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Ärger um dreckige Feuerlöschteiche

Die drei Teiche in der Dorfmitte von Waditz sehen grün und schlammig aus, manchmal stinken sie. Geändert wird daran nichts – noch nicht.

© Steffen Unger

Von Kerstin Fiedler

Waditz. Wenn Wolfgang Manitz die Dorfstraße in Waditz entlangläuft, könnte er sich jedes Mal darüber aufregen, dass die drei Feuerlöschteiche derart vor sich hinmodern. Algen wachsen, in einem sieht es aus, als ob ein Damm gebaut wurde. „Ich habe mal gehört, wie Feuerwehrleute gesagt haben, dass sie in die Dreckbrühe ihre Schläuche nicht reinhalten“, sagt Manitz. Er hat sich bereits vor mehreren Jahren mit dem Problem an die Gemeindeverwaltung Kubschütz und den Landkreis gewandt. Doch verändert hat sich nichts.

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Im März hat er wieder an Landrat Michael Harig (CDU) geschrieben. Jetzt bekam er eine Antwort. „Das ist ja wohl ein Witz“, findet Wolfgang Manitz. Die Beigeordnete Birgit Weber hat den Brief unterschrieben, in dem es heißt, dass die von Manitz befürchtete „illegale Einleitung von gefährlichen Abwässern durch einen Vor-Ort-Termin im Jahr 2016 und eine nachträgliche Prüfung durch die Untere Wasserbehörde nicht bestätigt werden“ kann.

Kritik an Landkreis und Bürgermeister

Doch am Montag floss tatsächlich eine graue Brühe in den Teich, die sich nach einer Weile verteilte. Wolfgang Manitz findet, dass es sich der Kreis zu leicht macht. Aber auch mit dem Vorgehen des Kubschützer Bürgermeisters Olaf Reichert (parteilos) ist er nicht einverstanden. CDU-Gemeinderat Andreas Brade, der gleich neben den Teichen seine Firma hat, kennt das Thema genauso. Er hat es schon oft im Gemeinderat angesprochen. „Das ist kein befriedigender Zustand, weil wir auch sehen müssen, was bei den jetzt immer häufiger eintretenden Starkregen passiert“, sagt Brade. Und Wolfgang Manitz findet, dass dann eben die Budissa für den Schaden aufkommen muss, wenn „der ganze Dreck von den Feldern hier reingespült wird“.

Mit der Budissa sei man immer im Gespräch, habe auch schon gemeinsame Projekte erledigt – auch in Waditz, sagt Reichert. Er weiß, dass der Zustand der drei Teiche nicht befriedigend ist. „Sie sind verlandet, und wir müssen sie entschlämmen“, sagt Reichert. Dafür steht immer noch kein Termin fest. Momentan ginge das sowieso nicht wegen der Laichzeit der Frösche. Allerdings wird das Wasser auch nicht für Feuerwehreinsätze genommen. Dafür stehe ein 1 200-Liter-Tank bereit. „Damit lösche ich grade mal zwei Mülltonnen“, sagt Wolfgang Manitz. Doch Andreas Brade beruhigt: „Wir haben ein gut funktionierendes Netz von Feuerwehren rund um Waditz.“ Dennoch will er das Thema erneut im Gemeinderat und als Kreisrat auch in der Landkreis-Verwaltung ansprechen.

Verhältnismäßigkeit betrachten

Olaf Reichert hat sich die mögliche Einleitung angesehen. Bis auf ein Gebäude sind alle Häuser mit biologischen Kleinkläranlagen ausgestattet. Das, was aus diesem einen noch fehlenden Haus kommen könnte, sei marginal, so Reichert. „Ich verstehe mein Amt auch nicht so, dass ich mit der Keule alles durchsetzen muss. Man muss die Verhältnismäßigkeit betrachten und mit Fingerspitzengefühl das Problem lösen“, sagt der Bürgermeister. Ein Fall, wie in Schmölln jüngst bekannt wurde, wo ein Rentner ins Gefängnis gehen sollte, weil er seine Kläranlage nicht umgerüstet und ein Bußgeld nicht bezahlt hatte, würde ihm nicht passieren. „Ich bin im Gespräch mit dem Eigentümer des Hauses“, sagt Reichert. Er habe noch einmal mit dem Umweltamt gesprochen und erwartet eine Reaktion. Und Wolfgang Manitz wartet weiter auf die Lösung.