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Wenn die Wärme vom Nachbarn kommt

Die Feuerwehr in Schlegel soll künftig vom benachbarten Agrarbetrieb versorgt werden. Sie ist nicht die erste, die von den Landwirten profitieren.

Torsten Riedel vom Agrarbetrieb Schlegel/Dittelsdorf an der Biogasanlage, die künftig auch das Dorfgemeinschaftshaus mit Wärme versorgen soll.
Torsten Riedel vom Agrarbetrieb Schlegel/Dittelsdorf an der Biogasanlage, die künftig auch das Dorfgemeinschaftshaus mit Wärme versorgen soll. ©  Rafael Sampedro

Was lange "gärt", wird endlich gut: Künftig wird das Dorfgemeinschaftshaus in Schlegel mitsamt der dort ansässigen Feuerwehr vom benachbarten Agrarbetrieb mit Wärme versorgt. Schon bei der Erweiterung ihrer Biogasanlage 2012 hatten die Landwirte angeboten, das Gerätehaus anzuschließen. Der dafür notwendige Umbau der Heizungsanlage war auch immer wieder geplant, wurde jedoch von Jahr zu Jahr verschoben. 

Nun sind die Fördermittel für das Vorhaben bewilligt worden und der Umbau soll in Kürze erfolgen. Mit dieser Zusicherung im Rücken haben auch die Landwirte die erforderlichen Vorbereitungen getroffen und die Leitung bis zum Schlegler Depot verlegt, wie Torsten Riedel, einer der fünf Gesellschafter des Agrarbetriebes Schlegel/Dittelsdorf, erklärt. Immerhin handelt es sich dabei um eine Investition im unteren fünfstelligen Bereich. Ab der nächsten Heizperiode soll die Wärme vom Nachbarn kommen.

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17 Eigenheime hängen schon am Netz

Nicht nur die Feuerwehr wird vom Agrarbetrieb mit Wärme versorgt. Darüber hinaus hängen 17 Eigenheime an dem Netz. Andere zu beliefern, daran hatten die Landwirte bei der Errichtung der Biogasanlage 2004 nicht gedacht. Vorgesehen war sie anfangs nur zur Beheizung der eigenen Werkstatt und des Stalls. Gleichzeitig konnten damit Silagen und Gülle, die bei der Tier- und Feldwirtschaft anfallen, besser genutzt werden. Mit der Vergrößerung der Biogasanlage wurde dieses Standbein weiter ausgebaut - auch, um zusätzliche Einnahmen neben dem Landwirtschaftsbetrieb zu haben.

Zuerst belieferten die Landwirte zehn Eigenheime mit Wärme, mit den Jahren wurden es immer mehr. Gerade die Nachbarn, die ihre Häuser vorher mit Öl beheizt haben, merkten, dass sie mit der Wärme der Landwirte günstiger kommen. "2019 sind wieder zwei dazugekommen", erklärt Riedel. 

Viel mehr werden es aber in Zukunft nicht mehr werden. Denn die Pumpen- und Leitungskapazitäten stoßen inzwischen an Grenzen. Das Dorfgemeinschaftshaus und die Feuerwehr wollten die Landwirte aber noch anschließen - auch, um beides im Dorf zu halten. Das Gebäude wird bisher mit Strom beheizt, was enorme Kosten verursacht. Mit dem Anschluss an das Wärmenetz des Agrarbetriebes sollen die Heizkosten deutlich reduziert werden.

Strom fließt ins öffentliche Netz

Genau aus diesem Grund kämpft auch Schlegels Ortsbürgermeister Frank Sieber (CDU) seit Jahren für das Projekt. Er hätte auch sein Haus gern ans Netz angeschlossen, allerdings ist es zu weit vom Agrarbetrieb und damit von der Leitung entfernt.

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Bislang liefern die Landwirte nur Wärme an ihre Nachbarn. Der entstehende Strom wird ins öffentliche Netz eingespeist. Um die angeschlossenen Eigenheime auch mit Strom zu versorgen, müsste ein zusätzliches Stromnetz aufgebaut werden. Noch ist das kein Thema für den Schlegler Agrarbetrieb, aber ganz ausschließen will Torsten Riedel diese Möglichkeit für die Zukunft nicht. 

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