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Bautzen

Seniorenresidenz entsteht in Großpostwitz

Ein Investor aus Berlin plant den Bau altersgerechter Wohnungen. Persönliche Gründe gaben den Anstoß dafür.

Auf dem Papier sind die Pläne für das altengerechte Wohnen in Großpostwitz bereits fertig. Bis zum Herbst 2021 soll das Projekt am Raschaer Berg umgesetzt werden.
Auf dem Papier sind die Pläne für das altengerechte Wohnen in Großpostwitz bereits fertig. Bis zum Herbst 2021 soll das Projekt am Raschaer Berg umgesetzt werden. © PR

Großpostwitz. Wer sich derzeit im Bautzener Umland auf die Suche nach altersgerechtem Wohnraum macht, braucht einen langen Atem. Außerhalb der Kreisstadt gibt es nur wenige Angebote, die sich durch Barrierefreiheit, eine gute Anbindung und eine helfende Hand auszeichnen. 

Das gilt auch für Großpostwitz: "Möglichkeiten, hier im Alter gut zu leben, gibt es sicher einige. Das zeigt allein der steigende Altersdurchschnitt der Bevölkerung. Aber ein Angebot, dass sich ganz diesem Ziel verschrieben hat, haben wir in der Gemeinde bislang nicht", sagt Bürgermeister Markus Michauk (OLG).

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Umbau der Schule wäre zu aufwändig

Das musste auch Peter Würgatsch am eigenen Leib erfahren, als er eine neue Unterkunft für seine Mutter suchte. Der gebürtige Bautzener verließ 1979 seine Heimat und ging nach Berlin. Dort beriet er Unternehmen im Finanzsektor, baute sich ein Netzwerk auf und kam immer häufiger mit Immobilienprojekten in Kontakt. Vor etwa drei Jahren traf er gemeinsam mit einem Partner den Entschluss, selbst im Bereich Projektentwicklung aktiv zu werden.

Die Suche nach einer Bleibe für seine Mutter lenkte seinen Blick zurück auf die alte Heimat: "Die großen Investoren wollen immer in die Ballungszentren. Ich dachte mir, wenn ich schon solch ein Vorhaben starte, könnte ich auch gleich etwas für die Region tun."

Auf diesem Grundstück direkt hinter der ehemaligen Lutherschule und neben dem sogenannten Kaufhaus in Großpowtwitz sollen altersgerechte Wohnungen entstehen.
Auf diesem Grundstück direkt hinter der ehemaligen Lutherschule und neben dem sogenannten Kaufhaus in Großpowtwitz sollen altersgerechte Wohnungen entstehen. © SZ/Uwe Soeder

Im Großpostwitzer Gemeindegebiet wurde er fündig, interessierte sich zunächst für die ehemalige Lutherschule am Raschaer Berg, stellte aber fest: "Das Gebäude verfügt über keinen Fahrstuhl, hat aber sehr viele Ebenen. Ein barrierefreier Umbau wäre zu kostenintensiv geworden." Die Idee war schnell vom Tisch, dafür weckte das unbebaute Grundstück hinter der Schule das Interesse von Peter Würgatsch.

Er gründete mit seinem Partner, einem erfahrenen Bauingenieur, die Seniorenresidenz Großpostwitz GmbH, kaufte das ursprüngliche Gemeindeland und verkündet jetzt stolz: "Die Vorplanungen sind fertig, der Bauantrag ist eingereicht. Wenn die Sterne günstig stehen, starten wir im September mit dem Bau."

Markus Michauk kennt die Pläne von Peter Würgatsch schon länger. Er sagt nach der ersten Durchsicht des Bauantrages: "Die Planungen sind weit fortgeschritten und die Unterlagen umfangreich. Man erkennt, dass hier schon viel Gehirnschmalz und wahrscheinlich auch Gelder investiert wurden. Aber: Gebaut ist erst, wenn das Gebäude steht."

Bürgermeister hofft weiter auf ein Pflegeheim

Michauks zurückhaltende Begeisterung hat einen Grund. Der befindet sich weiter südlich an der B 96. Dort steht seit Jahren auf der grünen Wiese ein Schild, das den baldigen Bau eines Pflegeheims verspricht. Passiert ist lange nichts, wenngleich der Bürgermeister von umfangreichen Hintergrund-Aktivitäten weiß. Den Standort hält er dennoch für geeignet - und die Errichtung eines Pflegeheims sogar wichtiger als den Bau altersgerechter Wohnungen. "Eine Studie hat ergeben, dass wir in der Region 60 bis 70 zusätzliche Pflegeplätze bräuchten. Großpostwitz böte sich dafür an. Ein Pflegeheim gibt es hier bislang nicht."

Dennoch sieht Michauk auch den Bedarf an altersgerechtem Wohnraum: "Für alle, die im späten Lebensabschnitt nicht auf Pflege angewiesen sind, ist das sicher eine hervorragende Lösung. Interessenten gibt es dafür auf jeden Fall."

Bereits im Herbst 2021 hofft Peter Würgatsch, deren Nachfrage bedienen zu können. 18 Wohnungen für bis zu 45 Bewohner sollen dann zur Miete angeboten werden – allesamt barrierefrei und klimatisiert. Außerdem soll eine Tagespflege in dem Gebäude untergebracht werden, die die Hausbewohner nach Bedarf nutzen können. Mit Kosten von sechs Millionen Euro plant die Projektgesellschaft für den Bau. Betreiben will sie die Anlage nur als Vermieter. Eigenes Pflegepersonal zu beschäftigen, planen die Investoren nicht.

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