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Balken für Balken zum Glück

Die Sensenschmidts sanieren in Oppach ein Umgebindehaus. Das braucht viel Geduld – macht aber zufrieden, wie sie sagen.

Von Carina Brestrich

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Zusammen einen Schritt voraus

Die Anforderungen wachsen jeden Tag und mit ihnen die hervorragenden Produkte in High-End-Qualität von SKAN. 

Oppach. Warum tust du dir das an? Diesen Satz hat Christian Sensenschmidt aus Oppach schon oft gehört. Immerhin hat sich der 78-Jährige wahrlich keine einfache Aufgabe für seinen Ruhestand gesucht. Gemeinsam mit seiner Frau Felicitas saniert der Oppacher seit fünf Jahren das Haus, in dem er geboren ist, ein denkmalgeschütztes Umgebindehaus aus dem Jahr 1819. Dies sei tatsächlich kein Spaziergang: „Aber ich sehe das nicht als Arbeit. Es ist mein Hobby, und es erfüllt mich sehr“, sagt der Ruheständler.

Mit viel Geduld, ohne Fördermittel und Raum für Raum arbeiten sich die Sensenschmidts vor. Dabei stemmen sie so viel wie möglich in Eigenleistung. Außerdem legt das Paar viel Wert darauf, nicht nur denkmalgerecht zu bauen, sondern auch so viel wie möglich alte Materialien zu verwenden. Keiner der Balken der Blockstube etwa ist jünger als 140 Jahre. Die Ritzen dazwischen sind mit Hanf ausgefüllt. Mehrere Tonnen des traditionellen Isoliermaterials hat Sensenschmidt an seinem Haus schon verbaut, wie er jedes Jahr auch beim Tag des offenen Umgebindehauses berichtet: „Wir machen mit, weil wir die Volksbauweise gern weitertragen wollen. Wir möchten Anregungen geben oder gar vom eigenen Umgebindehaus überzeugen.“

Jeden Arbeitsschritt hält der Oppacher mit dem Fotoapparat fest. „Und wenn wir einen Raum fertig haben, dann freuen wir uns über jede Kleinigkeit“, sagt er. Neuester Motivationsschub ist der Kachelofen in der Blockstube. In Blau glänzt er seit wenigen Tagen im künftigen Wohnzimmer. „Er wird wohl künftig der Lieblingsort für unsere Katzen sein“, sagt Felicitas Sensenschmidt und lacht. Die Betreiberin des Bio-Markts in Oppach kommt ursprünglich aus Düsseldorf, lebt seit 2003 in Oppach. Die Umgebindebauweise hatte es ihr damals sofort angetan: „Es ist erstaunlich, was die Menschen für ein Wissen hatten, ökologisch zu bauen“, sagt sie.

Erstaunlich ist auch, was beim Bauen alles zutage treten kann. Auf der Rückseite zweier Bretter aus der Verkleidung der Blockstube fand Christian Sensenschmidt zwei Inschriften. Die stammen von der ersten Sanierung des Hauses 1891 durch seinen Urgroßvater. Auf einem Brettchen hinterließ dieser die Nachricht, keine Kopfschmerzen mehr zu haben. Der Grund: Im Zuge der Sanierung hatte er die Decke um 30 Zentimeter gehoben.

In vier Jahren wollen die Sensenschmidts mit ihrem Haus fertig sein. Dann feiert es sein 200. Jubiläum.

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