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Wird das Herder-Gymnasium erweitert?

Die Pirnaer Bildungsstätte muss in den nächsten Jahren noch mehr Schüler aufnehmen. Die Stadt prüft jetzt, wie das funktionieren kann.

Herder-Gymnasium in Pirna: In naher Zukunft droht akute Platznot.
Herder-Gymnasium in Pirna: In naher Zukunft droht akute Platznot. © Archiv: Daniel Förster

Das Herder-Gymnasium im Pirnaer Stadtteil Copitz war früher einmal ein typischer DDR-Schulbau, zwei Längsflügel, drei Querverbinder. Die Stadt ließ die Bildungsstätte später erweitern, ein Neubau kam hinzu, ebenso die Herderhalle, Sporthalle und Mehrzweckhalle gleichermaßen.

Begehrt bei potenziellen Gymnasiasten war die Bildungsstätte schon immer, regelmäßig melden sich an der Schule mehr Fünftklässler an, als es Plätze gibt. Das ist längst ein Dauerzustand, erst recht seit jener Zeit, seit es in Pirna statt drei nur noch zwei Gymnasien gibt.

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Schüler lernen zeitweise im Container

Richtig akut wurde die Platznot mit dem Schuljahr 2014/15. Die Schule musste zeitweise fünf Parallelklassen aufnehmen, wofür das Herder-Gymnasium aber gar nicht ausgelegt war.

So schuf die Stadt vorübergehend eine Notlösung. Ab dem Schuljahr 2014/15 ließ das Rathaus im südöstlichen Bereich des Gymnasiums Container aufstellen, um den vorübergehend gravierenden Platzmangel zu lindern. Abgestimmt mit der Schulleitung umfasste die Interims-Anlage sechs komplett eingerichtete Klassenräume, dazu ein Fachkabinett Physik mit Vorbereitungsraum, ein Fachkabinett Kunst sowie Sanitäranlagen, Garderoben und Nebenräume.

Pirna mietete die Container für drei Jahre, Aufbau und Miete summierten sich auf insgesamt 950.000 Euro. Ausgestattet waren die Container mit Möbeln aus dem Pirnaer Schulbestand.

Inzwischen ist die Interims-Lösung längst Geschichte. 2017 ließ Pirna die Container ans Schiller-Gymnasium umsetzen. Dort bleiben sie nun so lange stehen, bis der Anbau am Schiller-Gymnasium fertig ist. Am Herder-Gymnasium wurden sie nicht mehr benötigt.

Kapazität ist nahezu erschöpft

Doch gleichwohl ist das Problem Platzmangel an der Copitzer Bildungsstätte damit nicht aus der Welt. Derzeit lernen in dem Haus rund 900 Schüler, die Kapazitäten sind nahezu erschöpft. Und die Lage könnte sich in nicht allzu ferner Zukunft noch einmal zuspitzen.

Ab den Jahren 2022 und 2023, so die Prognosen, werden die Schülerzahlen noch einmal steigen. Damit bräuchte dann auch das Herder-Gymnasium mehr Platz. Daher steht nun die Frage im Raum: Muss die Bildungsstätte erneut erweitert werden? Und wenn ja, in welchem Umfang? Und ist noch eine weitere Turnhalle nötig?

Es fehlen fast 2.000 Quadratmeter

Im Investitionsplan der Stadt für die Jahre 2021 bis 2025 ist eine Erweiterung des Herder-Gymnasiums - hier die Variante ohne zusätzliche Turnhalle - mit einer hohen Priorität eingestuft. Für das Projekt sind rund neun Millionen Euro veranschlagt.

Bei der Debatte des Pirnaer Stadtrates zum Investitionsplan im September erkundigte sich die Fraktion "Bündnis 90/Die Grünen/SPD", wie diese Kosten zustande kommen und warum die Zeichen in Richtung Schulerweiterung stehen.

Nach Aussage der Stadt basiert die Entscheidung auf den Schülerzahlprognosen für die kommenden Jahre. Davon ausgehend sei für das Herder-Gymnasium ein räumlicher Fehlbedarf von 1.900 Quadratmeter reiner Nutzfläche festgestellt worden. Diese Fläche, multipliziert mit den Referenzkosten für Gymnasium-Erweiterungen, ergebe den hohen Betrag.

Da es sich um eine kommunale Pflichtaufgabe handelt, Schulplätze bereitzustellen, hatte die Stadt vorsorglich entsprechende Kostenansätze für die Haushaltsdebatte in den Investitionsplan eingestellt.

Wird es Fördermittel geben?

Doch ob und in welcher Form die Erweiterung kommt, ist noch unklar. Nach Aussage des Rathauses ermittelt die Stadt derzeit den aktuellen und prognostizierten Flächenbedarf im Detail. Im kommenden Doppelhaushalt für 2021/22 ist zudem Geld für eine Untersuchung vorgesehen, die im Ergebnis organisatorische oder bauliche Veränderungen am Herder-Gymnasium vorschlagen soll.

Wie sich das dann finanziell auswirkt, müsse laut der Stadt dann in den folgenden Haushaltsjahren berücksichtigt werden - genauso wie der Umstand, welche Fördermöglichkeiten es dann gibt.

Nach Auskunft des Rathauses werde die Fortschreibung des Teilschulnetzplanes für die allgemeinbildenden Schulen vom Landkreis erst im Jahr 2021 abgeschlossen. Der darauf folgende Bescheid des sächsischen Kultusministeriums sei dann wiederum Voraussetzung für jegliche Förderung.

Demzufolge sollen die Ergebnisse dieses Prozesses als Grundlage für die Planungen dienen. Im Jahr 2022 könnte mit den geplanten Mitteln die erforderliche Vorplanung für das Herder-Gymnasium veranlasst werden.

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