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Altgorbitzer fordern Fußweg an der Kaufbacher Straße

Es fehlt eine sichere Verbindung zur Bushaltestelle. Die Stadt hat reagiert. Aber nicht wie gewollt.

Von Lars Kühl

Wenn am Wochenende der Schnee auf den Feldern in Altgorbitz liegen bleibt, werden die Kinder zu den Hügeln strömen. Für eine Schlittenpartie. Dabei leben sie gefährlich, findet zumindest Klaus Schumann. Seine Frau betreibt das kleine Hotel Hexenhaus in Altgorbitz. Um auf die Felder zu kommen, müssten die Kinder über die Kaufbacher Straße laufen – dort fehlen aber ab der Kreuzung zur Uthmannstraße ein Fußweg sowie eine Straßenbeleuchtung. Seit Jahren kämpfen Anwohner wie Klaus Schumann dafür. Bisher erfolglos. Dabei hatte die Stadt im Sommer 2012 bestätigt, dass die Straße in einem schlechten Zustand ist. Damals sollte auch geprüft werden, ob bei einer eventuellen Sanierung ein Gehweg mitgebaut wird.

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Geschehen ist seitdem nichts, obwohl an der Rampe von der Kaufbacher zur Saalhausener, kurz bevor die Straße die Autobahn 17 überquert, schon ein Stück Fußweg da ist. Allerdings nur bis zum Abzweig Beerenhut. Schumann pocht aber auf eine Komplettsanierung mit Fußwegbau der Kaufbacher, denn die Verbindung ist für ihn als direkter Zugang zur Bushaltestelle auf der Saalhausener Straße wichtig. „Doch wer hier langgeht, ist lebensmüde.“ Es gebe keine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 30 Stundenkilometer, Autos müssten den Fußgängern ruckartig ausweichen.

Früher, als das Wohngebiet Gorbitz in den 1980ern hochgezogen wurde, war die Kaufbacher Straße eine Transporttrasse für die Baufahrzeuge zwischen der Saalhausener und der Kesselsdorfer Straße. Ein großes Tor verhinderte bis nach der Wende noch die Durchfahrt für den Privatverkehr. Vor rund zehn Jahren wurde die Straße dann öffentlich gewidmet, um den Altgorbitzer Dorfkern zu entlasten und um Pesterwitz von der Kesselsdorfer aus besser zu erreichen. Vor anderthalb Jahren wurde der Abschnitt zwischen der Kesselsdorfer und der Uthmannstraße saniert und bekam auf der einen Seite sogar einen Fußweg, der bis dahin auch gefehlt hatte. An den gut 500 Metern bis zur Saalhausener Straße hat sich seit den 1990ern, als die Fahrbahn der Kaufbacher Straße ausgebaut wurde, nichts mehr geändert.

Unterstützung bekommen die Altgorbitzer von der Spedition Müller-Trans aus dem benachbarten Altroßthal. Deren Fahrzeuge nutzen die Kaufbacher Straße regelmäßig. „Ich finde das schon wichtig, dass hier ein Fußweg hinkommt“, sagt Inhaberin Sabine Hegewald. Mit Sachleistungen würde das Unternehmen einen Bau auch unterstützen. Aber nicht mit Geld. „Wir sehen als Steuerzahler nicht ein, dass wir den Fußweg für die Stadt bauen.“

Die hat nicht vor, in absehbarer Zeit tätig zu werden. Ein Fußweg sei nicht geplant, erklärt Straßenbauamtsleiter Reinhard Koettnitz. „Ein signifikanter Bedarf ist nicht erkennbar.“ Über den Geyersgraben und Beerenhut könne die Bushaltestelle an der Saalhausener Straße sicher erreicht werden. Anwohner wie Schumann leben damit weiter gefährlich, wenn sie an der Kaufbacher Straße entlanglaufen.

Reagiert hat die Stadt allerdings an anderer Stelle. Im Sommer versetzte sie das Dresdner Ortsschild vom Abzweig nach Beerenhut zur Uthmannstraße hin. „Still und heimlich“, sagt Schumann. Will die Stadt mit der Aktion etwa das Problem loswerden?, fragt er. Nein, das gehe gar nicht, antwortet Rathaussprecherin Nora Jantzen. Die Versetzung habe andere Gründe. Die Schilder werden dort aufgestellt, „wo ungeachtet einzelner unbebauter Grundstücke die geschlossene Bebauung auf einer der beiden Seiten der Straße für die ortseinwärts Fahrenden erkennbar beginnt“. Die Ortsgrenze oder wer für die Straße zuständig ist, spiele dabei keine Rolle. An der Bebauung in Altgorbitz hat sich aber in den vergangenen Jahren nichts geändert. Warum das Schild gerade jetzt versetzt wurde, lässt das Rathaus offen.