familie nach Wiednitz legte er sein Abitur am Kamenzer Lessing-Gymnasium ab. Böhme absolvierte eine Ausbildung als Mediengestalter und studierte dann an der TU in Dresden Kommunikation sowie Politik.

Robert Böhme hat bisher für zwei Städte getrommelt, nämlich zunächst für Eberswalde und dann für Pirna. Hoyerswerda, sagt er, habe er jedoch immer im Auge behalten: „Ich habe es verfolgt, aber nicht daran gedacht, hierher zurückzukehren.“ Doch dann mussten einerseits Böhme, seine Frau und die beiden Kinder unmittelbar in die Nähe der Familie. Andererseits brauchte Hoyerswerdas Rathaus jemanden, der den vom anstehenden Kohle-Aus intensivierten Strukturwandel und verschiedene, von der Stadt in diesem Zusammenhang geplante Projekte gut kommunizieren kann; verkaufen, wenn man so will.

„Es hat irgendwie gepasst“, meint der 38-Jährige, der sich offenbar mit Feuereifer in die Arbeit gestürzt hat. Das betrifft nicht nur „#MiteinanderfürHoy“. Gerade fertig geworden ist eine Kommunikationsstrategie zum Strukturwandel. Man werde, kündigte der Oberbürgermeister an, in Bälde die ersten Auswirkungen zu sehen bekommen. Böhme arbeitet in diesem Zusammenhang auch an der neuen Hoyerswerda-Information mit, einer Art elektronisch gestützter Info-Stelle, die schon längere Zeit für den Rathaus-Lichthof angekündigt ist. Bis zum Frühjahr, sagt Böhme, solle sie fertig sein. Seine Kolleginnen und Kollegen in der Verwaltung lobt er sehr: „Es ist nicht nur so dahingesagt, dass unser Ziel ist, die Stadt voranzubringen.“ Er hat sich auch sonst schnell eingelebt. Die Sächsische Schweiz sei natürlich toll, aber die Landschaft hier doch eher Heimat. „Ich mag es eher flach“, fasst der nunmehrige Stadtmarketing-Kopf von Hoyerswerda das ziemlich griffig zusammen. (mit SZ)