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Altes Wohnhaus wird zum Pflegezentrum

Die Einrichtung des ASB zieht 2017 von Radebeul nach Boxdorf. Den Altbau an der Schulstraße hat der ASB nicht etwa gekauft oder gemietet – sondern geerbt.

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© Norbert Millauer

Von Tobias Hoeflich

Boxdorf. Von außen wirkt das Häuschen an der Schulstraße 9 in Boxdorf noch bewohnt. Gardinen und Rollläden zieren die Fenster des Dreigeschossers. Doch ein Bauschild davor kündigt an, dass sich hier etwas tun wird. Das Innere ist bereits leer geräumt, Bauschutt und morsche Balken bestimmen das Bild der Zimmer und Flure. Derzeit wird das Haus beräumt und entkernt, um es für die Sanierung und den Anbau vorzubereiten. Der Hinterhof ist bereits von Gestrüpp und Bäumen befreit.

„Wir wollen hier elf seniorengerechte Wohnungen errichten“, verkündet Ulrich Grundmann, Geschäftsführer des Arbeiter-Samariter-Bunds (ASB) Dresden und Kamenz. Ein Teil wird auch behindertengerecht sein. Im Frühjahr sollen die Bauarbeiten richtig losgehen. „Wir gehen von einer Investitionssumme von 2,5 Millionen Euro aus. Das ist schon viel. Aber es ist ja auch ein schöner Standort.“

Seit Jahren Anlaufstelle

Seit Jahren ist eigentlich die Meißner Straße 158 in Radebeul eine Anlaufstelle für pflegebedürftige Menschen. Dort hat sich der ASB in das Haus des Landkreises eingemietet. Doch um dessen Bausubstanz ist es schlecht bestellt: „Der Zustand ist wirklich schlimm“, sagt Grundmann. Deshalb ist er froh, im Sommer 2017 nach Boxdorf umziehen zu können. So sieht es der Zeitplan vor. Zunächst wird der Altbau, der nicht denkmalgeschützt ist, erneuert und barrierefrei umgestaltet. Dann folgt der Anbau im Hinterhof.

Miete muss der ASB künftig keine mehr zahlen. Er hat das Haus von der verstorbenen Besitzerin geerbt. „Die Frau war selbst Rettungsschwimmerin beim ASB“, berichtet Grundmann. Seine Vorgängerin erhielt einst die Einladung von der Hausbesitzerin, sich das Objekt anzuschauen und bot es als Erbschaft an. Ein Glücksfall für den ASB Dresden und Kamenz, der aktuell rund 650 Mitarbeiter in der Region beschäftigt.

An der Schulstraße sollen aber nicht nur die elf Wohnungen entstehen, die alle Balkon oder Terrasse haben werden. Hier ist auch Platz für eine Hausarztpraxis sowie die Sozialstation für ambulante und Tagespflege. Die derzeit auch noch in Radebeul ansässige Frühförderstelle für Kinder samt Logopädie soll in der Stadt bleiben und um eine Ergotherapie erweitert werden. Dafür hat der ASB noch keine Räume gefunden.

Maschinen dröhnen

Bis die Umzugskisten gepackt werden, vergehen ohnehin noch Monate. Währenddessen müssen sich die Anwohner rund um die Schulstraße an dröhnende Maschinen gewöhnen. „Mit Beginn der Baumaßnahmen sind Belästigungen durch Lärm und Schmutz nicht auszuschließen“, sagt Grundmann und bittet schon im Vorfeld um Verständnis. „Im Sommer 2017 haben die Menschen in Boxdorf dann ein neues soziales Zentrum mitten im Ort.“

Wie hoch die Miete der Wohnungen sein wird, dazu mag der ASB-Geschäftsführer noch nichts sagen. Schließlich können böse Überraschungen während der Bauzeit nicht ausgeschlossen werden, die auch die Kosten in die Höhe treiben. Allerdings wird das Projekt gefördert: 85 000 Euro hat die Gebietsgemeinschaft Dresdner Heidebogen in Aussicht gestellt. Und auch beim Deutschen Hilfswerk ist ein Antrag auf Fördermittel eingereicht.