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Autohäuser rüsten gegen Diebe auf

Investiert wird in mehr Licht, schwere Zäune und Überwachungsanlagen. Mitunter helfen einfache Lösungen.

© Thorsten Eckert

Von Thomas Drendel & Frank Oehl

Dresden vor wenigen Tagen: Vom Gelände eines Autohauses klaut eine Diebesbande gleich drei Opel. Schaden: 55.000 Euro. Noch schlimmer erwischt es die Autovermietung Avis im vergangenen Monat in Zittau. Dort werden acht Fahrzeuge in einer Nacht mitgenommen. Geklaut werden zwei Opel, ein Seat, ein Ford, ein Mercedes, ein Renault, ein Peugeot sowie ein Volkswagen – allesamt Modelle aus den Jahren 2013 und 2014. Mit einem Schlag ist der gesamte Fuhrpark des Autovermieters weg. Der Schaden, den die Diebe angerichtet haben, beläuft sich auf rund 211.000 Euro.

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Nach Aussagen eines Polizeisprechers handelt es sich um Bandenkriminalität. Die Sonderkommission Kfz des Landeskriminalamtes Sachsen hat die Ermittlungen in dem Fall übernommen. Auch in den Avis-Filialen in Görlitz und Bautzen haben unbekannte Diebe schon Autos mitgehen lassen. In der Spreestadt waren es damals drei Fahrzeuge auf einmal. In beiden Fällen blieben die Täter bis zuletzt unbekannt. Kein Wunder, dass auch in den Autohäusern im Raum Kamenz und im Rödertal die Angst vor solchen spektakulären Diebstählen umgeht. Sie investieren beträchtliche Summen, um den professionell agierenden Tätern etwas entgegenzusetzen.

Zum Beispiel Thomas Elitzsch. Der Kamenzer führt sieben Autohäuser – zumeist in der Lausitz. Vor bald zwei Jahren hatte er Alarm geschlagen, nachdem aus dem Haupthaus in Kamenz in kurzer Zeit mehrere teure Modelle entwendet worden waren (die SZ berichtete). Sogar ein Staatssekretär aus dem Innenministerium und Sachsen Polizeichef waren vor Ort, um gemeinsam mit Kamenzer Unternehmen Maßnahmen zu beraten. Eine hieß: mehr Licht! „Ich habe 30.000 Euro allein in die neue LED-Beleuchtung im Gewerbegebiet an der Windmühle gesteckt“, sagt Elitzsch. Und noch einmal 35.000 Euro in Kameratechnik. „Das macht sich bezahlt“, sagt der Firmenchef. Schon zweimal seien des Nachts Maskierte per klarer Ansage vom Hof vertrieben worden, nachdem der Sicherheitsdienst alarmiert worden war.

Oder nehmen wir die Firma Radeberger Reisemobile in Feldschlößchen. Hier stehen Fahrzeuge auf dem Hof, die die 100 000 Euro-Marke erreichen können. Um die Täter abzuschrecken, hat der Autohändler jetzt einen massiven Zaun um das Firmengelände an der Radeberger Straße ziehen lassen. Der ist gut zwei Meter hoch, Diebe dürften es schon mal schwer haben, drüberzukommen. Mit einem Auto durchzubrechen, ist unmöglich. Ein schweres Rolltor ergänzt die Anlage. Zusätzlich ist das Gelände mit einer Alarmanlage gesichert. In den Fahrzeugen gibt es eine Raumüberwachung. Setzt sich jemand unerlaubt auf den Fahrersitz, geht sie los. „Bis jetzt zumindest hat das Wirkung erzielt“, sagt Kathleen Sperling von Radeberger Reisemobile. Knapp 30 000 Euro hat die Firma nach eigenen Angaben inzwischen in Sicherheitstechnik investiert.

Auch das Autohaus Franke mit Standorten in Radeberg und Pulsnitz rüstet gegen Autodiebe auf. Bei dem Unternehmen stehen Autos von Volkswagen und Skoda auf dem Hof, also Modelle, die bei Dieben hoch im Kurs stehen. „Wir haben eine Videoanlage installiert. Damit können wir den Außenbereich überwachen“, sagt Geschäftsführer Ivo Franke. Die Bilder werden zu einem Wachdienst übertragen. Der reagiert bei Auffälligkeiten. „Zusätzlich haben wir eine Außensprechanlage. Darüber fordern wir Unbefugte auf, das Gelände zu verlassen oder kündigen an, dass der Wachschutz in wenigen Minuten eintrifft und die Polizei informiert ist“, sagt der Autohaus-Chef. – Die Polizei begrüßt solche Maßnahmen. „Alles, was einen Diebstahl erschwert, sei es durch Scheinwerfer, eine Alarmanlage mit viel Lärm oder einen stabileren Zaun, ist hilfreich“, sagt Thomas Knaup, Sprecher der Polizeidirektion. Nach Erkenntnissen der Polizei kundschaften viele Diebe ihre potenziellen Opfer vorher aus. „Diebe scheuen zu viel Aufwand“, sagt der Beamte. Nach seinen Angaben reichen auch oft schon einfachere Dinge wie Rad- und Lenkerkrallen. „Auch der Ausbau der Batterie hält ab, den Wagen einfach zu starten.“ Die Polizei bietet Autohäusern und anderen Firmen eine Beratung zum Diebstahlschutz an. „Sie ist kostenlos. Einfach einen Termin ausmachen. Der Beamte kommt dann zu dem Betrieb und macht Vorschläge, die genau zu den Gegebenheiten passen“, sagt Knaup.

Polizeiliche Beratungsstelle im Landkreis Bautzen, 03591 356251, Mail: rol[email protected]