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Bahnen sollen weiter über Brücke rollen

Stadträte und Bürger lehnen den FDP-Vorstoß ab, eine Sperrung der Albertbrücke für Autos zu verhindern. Sie plädieren für durchgängigen Bahnverkehr.

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Von Peter Hilbert

Straßenbahnen müssen bei der Sanierung der Albertbrücke weiter rollen. Das verlangt Stadtrat Tilo Wirtz (Linke) und unterstützt damit die von der Stadt geplante Verkehrsführung. Danach soll die Elbquerung von November 2013 bis Mai 2014 für Kraftfahrzeuge gesperrt werden, damit Bahnen fahren können. Die FDP kämpft weiter gegen eine Sperrung und wird dabei vom FDP-geführten Wirtschaftsministerium unterstützt, das über die Fördermittel verfügt (die Sächsische Zeitung berichtete am Sonnabend). Würde der Fahrzeugverkehr aufrechterhalten, erhöhen sich die reinen Baukosten um 3,1 Millionen Euro, stellte das Rathaus klar. Auch wenn der Freistaat die Mehrkosten abfangen würde, reagiert Wirtz, „wäre das Ganze ein vergiftetes Wahllockangebot der FDP auf Staatskosten“. Mit der Waldschlößchenbrücke hätten Autos eine leistungsfähige Ausweichroute. Für Straßenbahnen gebe es hingegen keine Alternative, argumentiert er.

Grüne gegen zusätzliche Millionen

Mit allen Zusatzausgaben für Nahverkehrsumleitungen würden sich die Mehrkosten sogar auf rund sechs Millionen Euro summieren, rechnet Grünen-Fraktionschef Thomas Löser vor. „Auch wenn eine Sperrung für Autofahrer ärgerlich ist, wäre dies nicht zu verkraften“, sagt er. Die FDP gebe sich doch immer den Anschein, für Schuldenfreiheit zu kämpfen. Deshalb ist Löser verwundert, dass sechs Millionen zusätzlich ausgegeben werden sollen, nur damit die FDP eine Klientel bedienen kann. Für diese Summe könnten zwei Kitas und eine Grundschule saniert werden, vergleicht Löser. Vor allem für Schüler, die die Straßenbahnen nutzen, gebe es im Falle einer Brückensperrung für den Nah- zugunsten des Autoverkehrs keine Alternative.

Erbost meldete sich der Neuostraer Leser Karsten Preuß gestern bei der Sächsischen Zeitung. „Das Wirtschaftsministerium will offenbar das Geld zum Fenster rauswerfen, nur weil es um den Autoverkehr geht. Das ist völlig inakzeptabel. Das Ministerium sitzt aber auf dem Geldtopf.“ Bei der Förderung des öffentlichen Nahverkehrs werde hingegen geblockt, sagt Preuß mit Blick auf die immer spärlicher fließenden Zuschüsse für diesen Bereich.