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Platz für 42 000 Hähnchen

In der Mastanlage bei Skäßchen ist gestern ein neuer Stall eröffnet worden.

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Von Udo Lemke

Am 10. September werden 42 000 Küken in der Mastanlage der Familie Steinz bei Skäßchen eintreffen. Gestern wurde der neue Stall für die Tiere eröffnet. Noch ist nur der blanke Betonfußboden zu sehen, die Einstreu kommt erst kurz vor den Hähnchen hinein. Unter der Decke hängen rot-gelbe Futtertöpfe und kleine rote Tränken – alles kann heruntergelassen werden, und wenn der Stall ausgemistet werden soll, wieder unter die Decke gezogen werden. Die Futtertöpfe sind so konstruiert, dass die Tiere nicht ins Futter treten können und immer nur so viel Futter nachrutscht, dass es frisch und sauber bleibt.

Bauherren des neuen 1 800 Quadratmeter großen Stalles sind Doreen und Marco Steinz. „Wir haben für den Stall keine Förderung bekommen, die EU-Töpfe sind leer“, sagt Marco Steinz. Investiert wurden 15 Euro pro Tierplatz – das macht insgesamt 630 000 Euro. Durch den neuen Stall steigt die Zahl der Tiere in der Hähnchenmastanlage auf insgesamt 120 000 Tiere. Dadurch, dass die Ställe zu großen Teilen vollautomatisch betrieben werden, ist das Ehepaar in der Lage, sie allein zu bewirtschaften. „Aber es sollen Mitarbeiter hinzukommen“, sagt Doreen Steinz.

Wenn die Küken kommen, beträgt die Temperatur im neuen Stall 35 ºC, und wenn sie den Stall nach 35 Tagen Mastzeit wieder verlassen, ist sie auf 20 ºC heruntergefahren. Damit würden die optimalen Klimabedingungen für die Tiere gewährleistet, erklärt Marco Steinz.

Dass er in seiner Anlage auf Tiergesundheit setzt, wird auf einem Schild am Hoftor von allerhöchster Stelle bestätigt: „Betrieb der ausgezeichneten Tierhaltung. Landeswettbewerb 2009/2010 Tiergerechte und umweltverträgliche Haltung“ ist da zu lesen. Vergeben wurde der Titel vom sächsischen Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft in Dresden.

Um die Hähnchen in der Mastzeit auf das Schlachtgewicht zu bringen, erhalten sie Futterpeletts, deren Weizenanteil von anfangs 25 auf zuletzt 50 Prozent gesteigert wird. Der Rest in den Pellets ist das sogenannte Ergänzungsfutter, erläutert Klaas Knol. Verkaufsleiter beim Futterhersteller agrifirm. „Der Weizen bringt die Energie für die Tiere, Soja und Raps das Eiweiß, außerdem enthält das Futter unter anderem noch Fette, Mineralstoffe, Öle und Vitamine.“ Rund 80 Betriebe beliefert der Futterhersteller in der Bundesrepublik, darunter 30 in Ostdeutschland. „Außerdem beraten wir die Hähnchenmäster, wie die Tiere am besten gefüttert werden, wie viel Wasser und Einstreu sie haben müssen und wie das Klima sein muss.“

Der neue Stall verfügt über ein effizientes Belüftungs- und Heizungssystem, die Deckenstrahlplatten etwa erlauben bis zu 35 Prozent Energieeinsparung. Auf die Frage, ob die hohe Investitionssumme nicht ein Risiko sei, antwortet Marco Steinz: „Gute Qualität wird immer verkauft.“