merken
PLUS Pirna

Pirna: Neue Firma legt Grundstein

Der Europaletten-Hersteller "Palosa" zieht von Kreischa an die Elbe. Der Produktionsstart ist für Ende dieses Jahres geplant.

Grundsteinlegung für die neue Produktionsstätte: Palosa-Inhaber Thomas Müller, SEP-Geschäftsführer Christian Flörke und Goldbeck-Niederlassungsleiter Jörg Bechmann (v.l.).
Grundsteinlegung für die neue Produktionsstätte: Palosa-Inhaber Thomas Müller, SEP-Geschäftsführer Christian Flörke und Goldbeck-Niederlassungsleiter Jörg Bechmann (v.l.). © Daniel Schäfer

Offiziell war der Termin anberaumt worden, um den Grundstein für eine neue Produktionsstätte zu legen. Beinahe hätten die geladenen Gäste zugleich schon das Richtfest feiern können, so fortgeschritten ist der Bau inzwischen.

Hohe Betonstützen ragen gen Himmel, Fachleute bugsieren mithilfe eines Kranes bereits die langen Träger auf die Dachkonstruktion. Das Gebäude wächst im Eiltempo.

Anzeige
Hier geht's beruflich nach oben
Hier geht's beruflich nach oben

Die Neustädter Berggasthöfe suchen ab sofort Restaurantfachmann/-frau und Koch/-in.

Auf einem 8.500 Quadratmeter großen Grundstück im Pirnaer Gewerbepark "An der Elbe", direkt gegenüber dem Einrichtungshaus Möbel Graf, errichtet die Firma Goldbeck Ost GmbH eine neue Gewerbehalle mit einer Grundfläche von 2.000 Quadratmetern.

Goldbeck ist darauf spezialisiert, Gebäude aus vorgefertigten Fertigteilen zu bauen, beispielsweise entstand in Pirna auf diese Weise der Hort "Die Schlaufüchse" in Copitz - in gerade einmal fünf Monaten. "Das ist ein bisschen so, als würde man mit Lego-Steinen bauen", sagt Jörg Bechmann, Niederlassungsleiter der Goldbeck Ost GmbH in Klipphausen.

Mit dieser Methode geht es wesentlich flotter voran als bei herkömmlichen Bauweisen, die neue Halle im Pirnaer Gewerbegebiet soll bereits Mitte September fertig sein.

Der Bedarf an Europaletten steigt stetig

Die neue Produktionsstätte wird Sitz der Firma Palosa Paletten Logistik Sachsen GmbH & Co. KG. Das Unternehmen, bisher beheimatet in Kreischa, stellt Euro- und Lieferpaletten in verschiedenen Größen her. Und - als einer der ganz wenigen Betriebe überhaupt - repariert Palosa diese Paletten auch, damit sie wieder einsatztauglich sind.

Aufgrund des rasant wachsenden Online-Geschäfts, aber auch wegen der immer mehr werdenden globalen Liefer- und Transportketten ist der Bedarf an diesen Warenträgern inzwischen gewaltig. "Die Nachfrage nach den Paletten steigt stetig, zudem werden die Kundenwünsche spezieller", sagt Palosa-Inhaber Thomas Müller.

Wegen der enormen Zuwachsraten ist die Firma mit ihrem Produktionsvolumen am derzeitigen Standort Kreischa längst an ihre Grenzen gestoßen. Den Betrieb dort zu erweitern, sei unmöglich.

Palosa schafft neue Arbeitsplätze in Pirna

Daher entschied Müller 2016, etwas Größeres aufzuziehen. "Ich bin immer noch erstaunt, dass es jetzt so groß geworden ist", sagt er. Palosa beschäftigt zurzeit vier Mitarbeiter, nach dem Wechsel nach Pirna werden es dann anfänglich zwölf sein - mit Luft nach oben.

Von den ersten Expansionsplänen bis hin zum Standort Pirna war es ein langer Weg. Gelungen ist er dank eines wirtschaftsfördernden Partners: der Stadtentwicklungsgesellschaft Pirna (SEP). Die neue Produktionsstätte entspringt einer Kooperation zwischen Palosa und dem städtischen Tochterunternehmen, das damit zugleich ein spezielles und von ihm favorisiertes Projekt realisiert.

