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Archivverein braucht Geld für rätselhaftes Bild

Die Herrnhuter feiern am Sonnabend 20. Geburtstag und wollen sich in diesem Jahr einen Wunsch erfüllen.

© Matthias Weber

Von Anja Beutler

Gesund und Fit

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Herrnhut. Welches Thema wählt man zu einer Tagung zum Jubiläum? Der Verein der Freunde und Förderer des Unitätsarchivs hat sich in diesem Fall ganz klassisch entschieden: Sammeln – Restaurieren – Bewahren. „Das ist ja im Grunde auch das, wofür wir da sind, unser Kerngebiet“, kommentiert Andrea Mai, die Leiterin des Unitätsarchivs die Entscheidung des Archivvereins. Und da der 20. Geburtstag des Vereins etwas Besonderes ist, soll es diesmal auch nicht nur Vorträge geben, sondern Workshops. Anschaulich sollen zwei Experten den Gästen berichten, wie man nun alte Zinzendorf-Handschriften vom Schimmel befreit oder wie ein altes Gemälde wieder neuen Glanz erhält.

Während der Weißwasseraner Hans-Hubert Gotzmann über die Rettung von Büchern berichten wird, erörtern Gerthilde und ihr Sohn Markus Sacher aus Pesterwitz beziehungsweise Radebeul, wie man die Restaurierung von Gemälden angeht. Sachers sind es auch, die sich an das nächste große Wunschobjekt des Herrnhuter Archivvereines heranwagen werden: „Wir wollen in diesem Jahr ein sogenanntes Chorhausbild restaurieren lassen“, erklärt Frau Mai. Zu sehen ist ein Motiv, wie es Rembrandt einmal selbst gemalt hat. „Es ist aber kein Rembrandt, der unbekannte Künstler hat es offenbar – durchaus eigen – kopiert“, sagt die Archivleiterin.

Das ist ein Punkt, der den Charme dieses Bildes ausmacht. Der andere ist die Geschichte, die sich mit der Brüdergemeine und solchen Bildern verbindet. Bekannt ist, dass in den Chorhäusern, in denen im 18. Jahrhundert die Frauen und Männer der Glaubensgemeinschaft getrennt voneinander lebten, mehrere solcher Andachtsbilder hingen. „Wir haben in Herrnhut selbst durch den Brand zum Kriegsende keine derartigen Bilder erhalten und generell auch nur wenige konkrete Informationen im Archiv zu dieser Tradition“, betont Claudia Mai. Auch das Bild, das nun saniert werden soll, ist nicht aus Herrnhut selbst: „Wir haben es aus Neudietendorf in Thüringen erhalten“, sagt Frau Mai. Der Zustand ist eher beklagenswert, kleinere und größere Schäden sind gut erkennbar. Für die Restaurierung sind 7 500 Euro nötig und die sollen nun über ein neues Projekt mittels Spenden gesammelt werden.

Rückblick auf 20 durchaus erfolgreiche Jahre wird der Verein ebenfalls am Sonnabend halten: Dazu kommt Paul Peucker, der Archivleiter, der 1998 zu den Begründern zählte, extra aus den USA, wo er derzeit lebt und arbeitet. Er wird Parallelen ziehen und abklopfen, was aus den Ideen zur Gründung am Ende geworden ist.

Sonnabend, ab 10 Uhr Vorträge Paul Peucker und Claudia Mai; ab 14.30 Uhr Workshops zur Sanierung.

www.archivverein-herrnhut.de/archivtag