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In der Pink-Mühle gibt’s Futter

Familie Kalley hat eine alte Scheune in Großdöbschütz als Laden hergerichtet. Auch davor kann man künftig einkaufen – auf einem neuen Wochenmarkt.

© Uwe Soeder

Von Katja Schäfer

Obergurig. Gemütlich einkaufen. Dieser oft in der Werbung gebrauchte Slogan trifft hier wirklich zu. Die unverputzten Natursteinmauern, die Regale und Tische aus grobem Holz, die alten landwirtschaftlichen Gegenstände an den Wänden – das alles sorgt für eine gemütliche Atmosphäre in der alten Scheune der Pink-Mühle in Großdöbschütz bei Obergurig. Daniel Kalley und seine Frau Nadine haben sie in den zurückliegenden Monaten mit Hilfe von Firmen saniert.

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Jetzt befindet sich darin der Futtermittel und Landhandel Pink, den der 38-Jährige von seinem Onkel Johannes Pink übernommen hat, als dieser vor etwa anderthalb Jahren starb. Bisher war das Geschäft einige Meter entfernt im ehemaligen Landwarenhaus Paul untergebracht. Ende August erfolgte der Umzug. Zuvor gab es in der Scheune sehr viel zu tun. Zuerst mussten alte Landwirtschaftsgeräte, Heu, Stroh und andere Dinge ausgeräumt werden. Dann wurde die feuchte Lehmschicht, die den Untergrund bildete, etwa einen halben Meter tief ausgehoben und ein stabiler Fußboden aufgebaut. Die Wände waren abzustrahlen, die Decke zu verstärken, die Tore durch Glastüren zu ersetzen, neue Fenster einzubauen und vieles mehr. „Beim Innenausbau haben wir Holz verwendet, das schon jahrelang in der Scheune gelagert hatte“, berichtet Daniel Kalley. Der rustikale Verkaufstisch entstand ebenso daraus wie die dreieckigen Regale, die von den Wänden aus in den Raum hinein ragen.

Darauf und davor lagert Futter für Tiere aller Art – zum Beispiel für Meerschweinchen, Kaninchen, Katzen, Hunde, Tauben, Papageien, Schafe, Pferde und Rinder. „Vom Haustierhalter bis zum Landwirt findet hier jeder, was er braucht. Und was nicht da ist, das bestellen wir“, sagt Nadine Kalley, die ihren Mann beim Betreiben des Geschäftes unterstützt, wenn sie ihre Arbeit im Landratsamt in Görlitz beendet hat. Auch Daniel Kalley kann sich nur in seiner Freizeit um den Futtermittelhandel kümmern. Hauptberuflich arbeitet er als Einkäufer bei Siemens in Görlitz.

Deshalb hat der Laden nur zweimal pro Woche geöffnet; mittwochs von 16 bis 17.30 Uhr und sonnabends von 9 bis 12 Uhr. Obwohl das so ist und der neue Standort an der Spree in Großdöbschütz weit abseits großer Straßen liegt, läuft das Geschäft gut. Die Kunden kommen nicht nur aus der unmittelbaren Umgebung, sondern zum Beispiel auch bis aus Neukirch, Hochkirch, Taubenheim und Bautzen. Auf Wunsch können sie sich speziell zusammengesetztes Futter vor Ort mischen lassen. Auch Möhren, Kartoffeln und Getreide gibt es. Ebenso Zubehör wie Tränken oder Futterbehälter. Die notwendigen Fachkenntnisse über Tierfutter haben sich Nadine und Daniel Kalley selbst angeeignet. Vieles wissen sie auch aus eigener Erfahrung. Denn die Familie, zu der drei Kinder gehören, hält auf ihrem Wohngrundstück unweit der Pink-Mühle selbst mehrere Tiere; neben Hund und Katze auch Hühner, Wachteln, Kaninchen und Schafe. Mit dem Umzug in die reichlich 200 Jahre alte Scheune kehrt der Futtermittelhandel an seinen Ausgangspunkt zurück. Johannes Pink gründete ihn kurz nach der Wende auf dem Gelände der Wassermühle, in der bis 1988 mit der Kraft der Spree gemahlen wurde. Später zog er ins einstige Landwarenhaus um. Dort hätte das Geschäft demnächst ohnehin raus gemusst. Denn die Gemeinde Obergurig will das Gebäude zum neuen Feuerwehrgerätehaus umbauen. Daniel Kalley hofft, dass es damit nun bald losgeht. Schließlich leitet der 38-Jährige die Ortswehr Großdöbschütz-Obergurig, die in ihrem derzeitigen Domizil mit beengten Verhältnissen klarkommen muss. Mit der Sanierung der Mühlenscheune haben er und seine Frau also zwei Probleme auf einmal gelöst: zum einen ein neues Domizil für den Futtermittelhandel geschaffen, zum anderen das Gelände der Mühle wiederbelebt. Dafür sorgt übrigens nicht nur der Futtermittelhandel. Ab diesem Wochenende gibt es auf dem benachbarten Dorfplatz an jedem Sonnabend von 8 bis 11 Uhr einen Wochenmarkt – organisiert von den Kalleys. Beim ersten Mal sind vier Händler dabei. Einer bietet Produkte der Hofkäserei Vetter aus Wehrsdorf sowie ausgewählte Fleisch-und Wurstwaren an, ein zweiter Obst und Gemüse. Außerdem sind „Der Obstquetscher“ aus Rodewitz/Spree mit Saft und Fruchtaufstrich sowie die Bäckerei Bresan vor Ort. „Wir hoffen, dass mit der Zeit noch mehr Anbieter dazu kommen“, sagt Nadine Kalley.

Der Wochenmarkt findet ab sofort jeden Sonnabend von 8 bis 11 Uhr auf dem kleinen Platz neben der Pink-Mühle an der Dorfstraße in Großdöbschütz statt. Interessierte Händler können sich melden unter 0176 96347072.