merken
PLUS Görlitz

Der Fehler sitzt im Sattel

Anna-Lena Frenzel mag Pferde. Mit dreien trainiert und reitet die Görlitzerin, sogar sehr erfolgreich bei Wettbewerben. Doch bald stehen Veränderungen an.

Anna-Lena Frenzel mit ihrem Pferd Heavy. Der zehnjährige Hengst ist ein Deutsches Reitpony.
Anna-Lena Frenzel mit ihrem Pferd Heavy. Der zehnjährige Hengst ist ein Deutsches Reitpony. © Nikolai Schmidt

Heavy liebt es, von Anna-Lena Frenzel gekrault zu werden. Der zehnjährige Wallach kann nicht genug davon bekommen. Die 16-jährige Görlitzerin gibt Heavy die Extra-Portion an Zuneigung gern, denn schon bald müssen sich ihre Wege trennen.

Heavy ist ein Deutsches Reitpony, also etwas größer als man sich gemeinhin ein Pony vorstellt. Seit sechs Jahren arbeiten beide auf dem Rosenhof in Görlitz-Biesnitz zusammen. Anna-Lena hat das Pony selbst  mithilfe der Mutter ausgebildet. "Ich weiß, wie Heavy tickt, und er kennt mich", sagt sie. Er sei im Umgang ein "bissel verrückt", erklärt sie, lasse sich zum Beispiel von Fremden nicht gern anfassen. 

Late Night Shopping Dresden
Late Night Shopping Dresden
Late Night Shopping Dresden

Zur langen Einkaufsnacht unter dem Motto "Late Night Shopping" lädt das City Management Dresden am Freitag, 2. Oktober, in die Dresdner Innenstadt ein. Vom Neumarkt an der Frauenkiche bis zur Prager Straße beteiligen sich zahlreiche Händler und die großen Einkaufsgalerien an der Aktion.

Erfolge in Dressur und Springreiten

Bei Wettbewerben, bei denen Anna-Lena Frenzel seit ihrem sechsten Lebensjahr sowohl in der Dressur als auch im Springen reitet, ist Heavy nur auf seine Reiterin fokussiert. Dafür sorgt sie. Das muss sie auch, denn sie weiß: "Der Fehler sitzt im Sattel." Mit zwei weiteren Pferden ist die junge Görlitzerin ebenso erfolgreich. Bei den Görlitzer Dressurtagen beispielsweise belegte sie vor Kurzem in verschiedenen Wertungsprüfungen die ersten Plätze. Anfang August holte Anna-Lena Frenzel mit ihrem sechsjährigen Dressurpony beim Westfalenchampionat in Münster den Titel nach Görlitz. Das berechtigt sie zur Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft. 

Auch das vorangegangene Jahr war sehr erfolgreich für die Gymnasiastin. Sächsische Meisterin in der Pony-Dressur, 7. Platz beim Bundes-Championat der fünfjährigen Dressurponys, Plätze 7 und 9 bei Bundes-Nachwuchs-Championaten und weitere gute Platzierungen sind dabei zu nennen.

Viel Zeit in das Hobby investiert

Die junge Reiterin ist somit erfolgreicher, als es ihre Mutter war. Anne-Katrin Frenzel gibt das gern zu und freut sich über die Erfolge der Tochter. Beide Frauen leben ihre Pferdeleidenschaft. Während die Mutter nicht mehr aktiv an Turnieren und Prüfungen teilnimmt, unterstützt sie ihre Tochter, wo es nur geht. Beide Frauen und eine Helferin kümmern sich um die drei Pferde. Sie fahren gemeinsam zu  Pferdesport-Wettbewerben. "Leider müssen wir als Görlitzer dann immer sehr weit fahren", bedauert Anna-Lena-Frenzel die geografische Lage der Stadt. Meist sind sie erst am Sonntag spätabends wieder zurück. Montags geht es dann wieder in die Schule. "Das ist ganz schön anstrengend", erklärt sie.

Anna-Lena Frenzel nimmt sich die Zeit für ihre Pferde gern. Während der Schulferien war sie morgens halb 8 im Stall, Pferde füttern,  pflegen und reiten.  Wenn Schule ist, fährt sie erst nachmittags mit dem Rad zum Stall.

Jetzt, mit dem Schulstart, ist das wieder so. Den ersten Schultag verbrachte sie noch im Augustum-Annen-Gymnasium in Görlitz. Seit dem zweiten Schultag besucht sie das Gymnasium am Beruflichen Schulzentrum (BSZ) Görlitz. "Erst am Montag gegen Mittag kam der Anruf, dass es mit dem Schulwechsel klappt", erzählt die junge Reiterin. 

Den Wechsel strebte sie an, weil sie jetzt in die elfte Klasse kam. "Am Gymi braucht man nur bis Klasse 12 zum Abitur, am BSZ sind es insgesamt drei Jahre. Ich gewinne damit ein Jahr länger, um mit meinen Pferden zusammen zu sein", erklärt sie. Außerdem hatte sie sich Sorgen gemacht wegen des langen coronabedingten Schulausfalls und wollte mit dem Schulwechsel mehr Sicherheit für ihr Abitur gewinnen. 

Nach der Schule möchte die Görlitzerin studieren, um einmal die Zahnarztpraxis ihres Vaters zu übernehmen. Auch die Option, Logopädin wie die Mutter zu werden, war im Gespräch. 

Sportbegeistert: Anna-Lena fährt Ski und tanzt

Die Pferde bleiben für sie ein Hobby, wenn auch ein aufwendiges. Dank ihrer Eltern ist das möglich. "Dafür bin ich sehr dankbar", betont die junge Frau.  Bleibt dann doch einmal freie Zeit, trifft sich Anna-Lena gern mit Freundinnen am Berzdorfer See oder fährt mal in die Landeshauptstadt zum Shoppen. "Dort gibt es viele Läden, die wir noch nicht erkundet haben, anders als in Görlitz, da kennt man schon alle Geschäfte", erklärt Anna-Lena. 

Auch für andere Sportarten interessiert sich die 16-Jährige - als Zuschauerin beim Basketball. Sie ist begeisterte Skifahrerin. Montags schwebt sie in der Tanzschule Matzke übers Parkett. Und schließlich braucht sie Zeit für ihren Freund. "Er kommt schon mal mit in den Stall und akzeptiert mein Hobby", erklärt Anna-Lena. "Aber er ist kein Reiter."

Weiterführende Artikel

Viele erfüllen sich ihren Mädchentraum

Viele erfüllen sich ihren Mädchentraum

Reiten in der Freizeit ist im Landkreis Görlitz sehr beliebt. Aber auch hier hat Corona Folgen.

In der nächsten Zeit wird sie sich besonders mit Heavy beschäftigen. Denn der Abschied naht. Anna-Lena ist mittlerweile zu groß für das Pony. Heavy soll einen neuen Besitzer finden und vielleicht dessen Kind noch einmal ein guter Gefährte im Pferdesport sein. Aber wirklich an den Abschied denken mag Anna-Lena Frenzel jetzt noch nicht. 

Mehr Nachrichten aus Görlitz lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Niesky lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Görlitz