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Freital

Neues Leben für die Ballsäle Coßmannsdorf

Die Abrissarbeiten im Innern haben begonnen. Bis Ende 2021 fließen über vier Millionen Euro in das Haus. Danach soll es für jedermann nutzbar sein.

Oberbürgermeister Uwe Rumberg (links) und Bauplaner Thomas Klingauf sehen sich kurz vor den Abrissarbeiten noch einmal in den Ballsälen Coßmannsdorf um.
Oberbürgermeister Uwe Rumberg (links) und Bauplaner Thomas Klingauf sehen sich kurz vor den Abrissarbeiten noch einmal in den Ballsälen Coßmannsdorf um. © Karl-Ludwig Oberthuer

Das waren noch Zeiten! Als die Ballsäle Coßmannsdorf der Dreh- und Angelpunkt der Faschingsszene, ja der Party-Szene überhaupt waren. Jedenfalls für Freital. Inzwischen steht das Haus leer, verströmt allenfalls morbiden Charme. Auf der Kegelbahn im Keller rollt schon lange keine Kugel mehr, im Erdgeschoss, wo zuletzt noch gefeiert wurde, ist die Deckenverkleidung abgerissen. Die Treppe ins Obergeschoss ist provisorisch mit Spanplatten überbaut, um die alten Stufen zu schonen. Und der große Saal oben ist von Kopf bis Fuß, also von der Decke bis zum Fußboden so abgenutzt, da will niemand mehr feiern.

„Das soll sich wieder ändern“, sagt Oberbürgermeister Uwe Rumberg (CDU). Deshalb habe der Stadtrat 2018 entschieden, dem Eigentümer das Haus abzukaufen, zu sanieren und der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Nachdem ein Sanierungsbeginn bereits für Herbst 2019 geplant war, geht es in dieser Woche endlich richtig los. Es habe Verzögerungen gegeben durch unvorhersehbaren Planungsaufwand. Manche Leitung lag nicht dort, wo sie erwartet wurde. Und durch die angestrebte öffentliche Nutzung ist auch der Brandschutz ein großes Thema. „Vorbereitende Arbeiten haben immerhin schon stattgefunden“, sagt Thomas Klingauf, der mit seinem Freitaler Ingenieurbüro für Planung und Bauüberwachung zuständig ist.

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„Wir haben jetzt überall Baufreiheit geschaffen und auch Baustrom verlegt.“ Das sei komplizierter gewesen als erwartet. Doch jetzt ist es so weit und die Abrissfirma kann im Innern loslegen. Fußbodenbeläge, alte Verkleidungen, Wasserleitungen, Elektroinstallationen und vieles mehr müsse erst einmal raus. „Es wird erst einmal ziemlich unordentlich aussehen“, sagt Klingauf. Doch wer etwas Neues schaffen wolle, müsse zunächst das Alte beseitigen.

Damit etwas Neues entstehen kann, braucht es auch eine ordentliche Finanzierung. Das war zunächst das Problem. Denn gekauft hatte das Gebäude die städtische Wohnungsgesellschaft Freital (WGF). Doch bei ihr war das Projekt nicht förderfähig. Also wurde es für 300.000 Euro an die Stadt Freital weiterverkauft. Diese plant nun mit Sanierungskosten von über vier Millionen Euro. Etwa zwei Drittel davon kommen als Fördermittel vom Freistaat.

Mit diesem Geld soll natürlich nicht nur die Fassade schick gemacht werden. Im Innern entstehen Veranstaltungs-, Party- und Funktionsräume verschiedener Größen. Die Technischen Werke Freital (TWF) werden das Haus dann bewirtschaften und als Vermieter auftreten. „Im Erdgeschoss soll es einen Raum für etwa 40 Personen geben, in dem zum Beispiel Familienfeiern stattfinden können“, sagt TWF-Geschäftsführer Jörg Schneider. „Ein zweiter, größerer Mehrzweckraum, der auch für etwas lautere Partys für jüngere Leute geeignet sein wird, entsteht dort, wo jetzt noch die Reste der Kegelbahn zu sehen sind.“

Im Obergeschoss bleibt der große Saal erhalten. Ein festes Ensemble, das diesen bespielt, wird es aber nicht geben. Dennoch wird das Haus das ganze Jahr über bewirtschaftet. Ziel sei es auch, eine regelmäßige Gastronomie einzurichten, die den Standort belebt. Außerdem werden die drei Vereine, die das Überleben des Hauses so lange gesichert haben, Räume bekommen für Garderoben und Vereinstreffen.

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Die Entscheidung war umstritten, aber eindeutig. Manche Stadträte befürchten ein ganz bestimmtes Szenario.

Denn ohne den Jugendklub, den Faschingsverein Hainsberg und den Verein zum Erhalt der Ballsäle Coßmannsdorf, gebe es diesen Veranstaltungsort wahrscheinlich schon gar nicht mehr. So aber besteht die Chance, dass die Ballsäle ab 2022 wieder zum Dreh- und Angelpunkt für Feiern und Partys aller Art werden. 

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