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Arbeiterwohlfahrt hat neuen Chef

Ab sofort führt Hartwig Reichel die Geschäfte in Bautzen. Mit dieser Entscheidung hat er aber zunächst gerungen.

© Thorsten Eckert

Von Frances Scholz

Die Arbeiterwohlfahrt (Awo) im Landkreis Bautzen hat sich entschieden. Aus 50 Bewerbern wählten die Vorstände Hartwig Reichel zu ihrem neuen Geschäftsführer. Seit Freitag ist er nun im Amt. Er tritt damit die Nachfolge des im Mai gestorbenen Awo-Chefs Klaus Naumann an. Nach dessen Tod führte Marina Schneider die Geschäfte übergangsweise. Gestern gab sie ihre Aufgaben offiziell an Hartwig Reichel ab. Der stellte sich rund 50 Mitarbeitern vor und gab zu, dass er Lampenfieber hat. „Die neue Aufgabe ist für mich eine Überraschung und eine Herausforderung“, sagte der 47-Jährige.

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Er spüre, dass das Handeln von Klaus Naumann noch allgegenwärtig sei. „Er hat eine hohe Messlatte gelegt, aber ich werde versuchen, mit all meinen Stärken und Schwächen die Awo weiterzuführen“, sagte Hartwig Reichel. Er selbst hat 29 Jahre im sächsischen Epilepsie-Zentrum Kleinwachau bei Radeberg gearbeitet. Dort war er Bereichsleiter für die Arbeit mit behinderten Menschen. Er kümmerte sich unter anderem um die Behindertenwerkstatt. „Ich habe lange Zeit mit mir gerungen, ob ich mich um die Stelle in Bautzen bewerbe, doch ich bin mir jetzt sicher, dass es eine gute Entscheidung war und die Zeit reif dafür ist“, sagt der Langebrücker. Nun pendelt der fünffache Familienvater jeden Tag mit dem Zug nach Bautzen.

An seinem ersten Arbeitstag hat er sich bereits in der Awo-Zentrale in Bautzen umgeschaut. „Ich war zum Beispiel in der Suchtberatungsstelle“, sagt Hartwig Reichel. Auch einige Kitas hat sich der neue Geschäftsführer schon angesehen. „Ich bin im Vorfeld mal in die ländlichen Gegenden hier in der Nähe gefahren und habe mir einen Überblick über die Kitas verschafft.“

Für seine Arbeit bei der Awo in Bautzen wünscht er sich, dass die Kinder eine behütete Kindheit in den Kitas der Awo erleben können. Außerdem möchte er Menschen, die Probleme in der Gesellschaft haben, weiterhin unterstützen. „Ich will die begonnenen Dinge weiterentwickeln.“