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Bannewitz macht Schulden für neue Dreifeldhalle

Für das sechs Millionen Euro teure Projekt leistet sich die Gemeinde keine weiteren Extras.

Auf dem Papier gibt es sie schon: Voraussichtlich im Mai soll Baustart für die neue Dreifeld-Sporthalle in Bannewitz sein. Die Gemeinderäte haben jüngst den Finanzplan dafür beschlossen.
Auf dem Papier gibt es sie schon: Voraussichtlich im Mai soll Baustart für die neue Dreifeld-Sporthalle in Bannewitz sein. Die Gemeinderäte haben jüngst den Finanzplan dafür beschlossen. © Visualisierung: Iproconsult GmbH

Es ist die größte Investition, die sich Bannewitz vorgenommen hat – und sie verschiebt anderes auf die Warteliste. Für rund sechs Millionen Euro soll im Norden der Grund- und Oberschule „Am Marienschacht“ in Bannewitz eine neue Dreifeldhalle entstehen. Die ersten Vorbereitungen für den Neubau sind bereits getroffen. Ende vorigen Jahres wurde damit begonnen, das Baufeld auf dem Acker an der Max-Dittrich-Straße vorzubereiten. Voraussichtlich ab Mai soll dann die neue Sportstätte in die Höhe wachsen.

Ausschließlich aus eigener Tasche lässt sich das Millionen-Projekt nicht umsetzen, das Teil einer Großinvestition in den Bannewitzer Schulstandort ist. Bis 2024 sollen hier 11,5 Millionen Euro umgesetzt werden. Über die Dreifeldhalle hinaus plant die Gemeinde auch, die alte Turnhalle zur Mensa umzubauen und das Schulhaus selbst zu sanieren. Auch der Anbau des Fachkabinettes, das vorigen Sommer fertig wurde, ist Teil der Neuerungen am Schulcampus Bannewitz.

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Um aber zunächst die neue, etwa 2 500 Quadratmeter umfassende Halle bauen zu können, hat die Gemeinde bereits vom Freistaat einen Fördermittelbescheid über 2,4 Millionen Euro erhalten. Das Geld soll helfen, reicht aber nicht aus. Für die restliche Summe muss Bannewitz selbst aufkommen und dafür neue Schulden machen. Insgesamt 3,5 Millionen Euro Kredit werden für die Dreifeldhalle benötigt. Ein Kredit von zwei Millionen Euro ist schon bewilligt. Ein weiterer über 1,5 Millionen Euro kommt dieses Jahr dazu.

Die Bannewitzer Gemeinderäte haben jüngst die Weichen für die Finanzierung des Projektes gestellt. Einstimmig ist der Etat fürs laufende Jahr beschlossen worden. Dennoch haben die Mitglieder des Gremiums die Neuverschuldung der Gemeinde nicht sorglos durchgewunken. Nachdem die CDU-Fraktion in der Vergangenheit bereits mehrfach ihre Skepsis darüber kundtat, dass steigende Baukosten die Finanzierung der gesamten Großinvestition am Bannewitzer Schulstandort ins Kippen bringen könnten, mahnte nun auch die Freie Wählergemeinschaft Bannewitz zur Vorsicht. „Ich habe schon Bedenken, wie eine Finanzierung über 2019 hinaus gesichert ist“, sagt Steffen Hinz, stellvertretend für die Freie Wählergemeinschaft, im Hinblick auf den weiteren Finanzplan. Mit ihrem Beschluss unterstützten die Gemeinderäte schließlich vorerst nur die Finanzierung für 2019. Man mache sich sorgen, ob Bannewitz sich mit der Dreifeldhalle und den weiteren geplanten Investitionen am Schulstandort finanziell übernehme. Immerhin führen die Kreditaufnahmen für die Dreifeldhalle dazu, dass sich die Gemeinde hoch verschuldet.

Hinz bezieht sich dabei auf Erläuterungen im aktuellen Haushaltsplan. Demnach liege eine hohe Verschuldung vor, „wenn der Richtwert für die Verschuldung des Kernhaushaltes von 850 Euro je Einwohner bei kreisangehörigen Städten und Gemeinden erreicht oder überschritten ist“. Mit der Kreditaufnahme von insgesamt 3,5 Millionen Euro ist das der Fall.

Das Baufeld neben dem Schulhaus in Bannewitz ist bereits zu erkennen. In diesem Jahr wird mit dem Hallenbau begonnen. 
Das Baufeld neben dem Schulhaus in Bannewitz ist bereits zu erkennen. In diesem Jahr wird mit dem Hallenbau begonnen.  © Andreas Weihs

Die Gesamtverschuldung der Gemeinde steigt demnach bis zum Ende dieses Jahres auf mehr als 8,4 Millionen Euro. Und das, obwohl Bannewitz im laufenden Jahr bereits rund 516 000 Euro an Schulden tilgt. Die magische Grenze zur Hochverschuldung unterschreitet Bannewitz erstmals wieder im Jahr 2021, wenn jedes Jahr planmäßig rund 500 000 Euro zurückgezahlt werden sollten. Darüber hinaus, sei es auch nicht ausgeschlossen, dass der Kassenkredit der Gemeinde in diesem Jahr in Anspruch genommen werden muss – so, wie es auch schon in den Vorjahren geschehen ist. Dies bleibe dennoch Ausnahmefällen vorbehalten, erklärt Kämmerin Anne Müller. Sie teilte die Sorge einiger Gemeinderäte nicht, Bannewitz könne sich mit den Investitionen in den Schulstandort übernehmen und damit eine Genehmigung für den knapp 18 Millionen Euro umfassenden Haushalt zu bekommen. Das Prozedere sei im Vorfeld im Pirnaer Landratsamt besprochen worden, so Müller.

Auch wenn zum Sommer 2020 die neue Dreifeldhalle in Bannewitz fertig werden soll, müssen aufgrund der Großinvestition andere Projekte warten. Die geplante Modernisierung des Feuerwehrgerätehauses in Possendorf beispielsweise wird auf das Jahr 2021 verschoben. Aufgehoben sei das Projekt damit aber nicht, wie Bürgermeister Christoph Fröse (parteilos) erklärt. Zunächst werden die Planungen angeschoben. Bis Mitte dieses Jahres will die Gemeinde einen Entwurf für die Investition in Possendorf vorliegen haben.

Abgesehen von den regulären Ausgaben, leistet sich Bannewitz in diesem Jahr keine weiteren größern Extras. Lediglich die Umgestaltung des Buswendeplatzes in Goppeln soll endlich in Angriff genommen werden. Für insgesamt 528 000 Euro – davon sind 482 000 Euro Fördergeld – wird der Knotenpunkt barrierefrei und übersichtlicher gestaltet.

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