Dieses Modell funktioniert wie folgt: Das 8.500 Quadratmeter große Grundstück im Gewerbepark gehört der SEP, es bleibt auch weiterhin ihr Eigentum. Sie lässt die Halle samt Bürotrakt errichten und vermietet anschließend alles an Palosa.

Die SEP investiert reichlich zwei Millionen Euro in das Vorhaben. Finanziell gefördert wird es vom Freistaat Sachsen, das Land zahlt einen Zuschuss aus dem Programm "Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur" (GAW). "Ohne die SEP", sagt Müller, "hätte sich das Projekt nicht umsetzen lassen."

Gerade erst begonnen, inzwischen schon weit fortgeschritten: Im Pirnaer Gewerbepark "An der Elbe" gegenüber von Möbel Graf entsteht bis Mitte September eine 2.000 Quadratmeter große Gewerbehalle.
Gerade erst begonnen, inzwischen schon weit fortgeschritten: Im Pirnaer Gewerbepark "An der Elbe" gegenüber von Möbel Graf entsteht bis Mitte September eine 2.000 Quadratmeter große Gewerbehalle. © Daniel Schäfer

Die SEP baut in Pirna, die Firmen mieten

Das Gemeinschaftswerk mit Palosa ist nicht das erste Projekt dieser Art, mit dem die SEP Ansiedlungen fördert. In den Jahren 2006/2007 beispielsweise ließ das städtische Tochterunternehmen an der Gebrüder-Lein-Straße eine Halle errichten, die die Firma Adolf Würth bis heute mietet. Würth ist einer der führenden Schrauben- und Dübelhersteller und unterhält in Pirna einen Vertriebsstandort.

In den Jahren 2015/16 baute die SEP auf dem Eckgrundstück Fabrikstraße/Kahrenweg eine Gewerbehalle, die ursprünglich an ortsansässige Betriebe vermietet werden sollte. Dazu kam es allerdings nicht, weil der Landkreis das Objekt vorübergehend als Asylunterkunft benötigte. Seit 2020 ist das Haus nun Domizil des Bildungszentrums Pirna des Bildungswerkes der sächsischen Wirtschaft (BSW). Mit der neuen Halle für Palosa schließt sich für die SEP auch ein Kreis, dessen Anfänge vor 26 Jahren gezirkelt wurden.

Kunstseiden-Flächen an der B172 in Pirna sind revitalisiert

Die städtische Gesellschaft war 1995 gegründet worden, um das Areal des früheren Kunstseidenwerkes entlang der B172 in einen modernen Industriepark umzuwandeln. Daraus entstand das Gewerbegebiet "An der Elbe" zwischen Hugo-Küttner-Straße und den Bahngleisen, quasi der Ursprung der neuen Pirnaer Gewerbegebiete. Ein Großteil der Flächen ist längst bebaut. Auf dem insgesamt 35 Hektar großen Areal haben sich mittlerweile 45 Firmen mit insgesamt 1.400 Mitarbeitern angesiedelt.

Weiterführende Artikel

Bei ihm entstehen neue Jobs in Pirna

Bei ihm entstehen neue Jobs in Pirna

Mit seiner Firma Palosa repariert und produziert Thomas Müller in Kürze Europaletten in Pirna - ein im Osten ziemlich einmaliges Portfolio.

Im letzten Schritt galt es, jene große Fläche zwischen B172, Fabrikstraße und Kahrenweg zu entwickeln. Auch dort ist inzwischen alles verkauft und teilweise schon bebaut. Das einzig noch verbliebene Grundstück auf diesem Gelände behält die SEP und bebaut es jetzt mit der Halle für Palosa. "Dieses Projekt", sagt SEP-Geschäftsführer Christian Flörke, "bildet zugleich den Abschluss der Kunstseiden-Revitalisierung."

Mehr Nachrichten aus Pirna lesen Sie hier.

Den täglichen kostenlosen Newsletter können Sie hier bestellen.

Mehr zum Thema Pirna