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Alter Bauernhof hat wieder eine Zukunft

Die Ventar Immobilien AG hat in Kaufbach aus einem alten Vierseithof ein Schmuckstück gemacht.

Von Annett Heyse

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Es gibt Häuser, bei deren Aussehen keiner mehr glauben kann, dass diese noch eine Zukunft haben. Der große Vierseithof in Kaufbach, nahe der Gabelung Oberstraße/Dorfstraße gelegen, war so ein Fall. Das alte Wohnstallhaus total heruntergekommen, die Remise und die Scheune seit Jahren ungenutzt und entsprechend marode, das ehemalige Auszugshaus zwar noch bewohnt, aber ebenfalls ein Sanierungsfall – wer soll hier noch Geld reinstecken, fragten sich viele Kaufbacher. Daran, dass ein Optimist mit dickem Geldbeutel kommt, glaubte keiner.

Doch es kam einer, die Ventar Immobilien AG mit Sitz in Böblingen und seit Jahren im Raum Dresden aktiv. Über 1 000 Wohnungen haben die Schwaben saniert und verwalten sie auch. Sie sind Spezialisten für alte Gebäude. „Wir kaufen ausschließlich Denkmalschutzobjekte oder Häuser in Sanierungsgebieten“, erklärt Aufsichtsratsvorsitzender Uwe Herrmann. Nur damit könne man noch Geld verdienen – wegen der Abschreibungen und Steuereinsparungen. Die Böblinger erwarben den Vierseithof, planten die Sanierung und verkauften die insgesamt 36 Wohnungen als Geldanlage. Mit dem Kapital aus dem Erlös starteten im Herbst 2013 die Bauarbeiten. Als Generalauftragnehmer fungierte die SMC Unternehmensgruppe des Samer Mohamad aus Dresden. Uwe Herrmann ist es wichtig, dies zu erwähnen – in Zeiten von Pegida und Protesten gegen Zuwanderer. „Ein Top-Unternehmen, das neben deutschen Handwerkern auch viele Menschen aus anderen Ländern beschäftigt, die hier ihr Herzblut reingesteckt haben.“ Jetzt ist das Schmuckstück fertig, Anfang Februar ziehen die ersten Mieter ein. Bereits für 28 Wohnungen sind die Mietverträge unterzeichnet. Die Kaltmieten liegen zwischen 6,50 und sieben Euro pro Quadratmeter. Uwe Herrmann lässt es sich nicht nehmen, persönlich durch die fertige Anlage zu führen. Die Zwei-, Drei- und Vierraumwohnungen verfügen über eine Fußbodenheizung sowie hochwertige Bäder und Einbauküchen – das ist Firmenphilosophie bei Ventar. „Billige Ausstattung ist Mist, da fangen wir ja in einigen Jahren schon wieder mit Reparaturarbeiten an“, begründet Herrmann. Manche Wohneinheit geht über zwei Etagen. Fast alle Wohnungen haben zudem Balkon, Loggia oder Terrasse. Warmwasser wird im neu errichteten Blockheizkraftwerk, welches mit Flüssiggas betrieben wird, erwärmt. Außerdem wurde eine Biokläranlage für den Komplex errichtet. Zu jeder Wohnung gibt es einen Stellplatz oder eine Garage. Den vielleicht faszinierendsten Teil der Gebäude, die alten Stallungen mit ihren Säulen und Gewölben, mussten die Planer jedoch schweren Herzens zu schnöden Kellerräumen umfunktionieren. „Die Tiergerüche bekommt man auch durch eine gute Sanierung nicht heraus. Bei bestimmten Wetterlagen diffundiert der Salpeter aus den Wänden“, erklärt Uwe Herrmann. Zumindest konnte man im Treppenhaus die alten Malereien restaurieren.

Ein Teil des Hofes, das einstige Auszugshaus, bleibt vorerst jedoch unsaniert. Zu klein und zu unwirtschaftlich sei es, das Fachwerkgebäude zu restaurieren. Herrmann: „Wir überlegen noch, was wir daraus machen.“ Am liebsten wäre es ihm, ein Liebhaber würde sich finden und dem Südflügel des Gehöfts ebenfalls zu neuem Glanz verhelfen.

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