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Antiquitätenhandel im Seifersdorfer Schloss?

Doris von dem Knesebeck möchte historische Möbel und Wohnaccessoires verkaufen. Eine Hürde gibt es noch.

Von Thomas Drendel

Das Seifersdorfer Schloss ist ein architektonisches Schmuckstück. Es liegt in einem wunderschönen Park. Die Pläne für den Bau lieferte Karl Friedrich Schinkel. 1818 wurde es gebaut. Jetzt steht es zu großen Teilen leer. Zumindest einige Räume könnten nun dauerhaft vermietet werden. Die Unternehmerin Doris von dem Knesebeck will hier einen Handel mit Antiquitäten einrichten. „Ich möchte alte Möbel anbieten sowie Wohnaccessoires wie Lampen oder Bilder“, sagt sie. Das Geschäft soll in zwei oder drei Räumen im ersten Stock des Gebäudes eingerichtet werden. „Hier in der wunderschönen Umgebung möchte ich mein Hobby zum Beruf machen. Ich bin begeistert von alten Dingen“, sagt sie. Doris von dem Knesebeck sammelt und restauriert selber Antiquitäten.

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Mit alten Dingen kennt sie sich aus. Gemeinsam mit ihrem Mann renovierte sie das ehemalige Rittergut in Pohla-Stacha bei Demitz-Thumitz. 2001 begannen die Arbeiten. Das vor 1870 erbaute Gutshaus wurde dank historischer Baupläne wieder hergerichtet. Dort wohnt sie jetzt mit ihrem Mann. Ursprünglich stammt sie aus dem Rheinland. Lange lebte sie mit Mann und den Kindern im oberbayerischen Monatshausen. Monatshausen ist ein Ortsteil von Tutzing und liegt in der Nähe des Starnberger Sees. In Pohla hat sie noch eine Praxis für Heilpädagogik und Familienmeditation. „Ich bin staatlich anerkannte Heilpädagogin. Ich betreue vorwiegend Kinder im Alter zwischen drei und zwölf Jahren. Es handelt sich dabei um Kinder, die sich in Intelligenz, Wahrnehmung, Sprache, Motorik oder Emotionen nicht altersgemäß entwickeln. Außerdem biete ich für Eltern eine Erziehungs- und Konfliktberatung an“, sagt sie . Im Seifersdorfer Schloss plant die Geschäftsfrau keinen klassischen Laden. Kunden werden vor allem nach Voranmeldung zu ihr kommen. „Klassische Laufkundschaft wird es nicht geben. Schon gar nicht zu Anfang. Das Geschäft muss ja erst bekannt werden“, sagt sie. Dennoch plant sie feste Öffnungszeiten. Donnerstag, Freitag und Sonnabend will sie im Schloss sein. „Mir ist eine gute Beratung wichtig. Die Mentalität, schnell über das Internet kaufen, soll es bei mir nicht geben. Wenn sich jemand seine Wohnung einrichtet, sollten die Möbel ja auch zusammenpassen.“ Später kann sie sich auch Veranstaltungen in den Räumen vorstellen, etwa Ausstellungen oder kleine Konzerte.

Der Wachauer Gemeinderat hat ihrem Vorhaben in einem ersten Grundsatzbeschluss zugestimmt. Darin ist festgelegt, dass Doris von dem Knesebeck eine Fläche von 100 bis 150 Quadratmetern im Schloss mieten kann zu einem Preis von 3,80 Euro pro Quadratmeter. Jetzt soll ein detaillierter Mietvertrag ausgearbeitet werden. Den wollen sich die Gemeinderäte vor einer Zustimmung jedoch genau ansehen. Denn die Ideen der Geschäftsfrau stießen nicht auf ungeteilte Zustimmung.

Mietvertrag gut überlegen

So gab Monika Zimmermann (Die Linke) zu bedenken, dass es ein Konzept für die Nutzung des Schlosses gebe, das nach und nach umgesetzt werden soll. „Da wird es Bauarbeiten geben. Ich möchte nicht, dass sie durch den geplanten Laden verzögert oder behindert werden.“ Monika Zimmermann ist auch Mitglied im Förderverein Seifersdorfer Schloss. „Wir wollen nicht, dass das Schloss irgendwie gefüllt wird, dass es zu einem Ramschschloss wird. Man sollte sich deshalb eine Vermietung genau überlegen.“ Sie schlägt vor, den Mietvertrag nur befristet für ein Jahr zu vergeben und eine halbjährliche Kündigungsfrist festzuschreiben. Außerdem müssen die Räume für Führungen zugänglich sein. „Einmal im Monat findet unser Tag des offenen Schlosses statt. Dabei ist es wichtig, dass wir den Besuchern auch diese Räume zeigen. Schließlich handelte es sich um Teile der Wohnung der Schlossherren.

Auch Lutz Tamme von der Offenen Bürgerliste Wachau (OBL) sieht Probleme bei einer Vermietung. „Wenn Gruppen durch die Räume mit den Antiquitäten geführt werden, muss dort jemand vom Geschäft dabei sein. Das muss gewährleistet werden.“ Lothar Israel ebenfalls von der OBL mahnt eine Prüfung durch die Bauaufsicht an. „Wenn die Räume als Verkaufsflächen genutzt werden, sollte eine Genehmigung vorliegen. Andreas Schneider (CDU) plädierte dafür, die Vergabe der Räume nicht zu verkomplizieren. „Wir stimmen darüber ab, ob eine Vermietung grundsätzlich möglich ist. Alles andere sollte in einem Mietvertrag detailliert geregelt werden.“ Dem stimmte die Mehrheit zu. Bürgermeister Veit Künzelmann (CDU) sicherte zu, die baurechtlichen Fragen zu klären. Wann der Mietvertrag vorliegt, ist offen.