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Arzneiwerk soll schrumpfen

Dresden. Das Arzneimittelwerk Dresden GmbH (AWD) wird erneut aufgespalten, damit die Teile leichter verkauft werden können. "So schlank und wettbewerbsfähig wie möglich" solle AWD bis Januar werden, kündigte gestern Bernd Aundrup an, Vorstandsmitglied des Mutterkonzerns Asta Medica.

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Dresden. Das Arzneimittelwerk Dresden GmbH (AWD) wird erneut aufgespalten, damit die Teile leichter verkauft werden können. "So schlank und wettbewerbsfähig wie möglich" solle AWD bis Januar werden, kündigte gestern Bernd Aundrup an, Vorstandsmitglied des Mutterkonzerns Asta Medica. Nach Gewerkschaftsschätzungen gehen mindestens 100 Stellen verloren.
Aundrup sagte nach einer Belegschaftsversammlung in Coswig, das Kernunternehmen AWD werde statt jetzt 840 Beschäftigten in Dresden und Radebeul künftig noch 630 haben. Davon seien 270 außerhalb, als Verkäufer im In- und Ausland. Verkauf und Marketing waren erst 1997 nach Frankfurt am Main ausgegliedert worden. Nun soll AWD seine Medikamente für Asthma- oder Nervenkranke selbst den Ärzten verkaufen und nächstes Jahr 210 Millionen Mark umsetzen.
Die AWD-Forschung mit 228 Beschäftigten wird beendet, nur 30 der Spezialisten bleiben im Unternehmen. Weitere 40 bis 50 werden weiter in Dresden arbeiten, allerdings für Asta Medica. Den übrigen soll angeboten werden, eine neue Firma zu gründen und Produkte gegen Epilepsie, Diabetes und Schmerzen zu entwickeln. Geld gebe ihnen zunächst die Degussa-Hüls AG. Das ist das Mutterunternehmen von Asta Medica; es will sich wegen einer Fusion von der Pharmasparte trennen, hat aber noch keinen Käufer für Asta oder AWD gefunden. Asta hatte AWD 1991 übernommen und den eigenen Firmensitz formal nach Dresden verlegt - der spiele "keine Rolle mehr", sagte Aundrup gestern. Die Verpflichtung zu 250 Millionen Mark Investitionen sei erfüllt worden.
AWD kündigte an, seine etwa 40 Computer-Experten würden künftig für die Unternehmensgruppe Debis arbeiten. Der Betriebsratsvorsitzende Paul Rakow sagte, AWD werde "zerstückelt", habe aber realistische Chancen. Die Stimmung sei eher ruhig. (SZ/mz)

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