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Als das Unwetter kam

Vor fünf Jahren erlebte das Osterzgebirge eine Katastrophe. An den Folgen arbeiten die Menschen heute noch.

© Egbert Kamprath

Von Franz Herz

Osterzgebirge. Am Kreuzbach in Dippoldiswalde, am Reichstädter Bach und am Ochsenbach in Sadisdorf laufen derzeit große Bauarbeiten, um die Bäche wieder instandzusetzen. Das sind alles noch Folgen des Unwetters vom 9. Juni 2013.

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Heute steht in Sadisdorf eine Sandsteinmauer, die das Gebäude schützt. Außerdem wird der Ochsenbach ausgebaut, um größere Fluten bewältigen zu können.
Heute steht in Sadisdorf eine Sandsteinmauer, die das Gebäude schützt. Außerdem wird der Ochsenbach ausgebaut, um größere Fluten bewältigen zu können. © Egbert Kamprath

Heute und damals

Heute (li.) wächst hier Gras vor dem Landmarkt in Sadisdorf, nichts erinnert mehr an den Unwettersonntag vor fünf Jahren. Damals (re.) trat der Ochsenbach über die Ufer und spülte an derselben Stelle die Straßenböschung aus.
Heute (li.) wächst hier Gras vor dem Landmarkt in Sadisdorf, nichts erinnert mehr an den Unwettersonntag vor fünf Jahren. Damals (re.) trat der Ochsenbach über die Ufer und spülte an derselben Stelle die Straßenböschung aus.
Eine Idylle ist der Hof der Trumplermühle in Reichstädt, wenn man heute (li.) vorbeifährt. Vor fünf Jahren (re.) hatte hier der Dorfbach das Haus überschwemmt und auf dem Grundstück ein Chaos angerichtet.
Eine Idylle ist der Hof der Trumplermühle in Reichstädt, wenn man heute (li.) vorbeifährt. Vor fünf Jahren (re.) hatte hier der Dorfbach das Haus überschwemmt und auf dem Grundstück ein Chaos angerichtet.
Dies ist eine von vielen Brücken in Reichstädt, welche die letzten Jahre mit großen Durchlass neu gebaut wurden (li.). 2013 hatte sich hier (re.) Schwemmgut aufgestaut und Wasser spülte das Ufer aus.
Dies ist eine von vielen Brücken in Reichstädt, welche die letzten Jahre mit großen Durchlass neu gebaut wurden (li.). 2013 hatte sich hier (re.) Schwemmgut aufgestaut und Wasser spülte das Ufer aus.

Das war ein schwül-warmer Junisonntag vor exakt fünf Jahren. Am Vormittag baute sich im Westen eine bleigraue Gewitterwand auf, die allmählich näherkam. Gegen zehn Uhr begann es zu gießen und zu hageln. Ganz langsam zog das Unwetter in einem Streifen von wenigen Kilometer Breite durchs Osterzgebirge von Hartmannsdorf über Sadisdorf, Reichstädt weiter nach Oberfrauendorf, Luchau und Schlottwitz. Wolkenbruch und Hagel hielten an vielen Orte über eine Stunde an. 60 bis 80 Liter Niederschlag fielen pro Quadratmeter. Vor allem die kleinen Bäche in den Dörfern liefen über. Der Landrat hat für Hartmannsdorf-Reichenau, Schmiedeberg, Dippoldiswalde und Glashütte Katastrophenalarm ausgelöst. Die Kommunen und Baufirmen haben bis heute zu tun, um Folgen dieses Unwetters zu bewältigen.

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Allein Dippoldiswalde zusammen mit Schmiedeberg hat nach diesem Unglückssonntag 162 Hochwasserschäden festgestellt mit einem Schadensumfang von fast 23 Millionen Euro. Davon sind inzwischen 98 Bauvorhaben abgeschlossen, 20 laufen derzeit. Aber auch für den Rest ist Stefan Kadler vom Ingenieurbüro ICL, das für Dippoldiswalde die Hochwasserarbeiten koordiniert, zuversichtlich. Er geht davon aus, dass alle Arbeiten bis Mitte 2019 abgeschlossen werden können. Bis dahin wollen Bund und Land, welche die Arbeiten finanzieren, die Gelder abrechnen.

Im Gebiet der Gemeinde Klingenberg waren 50 Schäden zu verzeichnen, denen Instandsetzung rund fünf Millionen Euro kostete. In Glashütte lag die Zahl der Schäden ebenfalls bei 50, die Schadenssumme bei 14 Millionen Euro.