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Auf die Schubkarre, fertig, los

Der Preis für den Sieger war eher da als die Idee für den besonderen Wettlauf. Nun erlebt er schon seine zehnte Auflage.

Von Heike Sabel

Je kleiner der Ort, umso mehr muss er sich einfallen lassen, um Besucher zum Ortsfest zu locken. Am Anfang der besonderen Breitenauer Idee stand eine Schubkarre aus dem Baumarkt. Für 15 Euro ein Schnäppchen. Damit stand der Preis schon fest. Eine Schubkarre gibt es seither jedes Jahr für den Sieger. Der Wettbewerb zur Schubkarre entstand danach. Mit einer normalen Schubkarre um die Wette rennen, das kann jeder. Außerdem sollte es ja ein Spaß-Wettbewerb werden.

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Also begannen die Breitenauer, zu bauen. Herausgekommen ist ein Gefährt, das schon fast führerscheinpflichtig ist. Das Luftrad eiert kräftig. Die Stallschubkarre hat keinen Rand zum Festhalten, weder von Personen noch von Eimern, Bierkästen und Ähnlichem. Und genau darauf kommt es an. Jedes Jahr denken sich die Breitenauer jetzt etwas aus, wie sie die Mannschaften überraschen können.

Mal müssen Bierkästen transportiert werden, mal müssen Wassereimer gefüllt und ins Ziel gefahren werden, mal sind Sandsäcke zu stapeln und zu balancieren. Was diesmal zu tun ist, verrät Werner Krakautzki noch nicht. Damit keiner trainieren und sich vorbereiten kann. Außerdem ist dann der Spaß ein größerer. Auf jeden Fall was mit Wasser. Es ist schließlich ein Wettkampf der Feuerwehren. Bisher jedenfalls. Wenn sich mal ein anderes Dreier-Team meldet, gern. Die Gersdorfer sind diesmal übrigens das erste Mal dabei.

Noch keine Frauenmannschaft

Die Schubkarre hält nun schon zehn Jahre aus und jedes Jahr sechs bis acht Mannschaften. Jede fährt mit dieser einen Schubkarre hintereinander den Parcours. Der ist zwar nur 30 Meter lang, hat es aber in sich. Manchmal haben die Breitenauer zwischendurch Podeste eingebaut. Das klingt einfach, aber mit der beladenen und eiernden Schubkarre da heil drüber zu kommen, ist schon siegverdächtig. Passiert ist noch nichts. Jedenfalls nichts Schlimmes. Klar ist schon mal jemand runtergefallen, so wie Philipp Schiebel beim Fotografieren. Es ist nämlich gar nicht so einfach, sich auf der Platte zu halten. Noch dazu mit einem Bottich auf dem Schoß. Dabei war der bei der Probe noch leer …

Manches Team musste kurz vor dem Ziel auch schon wieder zurück zum Start, zum Beispiel, wenn kein Wasser mehr im Eimer war. Da können dann 30 Meter sehr weit werden. Das Publikum will ja etwas sehen und seinen Spaß haben, sagt Werner Krakautzki. Die Zuschauer des Schubkarrenlaufes haben einen besonderen Platz. Sie sitzen an Biertischgarnituren etwas höher und schauen gewissermaßen auf die zur Wettkampffläche umfunktionierte Wiese hinab. Die können die Breitenauer nutzen, im Gegenzug mähen sie sie.

Der Schubkarrenlauf ist natürlich nicht alles zum Breitenauer Vereinsfest am Wochenende, aber sicher einer der Höhepunkte. Die Schausteller sind mit ihren Wagen schon seit ein paar Tagen da. Die Halle der Agrargenossenschaft wird dekoriert. Hier finden die Disco, der Familientanz und das Puppentheater statt und öffnet die Kaffeestube der Sportfrauen. Die könnten übrigens auch mal beim Schubkarrenlauf starten. Sie wären die erste Frauenmannschaft.

Freitag: ab 17 Uhr Schausteller, 20.30 Uhr Lampionumzug, 22 Uhr Party Total, Sonnabend: 12.30 Uhr Löschangriff, 14.30 Uhr Schubkarrenlauf, Kinderfest, 20 Uhr Musik und Tanz; Sonntag: 12 Uhr Flohmarkt, 13.30 Uhr Vogelschießen, 14.30 Uhr Familienprogramm (Auswahl)