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Auf den Spuren von Anne Frank

Auf bunten Tafeln zeigen die Schüler der Oberschule Stauchitz das Leben der jungen Jüdin. Und das auf ganz ideenreiche Art.

Von Nicole Czerwinka

Sie war ungefähr so alt wie die Schüler der achten Klassen an der Oberschule in Stauchitz, als sie sich vor den Nazi-Verfolgern verstecken musste und ins Konzentrationslager Bergen-Belsen deportiert wurde. Anne Frank und ihr berühmtes Tagebuch sind ein Innbegriff der Judenverfolgung im Nationalsozialismus geworden.

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„Ich finde es beeindruckend, dass Anne Frank trotz dieser schlimmen Zeit immer versucht hat, ihr Leben normal zu leben“, sagt die 13-jährige Maren Mücke. Sie gehört zu jenen Schülern an der Oberschule „Anne Frank“, die im September das ehemalige Konzentrationslager in Bergen-Belsen besucht haben, wo Anne Frank 1945 umkam. Seither haben sich die Schüler intensiv mit dem Leben von Anne Frank auseinandergesetzt. Die Schüler haben die Eindrücke aus dem ehemaligen KZ gesammelt und umfassende Internetrecherchen über die Jüdin angestellt. Ergebnis dieser Projektarbeit sind etwa zehn Ausstellungstafeln, die zur Weihnachtsfeier der Schule am kommenden Sonnabend erstmals öffentlich gezeigt werden.

Ein Lebensweg in vielfältigen Ideen

So hat die 14-jährige Henriette Gommlich den Lebensweg von Anne Frank auf ihrer blauen Tafel beispielsweise als Schiene dargestellt. „Zum Schluss geht die Schiene in ein Stück Straße über, weil Anne Frank das letzte Stück fünf Kilometer weit zum KZ gelaufen ist“, sagt die Achtklässlerin. Mit kleinen Zetteln hat sie die wichtigen Lebensstationen von Anne Frank am Rande der Schienen als Haltestellen markiert: die Geburt 1929, der Umzug nach Amsterdam, das Versteck in einem Hinterhaus ab 1942 und natürlich das KZ in Bergen-Belsen. Der fünf Kilometer lange Weg, den Anne Frank vom Zug bis zum KZ damals noch zurücklegen musste, hat auch Clemens Münch beschäftigt. Der 14-Jährige hat auf seiner Ausstellungstafel zahlreiche Bilder aus dem Konzentrationslager aufgeklebt. Daneben stehen zwei Texte. Einer erzählt in sachlichen Worten, wie die Häftlinge im KZ ankamen und dort behandelt wurden. Der andere stammt von Anne Frank selbst und schildert ihre persönliche Sicht auf die Ankunft in Bergen-Belsen.

Interessant ist auch die Arbeit von Hanna Weintaler. Sie hat die Bilder auf ihrer Collage bei dem Besuch in der Gedenkstätte selbst fotografiert, die Ansichten in Schwarz-Weiß anschließend zerrissen und mit farbigen Malereien wieder ergänzt. Zu sehen sind hier unter anderem der Grabstein von Anne Frank, ein Massengrab in dem KZ und ein Zugwaggon, in dem die Häftlinge dort angekommen sind.

Nicht mit Ausstellungstafeln, sondern mit einem Quiz wollen Anneke Schumann, Gesine Dubiel und Patrizia Hartung die Besucher am Sonnabend in der Schule über Anne Frank informieren. „Wir wollten einfach etwas anderes machen und haben uns deshalb zehn Quizfragen über das Leben von Anne Frank ausgedacht“, berichtet Anneke Schumann. Damit es nicht zu schwer wird, werden die 14-jährigen Schülerinnen zuvor einen Informationstext über das Leben der Jüdin vorlesen. Es soll vor allem darum gehen, wo sie geboren ist, wie lange sie in dem Hinterhaus in Amsterdam wohnte und wie viele Juden dort untergebracht waren. „Vielleicht teilen wir für die Gewinner auch ein paar Gummibärchen aus“, erzählen die Schülerinnen. Die Ausstellung soll nach der ersten Präsentation in der Schule auch durch die Gemeinde und das Umland wandern.

Anne-Frank-Ausstellung zum Weihnachtsmarkt in der Oberschule Stauchitz am 7. Dezember, ab 14 Uhr