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Basteln statt Bundeswehr

Jörn Kreusch hat in seinem Leben schon den einen oder anderen Umweg genommen. Viele Jahre arbeitet er als Berufskraftfahrer bei der Bundeswehr. Seit einem Jahr verdient der gelernte Koch sein Geld als Erzieher in See und scheint endlich angekommen zu sein.

© André Schulze

Von Alexander Kempf

Jörn Kreusch hat in seinem Leben schon den einen oder anderen Umweg genommen. Viele Jahre arbeitet er als Berufskraftfahrer bei der Bundeswehr. Seit einem Jahr verdient der gelernte Koch sein Geld als Erzieher in See und scheint endlich angekommen zu sein. In der Fahrerkabine eines Lastwagens kann es sehr einsam sein, erzählt der 32-Jährige. Darum sucht der Soldat am Ende seiner Dienstzeit nach einer Alternative. Männliche Erzieher sind damals wie heute sehr gefragt. Jörn Kreusch reizt der Beruf. Der Nieskyer ist selbst Vater und passt auch gerne auf den Nachwuchs seiner beiden Schwestern auf. Also beginnt er die dritte Ausbildung in seinem Leben.

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Den Weg vom Truppenübungsplatz zum Kinderspielplatz ist der gebürtige Görlitzer gerne gegangen. Wie haben aber die ehemaligen Kameraden auf den ungewöhnlichen Schritt reagiert? Respektvoll. Die Umschulung zum Erzieher scheint in der Armee sogar beliebt zu sein, erzählt Jörn Kreusch. Denn die Nachfrage an der Bundeswehrfachschule in Berlin ist so groß gewesen, dass er dort keinen Platz erhält und die Umschulung mit Hilfe des Berufsförderungsdienstes der Bundeswehr an der Euro-Schule in Görlitz absolviert. Dort ist er einer von zwei Männern im Jahrgang. Es sei nicht immer leicht gewesen, sich inmitten von 18 Frauen durchzusetzen.

Dabei glaubt Jörn Kreusch, dass noch viel mehr Männer Erzieher werden sollten. „Ich fände es gut, wenn es in jeder Einrichtung einen Mann gebe“, sagt er. Nicht im Interesse der Männer, sondern der Kinder. Denn immer öfter würden die ohne Väter aufwachsen. Frauen und Männer haben außerdem verschiedene Interessen. Seine drei Kolleginnen etwa töpfern gerne mit den Kindern, er versucht die Jungen und Mädchen für Holzarbeiten zu begeistern. „Wir ergänzen uns gut“, sagt Jörn Kreusch.

Er habe sich richtig entschieden, betont der Nieskyer. Für den neuen Beruf und die Stelle im Hort. Sein Anspruch ist es, die Kinder dort gut auf das Leben vorzubereiten, sagt Jörn Kreusch. Er weiß genau, dass dieses viele Umwege bereithalten kann.