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Volksbank Pirna zahlt Dividende

Solides Wachstum ermöglicht die Ausschüttung. Zuvor gab es Drohungen von der Finanzaufsicht Bafin.

Symbolfoto.
Symbolfoto. © Symbolbild/dpa

Fast 10.000 Mitglieder der Volksbank Pirna bekommen jetzt eine Dividende in Höhe von 1,5 Prozent auf ihre Genossenschaftsanteile. Das teilte der Vorstandsvorsitzende Hauke Haensel mit. Damit beträgt die Höhe der Dividende die Hälfte der letzten Zahlung 2019. Da jeder maximal nur 1.800 Euro Genossenschaftsanteile zeichnen kann, beläuft sich die maximale Ausschüttung auf 27 Euro pro Kopf. Die niedrigere Dividende ist eine Folge der Corona-Pandemie - aber nur indirekt.

Denn die Volksbank Pirna präsentiere sich "trotz widriger Marktbedingungen auf starkem Wachstumskurs und belegt dies mit einem erfolgreichen Geschäftsjahr 2019", wie Haensel sagte. Allerdings hatte es seitens der Bundesaufsicht für Finanzdienstleistungen (Bafin) seit Anfang der Krise Druck gegeben. Die Aufseher wollten erreichen, dass die Banken ihr Geld in dieser Situation zusammenhalten und Gewinne nicht ausschütten. Eine Rechtsgrundlage gab es dafür jedoch nicht. Um den Bafin-Bedenken trotzdem Rechnung zu tragen, habe man sich dieses Jahr für die niedrigere Dividende entschieden, heißt es nun bei der Volksbank. Sie wurde bereits von der Vertreterversammlung beschlossen, die zum ersten Mal in der Geschichte des Geldinstitutes in digitaler Form tagte.

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Auch andere Volksbanken beschlossen Ausschüttungen. Die Volksbank Dresden-Bautzen kündigte Anfang November eine Zahlung in Höhe von vier Prozent auf die Genossenschaftsanteile an. Die Volksbank Löbau-Zittau entschied sich Anfang Oktober für drei Prozent.

Volksbank Pirna jetzt eine Milliarde Euro schwer

Trotz Corona, Niedrigzinsen und verschärfter gesetzlicher Vorgaben konnte das Pirnaer Geldhaus 2019 zulegen. Die Summe der Kundeneinlagen wuchs um 32 Millionen Euro auf 471 Millionen Euro. In diesem Jahr kamen bislang 55 Millionen Euro dazu. Die an Privat- und Geschäftskunden ausgereichte Kreditsumme wuchs auf 330 Millionen Euro. Insgesamt stieg damit auch das Bankgeschäftsvolumen. Im vergangenen Jahr knackte die Bank mit 957 Millionen Euro (plus 56 Millionen Euro) noch nicht die Eine-Milliarde-Marke, dieses Jahr war es dann aber soweit. Aktuell werde ein Geschäftsvolumen von 1,1 Milliarden Euro erreicht. Zum Vergleich: Die Ostsächsische Sparkasse Dresden weist eine Bilanzsumme von knapp 13 Milliarden Euro aus. Das operative Ergebnis der Volksbank betrug im vergangenen Jahr 2,35 Millionen Euro, 2018 wurde ein operatives Ergebnis von 2,25 Millionen Euro ausgewiesen. Zum guten Ergebnis haben vergangenes Jahr neben dem wachsenden Volumen immer noch gestiegene Zinsüberschüsse und ein über dem Schnitt liegendes Provisionsergebnis beigetragen.

Krisenwährung Gold besonders gefragt

2016 startete die Volksbank mit dem Verkauf von Edelmetallen, die nun in der Krise besonders gefragt sind. Die Umsätze liegen in diesem Jahr bereits im zweistelligen Millionenbereich. Im vergangenen Jahr wurde für fünf Millionen Euro Gold und Silber verkauft. Die höheren Umsätze liegen nicht nur am größeren Transaktionsvolumen, sondern zu einem erheblichen Teil auch am gestiegenen Goldpreis.

Bald 10.000 Mitglieder bei der Volksbank Pirna

Im Geschäftsjahr 2019 wurden 451 Neukunden begrüßt, so Vorstandschef Hauke Haensel. Damit hatte die Bank zum Jahresende 31.092 Kunden. Auch die Zahl der Mitglieder wuchs, und zwar um rund 230 auf 9.845. "Die Schallmauer von 10.000 Mitgliedern rückt in unmittelbare Nähe", heißt es. Stolz ist die Volksbank darauf, dass sie ihre Geschäftsstellen in diesem Jahr trotz der Corona-Krise zu keiner Zeit geschlossen hat. Bei anderen Banken und der Sparkasse wurden dagegen Filialen zeitweise geschlossen.

Hunderttausende Euro für gemeinnützige Projekte

Als in der Region beheimatete Bank engagiert sich die Volksbank für gemeinnützige Projekte. "Das liegt uns besonders am Herzen", sagt Vorstand Hauke Haensel. 2019 seien 120 gemeinnützige Projekte mit einer Summe im sechsstelligen Bereich gefördert worden. Drei Vereinen kam jetzt der Umstand zugute, dass die Bank die Vertreterversammlung nicht als Präsenzveranstaltung ausrichten konnte. Durch die digitale Tagung sei Geld gespart worden, das man nun an die Ehrenamtlichen weitergebe. So bekommt das Kinder- und Erholungszentrum Sebnitz e.V. (KiEZ) 5.000 Euro, der Heidenauer Singekreis 2.500 Euro und die Pirnaer Herder Musical Company 1.000 Euro.

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