merken
PLUS

Bäume bleiben, Kegelbahn verschwindet

Lidl hat auf die Stadtrats-Kritik an seinen Markt-Neubauplänen schnell reagiert und dabei einen Vorschlag des TSV-Vorsitzenden René Eilke aufgegriffen.

© Arvid Müller

Von Sven Görner

Neben dem geplanten Wohngebiet am Heroldstein gibt es derzeit für den Stadtrat noch ein zweites Bau-Dauerthema. Die Neugestaltung des Lidl-Markt-Standortes auf dem Lindenplatz. Doch während die Arbeiten am Bebauungsplan für die Wohnsiedlung nur zäh vorankommen, geht es beim Vorhaben des Discounters umso zügiger. Und das, obwohl der Stadtrat auch hier, ähnlich wie am Heroldstein, Einwände gegen die Vorstellungen des Investors vorgebracht hat. Allerdings reagierte Lidl auf diese überraschend schnell. Was wohl auch daran liegen mag, dass René Eilke, der in Personalunion CDU-Stadtrat und Vorsitzender des TSV Radeburg ist, im Technischen Ausschuss Anfang Mai eine verblüffende Lösung für das Problem vorschlug. Diese griff das Unternehmen auf und präsentierte im jüngsten Stadtrat eine neue Bebauungsvariante für das Areal, die nun die Zustimmung der Damen und Herren Stadträte fand.

JABS
JABS – Euer Zukunftsportal
JABS – Euer Zukunftsportal

Auf JABS erfahrt ihr alles, was für eure Zukunft wichtig wird und wie ihr euch am Besten darauf vorbereitet.

Denn die schönen alten Bäume im Dreieck zwischen Lindenweg, Würschnitzer Straße und Lindenplatz bleiben so erhalten. Der ursprüngliche Plan sah vor, dass der neu zu errichtende Lidl-Markt bis in diese Ecke reichen sollte. Der Großteil der Bäume hätte dann wohl weichen müssen. Darauf hatte vor allem Kerstin Fuhrmann (CDU) aufmerksam gemacht und gefordert, die Pläne zu ändern. Das, so machten die Vertreter des Discounters Anfang Mai unmissverständlich klar, sei auf dem nicht gerade ideal zugeschnittenen Gelände kaum möglich. Zumindest nicht, wenn am gleichzeitigen Bau eines zweiten Gebäudes für einen separaten Drogerie-Markt festgehalten werden soll. Dieser ist aber ein ausdrücklicher Wunsch vieler Radeburger. Seit Schließung der beiden Schlecker-Filialen in der Stadt gibt es laut Bürgermeisterin Michaela Ritter (parteilos) im Rathaus immer wieder entsprechende Bürgeranfragen. Der Stadt ist es bisher nicht gelungen, einen entsprechenden Anbieter nach Radeburg zu holen.

Um Platz für beide Baukörper zu haben und trotzdem die Bäume zu erhalten, hatte René Eilke vorgeschlagen, das Areal in Richtung Großer Röder zu erweitern. Mit der Konsequenz, die dann im Wege stehende Kegelbahn des Vereins abzureißen. Diese sei ohnehin marode und verursache nur ständig weitere Kosten, hatte der Vereinschef argumentiert. Zudem gibt es Pläne, auf dem Sportplatz an der Jahn-Allee nicht nur ein neues Funktionsgebäude zu errichten, sondern in einem zweiten Bauabschnitt auch eine neue Kegelbahn.

Mit der jetzt von Stadtrat beschlossenen Variante muss die alte Kegelbahn tatsächlich weichen. Wie Eilke sagt, könnten die Kegler bis zum Bau der neuen Bahn möglicherweise in Rödern ihrem Sport nachgehen. Michaela Ritter hat zudem mit dem Inhaber des Radeburger Hofs gesprochen. Der hat seine eigene Anlage zwar entfernt, allerdings sei ohnehin überlegt worden, die jetzige TSV-Anlage auszubauen und in der neuen Bahn weiterzunutzen.

Gemeinsam mit dem TSV soll jetzt auch geprüft werden, das Neubauvorhaben an der Jahn-Allee zu forcieren, sagt die Bürgermeisterin. Mit dem Ziel, nun doch den gesamten Komplex auf einmal zu bauen. Entscheidend wird dabei allerdings sein, wie viel Fördermittel es für das Vorhaben gibt. Ein bis zwei Jahre müssen die Kegler aber sicher mit einer Interimslösung leben.