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Abitur mit sozialem Profil

Im September startet das Evangelische Schulzentrum ein Gymnasium. Und der Schulverein hat noch weitere Pläne.

Von Felix Hahn

Ein offener Eingangsbereich, der gleichzeitig als Aula genutzt wird. Klassenzimmer, die fast doppelt so groß sind wie die bisherigen und Toiletten, die bunter sind als Klassenräume in anderen Schulen. Am Evangelischen Schulzentrum Pirna laufen die Vorbereitungen für den ersten Jahrgang des Gymnasiums. Mittendrin Hedda Feron, Schulleiterin der Mittelschule, sowie Falk Wenzel, Geschäftsführer des Schulzentrums. Im Laufe der nächsten Jahre soll sich das Gesicht des Schulzentrums weiter verändern. Momentan sind die beiden mit den Anmeldungen für das neugegründete Berufliche Gymnasium beschäftigt, das bald mit einer Klasse starten wird.

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Mit dem Beginn des neuen Schuljahres Anfang September können Schüler hier die allgemeine Hochschulreife erlangen. Die Vision, neben der Grundschule und der Mittelschule auch einen Abitur-Zweig einzurichten, gab es laut Hedda Feron schon lange: „Bei Neueinstellungen haben wir bewusst darauf geachtet, dass wir Gymnasiallehrer einstellen.“ Konkret wurden die Planungen ab dem Sommer 2013 vorangetrieben. Nach dem Abschluss der Formalien können sich die Verantwortlichen nun den angenehmeren Facetten der Planung zuwenden. Es geht um die Auswahl der Sachbücher und die Ausstattung der Zimmer. Dabei wurden auch die neuen Schüler mit einbezogen. „Sie haben die Farbauswahl und Sitzordnung ihres Zimmers selbst bestimmen dürfen. Die Schüler freuen sich schon sehr auf das neue Schuljahr“, so Hedda Feron.

Gemeinsamer Campus als Ziel

Die Besonderheit des Beruflichen Gymnasiums am Evangelischen Schulzentrum ist der Leistungskurs Gesundheit und Soziales. Neben dem Einblick in Gesundheits- und Sozialwissenshaften stehen Kommunikations- und Interaktionsprozesse im Fokus des Leistungskurses. Er soll nahtlos an das Fach Sozialdiakonie der Mittelschule anschließen. Jedoch sollen auch Interessierte von anderen Schulen angelockt werden. Zurzeit haben sich 16 Schüler für den neuen Abitur-Zweig angemeldet. Die Klasse ist für 24 Schüler ausgelegt, somit gibt es noch Spielraum. Schulleiterin Hedda Feron und Geschäftsführer Falk Wenzel sind sich bewusst, dass besonders Mädchen vom neuen Leistungskurs angesprochen werden. „Zurzeit herrscht noch ein Ungleichgewicht bei den Anmeldungen, wenn man das Geschlecht betrachtet. Wir würden gern noch mehr Jungen in unsere Klasse aufnehmen“, sagt Falk Wenzel. Der Schulverein habe sich bewusst dafür entschieden, kein Gymnasium einzurichten, das, wie die staatlichen Schulen, mit der fünften Klasse startet, erläutert Falk Wenzel.

Auch in Zukunft werde das Berufliche Gymnasium mit Klasse elf beginnen. Das, so Wenzel, komme den Schülern entgegen, weil sie bis zur zehnten Klasse gemeinsam lernen und sich an späterer Stelle ihrer Bildungslaufbahn für oder gegen das Abitur entscheiden können: „In der zehnten Klasse hat der Schüler mehr Einfluss auf die Bestimmung seines Bildungsweges. Die Entscheidung in der 4. Klasse wird meistens sehr stark von den Eltern geprägt.“ Allerdings ist das Lernen im Schulzentrum nicht ganz billig. 70 Euro pro Monat sind derzeit für das 1. Kind einer Familie in Grund- und Mittelschule zu bezahlen.

Die Einrichtung des Beruflichen Gymnasiums schließt die schulischen Planungen am Evangelischen Schulzentrum ab. Jetzt muss sich der Schulverein vor allem um ein geeignetes Gebäude kümmern. Mit dem Start des Schuljahres 2017/2018 sollen sich alle Schüler – von den Erstklässlern bis hin zu den angehenden Abiturienten – einen Gebäudekomplex teilen. Derzeit sind die Mittelschüler im Bereich der ehemaligen Kasernen an der Rottwerndorfer Straße untergebracht, die Grundschüler zogen vor zwei Jahren aus Platzmangel in das Gebäude des ehemaligen Schiller-Gymnasiums in der Nicolaistraße.

Falk Wenzel liegt es am Herzen, dass die Planungen für das Großprojekt nicht kurzsichtig betrieben werden. Zusammen mit Hedda Feron lässt er sich von moderner Schulbauliteratur inspirieren. Außerdem besuchten die beiden vor Kurzem eine Schulbaumesse. Ihr Ziel ist es, das Schulzentrum in der Südvorstadt zu konzentrieren. In den nächsten Jahren sollen die Gebäude an der Rottwerndorfer Straße 51 und 52 hergerichtet werden – für einen gemeinsamen Campus.