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Bärnsdorfer Straße wird Sackgasse

Eine Woche lang gab es Messungen an der Straße. Die Ergebnisse sind erschreckend und zwingen zum Handeln.

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© Archivfoto: René Plaul

Von Nadine Steinmann

Medingen. Endlich können die Medinger, die an der Bärnsdorfer Straße wohnen, auf mehr Ruhe vor ihrer Haustür hoffen. Wochenlang hatten sie darum gekämpft, dass sich an der Situation etwas ändert. Denn die Bärnsdorfer Straße hat sich im Laufe der Zeit zu einem beliebten Schleichweg in Richtung A 13 entwickelt. So kommen Schwerlasttransporter, die aus dem Medinger Gewerbegebiet auf die Autobahn wollen, am schnellsten zur Anschlussstelle in Marsdorf. Zu den anderen Auffahrten auf die Autobahn müssten sie erst einen größeren Bogen fahren. Und für gewöhnlich wählt der Fahrer nun mal den schnellstmöglichen Weg, um seine Arbeit zu erledigen. Dabei scheint es ihnen auch völlig egal zu sein, dass auf dieser Straße ein Fahrverbot für Lkws gilt. Aber auch die Pkw-Fahrer verhalten sich auf der kleinen Straße nicht besser, halten sich nur selten an die vorgeschriebenen 30 Stundenkilometer.

Jeder Vierte fährt zu schnell

Kein Wunder also, dass beim Ordnungsamt der Gemeinde Ottendorf-Okrilla zahlreiche Beschwerden der Anwohner eingegangen sind. Deshalb lud Ortschaftsrat Jens Purschwitz auch den Leiter des Amtes, Robert Haubner, zu einem Termin vor Ort ein, um ihm die Situation sowie die Sorgen der Anwohner zu erklären. „Viele Kinder laufen hier auch zur Schule“, erklärte Purschwitz schon damals gegenüber der SZ. Denn diese befindet sich in unmittelbarer Nähe. Vor rund zwei Wochen ließ die Verwaltung schließlich eine Verkehrsmessung auf der Bärnsdorfer Straße im Zeitraum von über einer Woche durchführen. Die Ergebnisse sind erschreckend.

Bei der Messung wurden nach Angaben von Robert Haubner beide Fahrspuren gemessen. Im Durchschnitt sei davon auszugehen, dass momentan rund 500 Fahrzeuge werktags die Bärnsdorfer Straße benutzen. Ein erstaunlich hoher Wert, dafür, dass es sich nur um eine kleine und enge Straße handelt. Natürlich hat der Verkehrszähler auch die Geschwindigkeiten der Autofahrer gemessen und dabei hat sich bewahrheitet, was nicht nur Jens Purschwitz, sondern auch die Anwohner der betroffenen Straße immer wieder kritisiert haben: Es wird gerast. Spitzenreiter war nach Angaben von Robert Haubner ein Autofahrer mit 77 Stundenkilometern. In einer 30er-Zone! „Im Allgemeinen kann davon ausgegangen werden, dass die Fahrzeugführer die angegebene Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h in diesem Wohngebiet nicht einhalten, jeder Vierte fährt schneller als 35 km/h“, berichtet der Ordnungsamtsleiter auf Nachfrage der Sächsischen Zeitung.

Nach Erschließung des neuen Wohngebiets an der Fritz-Höppler-Straße habe die Bärnsdorfer Straße im Bereich der Bebauung den Charakter einer Ortsverbindungsstraße verloren und dient mittlerweile hauptsächlich als Anliegerstraße. Das hohe Verkehrsaufkommen ist also nicht mehr tragbar. „Es ist daher geplant, die Bärnsdorfer Straße als Sackgasse einzurichten“, erklärt Robert Haubner. Momentan laufen noch Abstimmungsfragen mit dem Ortschaftsrat Medingen sowie den Anwohnern. Eine Umsetzung der geplanten Maßnahme „erfolgt dann zeitnah“, so der Leiter des Ordnungsamtes.

Dann sollten die Anwohner der Bärnsdorfer Straße endlich wieder Ruhe haben und müssen sich keine Sorgen mehr um ihre Kinder machen.