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Ärger über geschlossenes Service-Büro und kaputten Fahrstuhl

Die DAK hat sich aus Kamenz zurückgezogen. Nicht jeder wusste das. Eine Gersdorferin erlebte mit ihrem Rollstuhl in Pirna eine böse Überraschung.

Von Annett Kschieschan

Jeannine Sunder und ihr Mann sind öfter mit dem Zug unterwegs. Weil die Gersdorferin zum Teil auf den Rollstuhl angewiesen ist, müssen die Ausflüge immer gut geplant werden. „Das tun wir auch. Wir melden uns normalerweise bei der Bahn an, teilen mit, wo wir ein- oder umsteigen wollen“, erzählt Jeannine Sunder. Meist gebe es dann auch eine Rückmeldung. Neulich aber nicht. „Wir waren in Pirna und wollten von dort nach Dresden fahren. Leider ist der Fahrstuhl am Bahnhof außer Betrieb. Ich musste mit meinen Gehhilfen auf den Bahnsteig laufen, mein Mann musste meinen Rollstuhl und unsere Tasche extra tragen“, erzählt Jeannine Sunder. Mehr schlecht als recht kamen die beiden so auf dem richtigen Bahnsteig an. Sunders haben bei der Bahn nachgefragt und gleich zwei unbefriedigende Antworten erhalten. „Es hieß, der Fahrstuhl könne wegen der Hochwasserschäden nicht in Betrieb genommen werden. Noch schlimmer aber war, dass man uns geraten hat, in so einem Fall doch erst Mal von Pirna nach Bad Schandau zu fahren und dann wieder zurück in Richtung Dresden“, so die Gersdorferin. So würde das Paar zwar keinen Fahrstuhl brauchen, aber eben mit der Kirche ums Dorf fahren. „Eigentlich eine Unverschämtheit“, sagt Jeannine Sunder. Sie hofft künftig auf mehr Sensibilität und mehr Engagement in Sachen Barrierefreiheit. Denn reisen will sie auch weiterhin.

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Lothar Knoll aus Kamenz hat ein ganz anderes Problem. Er vermisst die Außenstelle der DAK an der Weststraße. „Ich wollte wie immer dort ein Anliegen vortragen, stand aber vor verschlossener Tür. Auf einem Zettel steht, dass die DAK in Kamenz geschlossen ist und man sich nach Bautzen, Hoyerswerda oder Bischofswerda wenden soll. Das finde ich nicht in Ordnung, schließlich will ich nicht wegen jeder Kleinigkeit fahren müssen“, so Lothar Knoll. Gewusst habe er von der Schließung nichts. Das sollte eigentlich nicht so sein, sagt Andreas Motzko, Leiter des DAK-Servciezentrums in Bautzen. „Unsere Mitglieder wurden über die Schließung in Kamenz informiert und dabei auch gleich auf die Standorte in Bautzen, Bischofswerda und Hoyerswerda verwiesen“, sagt er.

Dass die Kamenzer Außenstelle der Krankenkasse schließen musste, lag demnach vor allem am veränderten Beratungsverhalten der Mitglieder. „Immer mehr Leute kommunizieren auch mit ihrer Krankenkasse per Internet, oder sie rufen an“, weiß er. Das Vor-Ort-Gespräch werde durch die Neuen Medien heute weniger gesucht. „Im Sinne unserer Mitglieder sind wir natürlich auch angehalten, Verwaltungskosten zu sparen. Deswegen wurde entschieden, das Büro in Kamenz zu schließen“, so Andreas Motzko. Die meisten Mitglieder hätten Verständnis, zumal die Kontakte zu den gewohnten Beratern weiter bestehen. „Außerdem kann sich jedes Mitglied in jeder unserer Außenstellen kompetent beraten lassen“, sagt Andreas Motzko.