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Motivation für die Unternehmer aus SOE

Der 15. Wirtschaftstag des Landkreises schaut auf eine Zukunft, die nie mehr sein wird wie vor Corona und die auch Pausen von der Digitalisierung braucht.

Persönlichkeitstrainer Steffen Kirchner in Pirna. "Misserfolg ist nicht das Gegenteil von Erfolg, sondern ein Teil davon."
Persönlichkeitstrainer Steffen Kirchner in Pirna. "Misserfolg ist nicht das Gegenteil von Erfolg, sondern ein Teil davon." © Daniel Schäfer

Was brauchen Unternehmer im Landkreis, die mit Unterbrechungen anderthalb Corona-Jahre hinter sich haben? Eine Zeit, in der viele um die Existenz ihrer Firma und um ihre Mitarbeiter gebangt haben. Ein positiver Ausblick wäre schon mal gut, doch das ist bekanntermaßen nicht ohne, oder wie es Landrat Michael Geisler (CDU) zum 15. Wirtschaftstag des Landkreises im BSZ Pirna mit einem Bonmot formulierte: "Prognosen sind immer schwierig, vor allem, wenn es um die Zukunft geht."

Dafür holte er, unterstützt von Sponsoren wie Sparkasse, Enso und AOK, zwei Referenten nach Pirna, um die versammelten rund 170 Firmenlenker zu motivieren und ein paar praktische Tipps zu geben, wie man "aus seiner Ecke wieder hochkommt", wie der Landrat sagte. Denn Corona hat vieles nicht nur für eine bestimmte Zeit durcheinandergewirbelt. Corona sei vielmehr ein Katalysator, der Prozesse beschleunigt. Wer heute nicht die richtigen Schlüsse zieht und handelt, für den könnte es morgen schon zu spät sein.

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So werden aus Ideen Geschäfte

Wie also die Herausforderungen annehmen und Ideen oder Geschäftsmodelle finden, die in Zukunft tragen? Die Unternehmensberaterin Anke Meyer-Grashorn aus dem Allgäu riet den Zuhörern in ihrem Vortrag, sich zunächst einmal Grundsätzliches bewusst zu machen: "Wenn ich weiß, in Zukunft wird nichts mehr wie vorher, dann ist es einfacher zu akzeptieren: Bisherige Geschäftsmodelle funktionieren nicht." Der Weg zu neuen führt über Ideen - die aber keineswegs nur geniale Geistesblitze sind, die einen zwischen Tür und Angel ereilen. Vielmehr müsse jeder Unternehmer planmäßig und strukturiert herangehen: "Denn Ideen können produziert werden."

Brainstorming kennt jeder. Doch Kreativitätstechniken gibt es noch unzählige weitere, die Anke Meyer-Grashorn in ihrem Referat zumindest dem Namen nach erwähnte: So etwa die Methode 635, bei dem in einer Gruppe ein Teilnehmer nach dem anderen die Ideen seines Vorgängers weiterentwickelt und dann reihum weitergibt. Oder die Osborn Checkliste, mit der bereits vorhandene Produkte spielerisch-experimentell verbessert werden. Und auch die Walt-Disney-Methode mit ihren Rollenspielen, um eine Fragestellung aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten.

Kreativität ist nicht immer digital

Im Zweifel würde all das mit den Corona-Erfahrungen im Rücken auch online gehen, doch da ließ die Referentin Skepsis durchblicken. Sie zitierte den Spruch eines Gehirnforschers: "Kreativität findet in einem Radius von 50 Metern statt." Dazu gehöre auch, dass Menschen zusammenkommen und gemeinsam spinnen. Am besten sollte die Ideenfindung gut inszeniert werden. Als Beispiel dafür nannte Meyer-Grashorn eine Kampagne mit der Losung "Beer for idea". Jeder, der mit einer Idee zum Chef kam, wurde mit einem Bier belohnt. Zumindest hört sich das peppiger an als der graue Briefkasten für Verbesserungsvorschläge. Schließlich sei es wichtig, aus den Ideen Bilder zu machen - immer noch die eingängigste Form, die Marschrichtung vorzugeben, und dann mutig auf Expedition zu gehen.

Dass dabei Rückschläge nicht nur vorkommen können, sondern sogar zwangsläufig sind, war eine Erkenntnis aus dem Vortrag des Persönlichkeitstrainers Steffen Kirchner aus Niederbayern, der in der Vergangenheit unter anderem Sportler von Union Berlin betreut hatte. Misserfolg, so Kirchner, sei nicht das Gegenteil von Erfolg - vielmehr ein Teil davon. Das Gegenteil von Erfolg sei etwas anderes, nämlich Passivität. Auch er bemühte das Bild, nach dem in Zukunft nichts einfacher oder weniger stressig sein wird - man kann aber lernen, mit der Belastung umzugehen.

Abschalten und die ein oder andere Runde zum Spinnen von Ideen gab es dann im Anschluss an der Bar und am Buffet. Ohne diesen persönlichen Austausch vom Unternehmer zum Unternehmer wäre der jährliche Wirtschaftstag undenkbar.

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